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Hat den Kampf gegen den Krebs verloren: Nici Kutter aus Schliersee.

Traurige Nachricht auf Facebook

Kurz vor seinem 20. Geburtstag: Nici Kutter erliegt seinem jahrelangen Krebsleiden

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Mit all seiner Kraft hat Nicolas Kutter aus Schliersee gegen den Krebs gekämpft. Jetzt machte sein Körper nicht mehr mit. Nici ist gestorben - kurz vor seinem 20. Geburtstag.

Schliersee/Seattle - Auf Nicis Facebook-Seite zeigt sich die ganze Dramatik: Etliche seiner Freunde gratulieren ihm zum Geburtstag, wünschen ihm viel Kraft für seine Genesung. 20 Jahre alt wäre Nicolas Kutter aus Schliersee am Freitag, 22. Februar, geworden. Wäre. Denn Nici konnte seinen Runden nicht mehr feiern. Er ist am 20. Februar im Childrens Hospital in Seattle (USA) gestorben. Auch diese traurige Nachricht ist auf seiner Facebook-Seite zu lesen. 

Seine Familie hat ein Foto von Nici veröffentlicht. Es zeigt den tapferen jungen Mann, wie er auf einem SUP-Board über seinen geliebten Schliersee paddelt. Ein Moment, den er so gerne noch mal erleben wollte. Doch dieser Wunsch wurde ihm nicht mehr erfüllt. „Gezeichnet von der Krankheit mit bis zuletzt starkem Willen“ sei Nici in den Armen seiner Mutter Solveig und seines ältesten Bruder Leo gestorben, ist auf dem Bild zu lesen. „Ein so außergewöhnlicher Mensch ist von uns gegangen und hinterlässt in tiefer Trauer Mutter, Vater und Brüder. Wir werden Dich nie vergessen und in Erinnerung behalten, wie Du warst.“ 

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Es ist das traurige Ende einer Geschichte, die mehr als sieben Jahre lang Nicis Leben geprägt hat. Wie berichtet, war der junge Schlierseer an Leukämie erkrankt. Sechs Mal schien der Gymnasiast den Krebs besiegt zu haben - doch er kehrte immer wieder zurück. Nici ergab sich nicht seinem Schicksal. Er kämpfte mit all seiner Kraft gegen das heimtückische Leiden an. Und die Ärzte halfen ihm mit all ihren Möglichkeiten. Sie versuchten, den Krebs mit Chemotherapien, Bestrahlungen und mit so genannten „CAR-T-Zellen“ auszulöschen. Immer wieder schlugen die Behandlungen an - doch immer wieder flammte die Krankheit auf.

Im Dezember reiste Nici nun zum dritten Mal nach Seattle, um sich im dortigen Krankenhaus als erster Patient überhaupt einem neuen Verfahren mit noch nicht erprobten CAR-T-Zellen zu unterziehen. Die vorbereitende Operation überstand der Schlierseer gut. Doch er wusste, dass ihm die harten Monate der eigentlichen Therapie noch bevorstehen. Sein unerschütterlicher Glaube  - an sich selbst und an Gott - machte ihm Mut. „Ich bin bereit. Ich will leben“, sagte Nici unserer Zeitung.

Dann wurde es still auf seiner Facebook-Seite. Immer wieder hinterließen ihm seine Freunde aufmunternde Nachrichten. Wie viel Nici davon noch mitbekommen hat, wissen sie nicht. Eines aber können sie sich gewiss sein: Nici hat ihre Unterstützung gespürt. So, wie er auch jetzt ihre Geburtstagswünsche spüren wird - wenn er vom Himmel aus auf seinen geliebten Schliersee herunterschaut.

Auf der Erde zurück bleibt die Erinnerung. Bei Nicis Familie, aber auch bei vielen anderen Menschen, die sein Schicksal bewegt hat. So wie Daniel Burkard, der Nici auf Facebook schreibt, was viele denken: „Du hast in den letzten Jahren tausenden von Menschen gezeigt, dass man nie aufgeben darf. Es war eine Ehre, Dich kennengelernt zu haben. Ich werde oft an Dich denken, nicht nur an Deinen Geburtstagen.“

sg

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