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Leonhardifahrt in Fischhausen

Bilderbuch-Bayern mit klaren Worten vom Pfarrer 

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Der Mensch ist nicht der Gewaltherrscher der Erde. Mit diesen und weiteren Worten mahnte Pfarrer Hans Sinseder bei der Leonhardifahrt in Fischhausen die Menschen zu einem respektvollen Umgang mit den Tieren und der Natur.

Fischhausen – 200 schmucke Rösser in 53 Gruppen von Trachtlern, Gebirgsschützen, Musikkapellen, Goaßlschalzern, Fingerhacklern und Fuhrleuten fügten sich am Sonntagvormittag zu einer eindrucksvollen Prozession von Schliersee nach Fischhausen zusammen – zu Ehren des Heiligen Leonhard. Gegen 9.40 Uhr – also rund 40 Minuten nach dem Start der Leonhardifahrt in Schliersee – kam bei Sonnenschein und unter Glockengeläut die Wallfahrtsprozession beim St. Leonhards-Kirchlein an. Vorneweg Vorreiter Sebastian Holzer mit der Leonhardi-Standarte, dann Pfarrer Hans Sinseder und Diakon Alois Winderl, die schnell aus ihrer Kutsche und auf ein Postest kletterten, um die prächtig gewandeten Wallfahrer und ihre festlich geschmückten Truhenwagen und Kutschen ziehenden Pferde zu segnen.

Aus dem ganzen Landkreis, von Rottach-Egern über Holzkirchen bis Bayrischzell, und darüber hinaus, etwa aus Reichersbeuern und dem österreichischen Thiersee, waren sie gekommen, um das Patrozinium des Bauernheiligen zu feiern. Einer der Wagen zog wieder das mannshohes Modell der Fischhauser St. Leonhards-Kirche, ein anderer ausgestopfte Wildtiere wie Hirsch und Gams. Imposante Kaltblüter, wunderschöne Warmblüter, zierliche Arabo-Haflinger und putzige Ponys umrundeten die Wiese entlang der Bahn und kamen unter Musik und Goaßl-Geschnalze bei der mächtigen Linde zum Stehen.

Unter den Ehrengästen waren Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer mit Gemeinderat sowie diverse weitere Rathauschefs aus dem ganzen Landkreis. Für viele der Teilnehmer war der erste Weg nach dem Absteigen in die Kirche, für andere wiederum an den Würstl- und Bierstand – für eine schnelle Brotzeit vor dem Gottesdienst.

Dieser stand ganz im Zeichen der Enzyklika „Laudato si – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“, in der Papst Franziskus zu einem neuen Verhältnis zu den Tieren und der Umwelt aufruft. Pfarrer Sinseder mahnte, dass der Mensch, unabhängig von Hautfarbe, Rasse und Religion, zwar das Abbild Gottes und die Krone der Schöpfung sei, aber nicht der Besitzer der Welt. Er dürfe sich auch nicht als deren Gewaltherrscher aufführen. Denn „Tiere besitzen ihren eigenen Wert“, sagte Pfarrer Sinseder, „da jedes Tier von Gott und seiner Schöpferkraft erzählt. Durch die Tiere spricht Gott zu uns.“

Im Sinne des Heiligen Leonhard forderte der Geistliche demütigen und liebevollen Respekt vor den Tieren und der Natur. „Es ist nicht egal, dass Jahr für Jahr tausende Tier- und Pflanzenarten ausgerottet werden. Wir müssen Sorge tragen für unser gemeinsames Haus, unseren gemeinsamen Lebensraum. Sonst übergeben wir eine verarmte Welt an unsere Kinder, in der Gott nicht mehr so viele Möglichkeiten hat, sich uns mitzuteilen.“

Nach der gemeinsamen Eucharistiefeier umrundeten die Wallfahrer wie zum Beweis für die Artenvielfalt ihrer eindrucksvollen Rösser die Festwiese bei der St. Leonhard-Kirche, sodass sie die vielen hundert Zuschauer geradezu ehrfürchtig in einem ganz neuen Licht betrachteten.

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