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In dorfähnlichem Charakter sollen sich die Gebäude des Gesundhausprojekts an der Stolzenbergstraße in Neuhaus um einen Naturteich gruppieren. 

Diskussion über Parkplätze

Natur als einziger Luxus: Planer mit neuen Infos zu Gesundhaus-Projekt in Neuhaus

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Klimafreundlich, nachhaltig, naturnah: All das soll das Gesundhausprojekt in Neuhaus erfüllen. Im Gemeinderat haben die Planer nun neue Entwürfe präsentiert.

Schliersee – Im Auge habe er das Grundstück an der Stolzenbergstraße seit mehr als zehn Jahren, sagte Wolf Dieter Rötzer im Schlierseer Gemeinderat. „Aber ich hatte keine passende Idee dafür.“ Wohl aber seine Frau. Die habe vor zwei Jahren den Anstoß für ein Gesundhaus gegeben, berichtete der geschäftsführende Gesellschafter des Büros Planquadrat Stuttgart.

Mittlerweile ist daraus ein Großprojekt mit Biohotel, Gästehaus, und vier Landhäusern sowie einem großen Naturteich geworden, das in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit Durchführungsvertrag zwischen Gemeinde und Bauherrn verwirklicht werden soll (wir berichteten). Nachdem der Bauausschuss Architekt David Cook bei der Vorstellung der Entwürfe im Dezember einige Anregungen mit auf den Weg gegeben hatte, legten die Planer den Gemeinderäten nun ihre neueste Version für das frühere ARAG-Areal in Neuhaus vor. Gefeilt haben sie gleich an mehreren Stellen: Der Querbau beim Biohotel ist verschwunden, der Abstand zum Gästehaus für mehr Aufenthaltsqualität im Innenhof gewachsen, das Mitarbeiterhaus ans südliche Ende des Grundstücks gewandert.

Auch diesmal wurden Rötzer und Cook nicht müde, ihren Fokus auf Natur und Nachhaltigkeit zu betonen. Klimagerechtes Bauen sei eine Grundvoraussetzung für sein Büro, machte der Architekt klar. „Sonst haben wir kein Interesse.“ Daher beabsichtige man eine Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen. Sämtliche Gebäude sollen sich im Stil eines Dorfes in das 12 000 Quadratmeter große Grundstück mit seinen bis zu zwölf Meter Höhenunterschied einfügen. Eine Fertigung mit Holzmodulen soll zudem die Bauzeit so kurz wie möglich halten. „Wir wollen die Nachbarschaft nicht belasten“, sagte Cook. Das gilt auch für den Blick. Der Architekt kündigte hier einen Sichtschutz durch „strategisch platzierte“ Bäume an.

Ob im kleinen Spa-Bereich oder in der Ausstattung der Zimmer (55 im Gästehaus, 40 im Hotel und jeweils drei in den vier Naturhäusern): Bescheidenheit lautet das oberste Gebot. „Für uns bedeutet Luxus Kontakt zur Natur“, sagte Cook. Und zu den Einheimischen, wie Rötzer ergänzte. Auch sie seien im Gesundhaus mit seinen Arzt- und Heilpraktikerpraxen willkommen. „Das wird keine elitäre Sache für VIPs.“

Angeblich autofreie Anreise sorgt für Skepsis

Die Gemeinderäte nahmen die Anpassungen positiv auf. Klärungsbedarf sahen sie aber noch in Sachen Stellplätze. Wie berichtet, arbeiten die Planer an einem Mobilitätskonzept, das die Gäste von einer Anreise mit dem Zug und damit einen Verzicht aufs Auto überzeugen soll. Deshalb sind sie davon überzeugt, dass 60 Tiefgaragen- und zwölf Carportplätze genügen werden, um den Parkplatzbedarf der Gäste abzudecken. Florian Zeindl (CSU) hatte daran seine Zweifel. „Autofreiheit ist ein schönes Ziel, wenn es denn funktioniert“, sagte er. Sollten die Stellplätze nicht reichen, würde die Stolzenbergstraße zugeparkt. Das dürfe aber keinesfalls passieren.

Gerhard Krogoll (CSU) teilte diese Auffassung. Um den Bauwerbern Planungssicherheit zu geben, sollte man lieber vom „Worst Case“ ausgehen und satzungsmäßige Höchstzahl an Stellplätzen vorschreiben. „Alles andere ist für mich ein Wunschtraum“, sagte Krogoll. Die konkrete Zahl könne man erst bestimmen, wenn die genauen Nutzflächen für Praxen, Restaurant und Zimmer feststehen, erinnerte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU). Diese Zeit müsse man den Planern zugestehen.

Bernd Mayer-Hubner (Grüne) appellierte trotzdem an seine Ratskollegen, nicht wieder alles mit Parkplätzen zuzupflastern. „Wir dürfen nicht den Wunsch der momentanen Wirklichkeit opfern“, fand er. Zumal man bis zur Realisierung des Projekts in zwei bis drei Jahren noch einiges in den Köpfen verankern könne, wie Rötzer betonte. Ziel müsse es sein, den Urlauber nicht als Kunden zu sehen, sondern als Gast, der irgendwann zum Freund wird. Eine Erfahrung, die der Planer selbst gemacht hat, als er vor 30 Jahren zum ersten Mal im Gästehaus Sonnenstatter gewohnt habe. Heute, sagte er, sei Schliersee sein Hafen. „Und die Stolzenbergstraße mein Anker.“

sg

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