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Angesichts der großen Nachfrage nach Betreuungsplätzen wird der neue Kindergarten „Kleine Heimat“ dringend gebraucht.

Anmeldezahlen explodieren

Neuer Kindergarten noch nicht fertig - Gemeinde muss schon den nächsten planen

Der neue Kindergarten in Schliersee ist so gut wie fertig, aber der Gemeinderat kann sich schon mit dem nächsten Neubau befassen. Die Anmeldezahlen für das neue Jahr waren enorm.

Schliersee – Mit dieser Überraschung kann man in Schliersee fast schon rechnen. Ein weiteres Mal ist der Bedarf an Kinderbetreuung höher als gedacht. Am Dienstagabend im Gemeinderat berichtete Kämmerin Heidi Riesenthal von den Anmeldezahlen für das neue Kindergartenjahr. 77 Neuanmeldungen registrierte das Rathaus, erheblich mehr als in den Jahren zuvor und erheblich mehr, als heuer den Kindergarten in Richtung Schule verlassen. Noch kann Schliersee dies auffangen, aber reagieren muss die Gemeinde schon.

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Eigentlich, so hatte es das Rathaus geglaubt, habe man noch einen Puffer. Bekanntlich ist der neue Kindergarten „Kleine Heimat“ am Heimatmuseum so gut wie fertig. Zwei Gruppen ziehen dort ein – vermutlich eher Pfingsten als Ostern. Im bestehenden Kindergarten Regenbogen verbleiben zwei Gruppen, obwohl Platz für drei wäre. Eigentlich wollte die Gemeinde dies nutzen, um die Gruppenräume nach und nach ein bisschen auf Vordermann zu bringen. Bei Bedarf wollte man die dritte Gruppe aktivieren. Doch dieser Bedarf ist nun akut: Die Gemeinde wird ihn nur decken können, wenn sie im Kindergarten Regenbogen mit drei Gruppen fährt.

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Die Renovierungspläne müsste man dann ad acta legen. Es sei denn, man verlängert das Container-Provisorium. In dem Behelfsanbau ist derzeit eine jener Gruppen untergebracht, die ans Heimatmuseum umziehen werden. Würde man diesen vierten Gruppenraum länger nutzen – Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) spricht auf Anfrage von einem halben Jahr – bliebe dieses Zeitfenster, um sich um die bestehenden Räumlichkeiten zu kümmern, etwa Böden abschleifen und neues Mobiliar anzuschaffen. Eigentlich hätte man diese Arbeiten in aller Ruhe auf drei Jahre verteilt. Jetzt bleibt allenfalls Zeit für das Nötigste.

Ob die Verlängerung der Container-Lösung ein gangbarer Weg ist, müsse man noch mit der Kindergartenleitung besprechen, so Schnitzenbaumer. Die am Dienstag vorgestellten Zahlen waren erst wenige Tage alt, sodass dafür bislang noch keine Zeit war. Zwischen Ostern und Pfingsten wolle man zu Ergebnissen kommen.

Entwickeln sich die Zahlen im Stile der vergangenen Jahre weiter, kommt Schliersee mittelfristig kaum um einen weiteren Neubau umhin. Bekanntlich soll der Katholische Kindergarten in Neuhaus nächstes Jahr erweitert werden. Das schafft aber nur Platz für die wegen eines Wasserschadens ausgelagerte Gruppe. In deren renovierte Räume soll heuer bekanntlich eine Krippe einziehen. Aktuell sind die Kindergartenkinder im Pfarrheim untergebracht. Nach der Erweiterung 2019 auch dieses Provisorium zu verlängern, würde der Gemeinde etwas Luft verschaffen. Auch mit der Pfarrei in Neuhaus plant Schnitzenbaumer Gespräche.

Im Herbst wird es in Schliersee also acht Kindergartengruppen geben. Bei je 25 Plätzen macht das 200 insgesamt. Ein laut Schnitzenbaumer noch vor zehn Jahren kaum vorstellbarer Bedarf. Der ist dem Zuzug nach Schliersee geschuldet. „Unsere Geburtenzahlen geben das nicht her“, sagt der Bürgermeister.

dak

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