Illustratioin der Skateboard-Anlage in Neuhaus
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So könnte das Vorhaben aussehen: An einen Skatepark mit diversen Schikanen werkeln die Initiatioren derzeit.

Verein plant Skatepark

Das Rasunda-Stadion wird zum Sportzentrum

Der Verein Skateboarding Miesbach will in Neuhaus einen Skatepark bauen. Und Beachvolleyball soll auch kommen. Doch schon formiert sich Widerstand.

Neuhaus – Mit Sportstätten in Schliersee ist das so eine Sache: Die Träume von der Natursportarena auf dem Eisplatz am Freudenberg sind geplatzt, die Pläne von einer Rodelbahn liegen auf Eis, und der Spatenstich für die neue Turnhalle ist abermals verschoben (wir berichteten jeweils). Nun wagt sich ein junges Duo an ein neues Projekt. Florian Maban (25) und Yannick Datzer (22), das Vorsitzenden-Duo des Vereins Skateboarding Miesbach, möchte im Rasunda-Stadion einen Skatepark bauen. Nicht nur ein paar Rampen und Sprünge, sondern eine richtige Anlage, 53 mal 27 Meter groß, auf der es rauf und runter geht, mit vielfältigen Möglichkeiten, sich auf dem Board auszutoben. Eine teure Angelegenheit – und eine ambitionierte. Denn neben behördlichen Hürden wollen auch Widerstände der Nachbarn überwunden werden.

Gespräche mit Gemeinde und Behörden im Vorfeld der Präsentation

Maban und Datzer, der besonders viel Zeit in die Planung gesteckt hat, gehen die Sache alles andere als blauäugig an. Seit einem Jahr stricken sie an ihren Plänen, haben mit Gemeinde, Landratsamt und den Staatsforsten gesprochen. Jetzt haben sie ihre Pläne im Schlierseer Bauausschuss vorgestellt. „Für die Jugend wäre das ein Riesenmehrwert“, sagte Datzer. Denn Vergleichbares gibt es allenfalls noch in Holzkirchen. Das ist für die Kern-Zielgruppe jedoch ziemlich weit weg. Das Rasunda-Stadion, so Datzer weiter, „wäre der optimale Platz“. Gleich neben den Tennisplätzen soll die Anlage entstehen.

Anwohner sorgen sich um Parksituation und Lärm

Im Ausschuss fand das Vorhaben selbst viel Lob, aber es wurden auch Bedenken laut. Maban und Datzer hatten die Anwohner vergangene Woche in ihre Pläne eingeweiht. „Da gab es auch Widerstand“, sagt Maban. Und diesen hatten die Nachbarn erkennbar auch in den Ausschuss getragen. Gerhard Waas (Grüne) etwa berichtete von Kritikern, die sich um die Parkplatz-Situation und abendliche Feiern im Tennisstüberl sorgen. Dass ihre Zielgruppe, Kinder und Jugendliche, mangels Führerschein eher mit Bus und Bahn komme, hatten die Vereins-Chefs schon bei ihrer Präsentation erklärt, die Anbindung dort sei gut. Und: „Wenn jemand im Stüberl feiern will, kann er das jetzt schon“, sagt Maban.

Könnte zum Sportzentrum werden: das Rasunda-Stadion in Neuhaus.

Betonierte Fläche im Überschwemmungsgebiet? „Da schrillen alle Alarmglocken“

Horst Teckhaus (PWG) war irritiert davon, dass eine solch große Fläche in einem Überschwemmungsgebiet versiegelt werden soll. Gerade angesichts der Hochwasserkatastrophe „läuten da überall die Alarmglocken“. Diesbezüglich schlug Vize-Bürgermeister Peter Sprenger (Die Schlierseer) „einen Ausgleich weiter unten auf gemeindlichen Flächen vor“. Auch Philipp Krogoll (Die Schlierseer) glaubte: „Da gibt es sicher eine Lösung.“

Hochwasser, Trinkwasser und Lärm - Es gibt noch viel zu klären

Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) erinnerte daran, dass sich im Zuge des Bauantrags diverse Fachbehörden mit dem Vorhaben befassen werden. Dabei wird es auch um das Thema Trinkwasser gehen, denn das Gelände liegt im Wasserschutzgebiet. Auch die Lärmbelastung wird hier auf den Prüfstand kommen, wobei auch hier Maban und Datzer schon Vorgespräche mit dem Landratsamt geführt haben. Ersterer sagt: „Eine betonierte Anlage hat den Vorteil, dass sie extrem schallschluckend ist, anders als hohle Rampen.“ Und mit noch einer Stelle hat der Verein schon geredet: den Staatsforsten als Grundeigentümer. Keine Einwände.

Gemeinde baut nebenan zwei Beachvolleyballplätze, Fußballplatz wird verlegt

Letztlich gab es ein einstimmiges Ja vom Bauausschuss, der auch gleich noch das Anlegen zweier Beachvolleyballplätze gleich nebenan beschloss. Zusammen mit dem Fußball-Kleinfeld noch einmal daneben – das gesamte Gelände hat die Gemeinde gepachtet – würde das Rasunda-Stadion ein regelrechtes Sportzentrum. „Eine Familiengeschichte“, sagte Krogoll (Die Schlierseer), der an den Bau der Tennisplätze vor vielen Jahren erinnerte. Auch damals habe es heftige Bedenken gegeben, die sich aber als völlig überzogen herausgestellt hätten.

Lesen Sie auch: Turnhalle: Noch mal ein halbes Jahr später - Baustoffmangel, Gesetze und Klagen bremsen Vorhaben aus

Wegen der zu erwartenden Gegenwehr, die auch zu langwierigen Gerichtsverfahren führen kann, haben sich Initiatoren keinen Zeitplan gegeben. Den mittleren sechsstelligen Betrag für den Bau will der Verein über Spender und Stiftungen auftreiben. Da sei man bereits aktiv, sagt Maban. Wer ihn unterstützen will: Mail an skateboar ding.miesbach@gmail.com.

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