Markus Wasmeier, Freilichtmuseum
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Bekam im Gemeinderat einiges ab: Markus Wasmeier

Ärger am Schliersee

„So ein Saustall!“: Markus Wasmeier hat Ärger mit dem Gemeinderat

Eigentlich ging es nur um eine Lagerfläche beim Freilichtmuseum. Doch die Schlierseer Gemeinderäte ließen Ex-Skistar Markus Wasmeier abblitzen - mit deutlichen Worten.

Schliersee – Das Verhältnis zwischen Schlierseer Kommunalpolitik und dem wohl berühmtesten Sohn der Gemeinde, Markus Wasmeier, hat sich nochmal verkompliziert. Für sein Museum wollte der Ex-Skirennfahrer einen längst bestehenden Lagerplatz in den Bebauungsplan aufgenommen wissen. Diese Planung anzugehen, lehnte der Gemeinderat mit 9:8 Stimmen ab. Dies aber nicht allein wegen der fraglichen Fläche, sondern wegen der fehlenden Linksabbiegespur an der Bundesstraße. Dass deren Bau inzwischen seitens der Bahn vorangetrieben wird, vermochte den Gemeinderat nicht gnädig zu stimmen. Wasmeier: „Ich bin etwas verwundert.“

Freilichtmuseum von Markus Wasmeier in Fischhausen: Besuchermagnet am Schliersee

Unbestritten ist zumindest, dass das Freilichtmuseum in Fischhausen eine Top-Attraktion und Besuchermagnet ist – gut für Schliersee. Doch das bringt immer auch Verkehr mit, und das genau dann, wenn es ohnehin alle in die Berge zieht: bei schönem Wetter. Rund um das Museum kommt es an Spitzentagen zu einem regelrechten Verkehrs- und Parkchaos. Eine Linksabbiegespur zum Museum könnte dies zumindest mildern.

Eigentlich, so hieß es jahrelang im Gemeinderat, müsse Wasmeier die Abbiegemöglichkeit bauen oder zumindest bezahlen, wenn das Wintersportmuseum gebaut werde. Letzteres ist im Namen des 1997 gegründeten Vereins festgehalten. Nur, so sagt Wasmeier, das Thema Wintersport habe die Gemeinde in Person des damaligen Bürgermeisters Toni Scherer eingebracht, es sei nicht sein Projekt. Die Gemeinde betrachtet er als Partner, sie ist schließlich auch Mitglied im Verein. Prinzipiell gelte: Der Verein könne und dürfe die Planung einer Abbiegespur auf einer Bundesstraße gar nicht übernehmen.

Keine Augenweide: Direkt am bei Spaziergängern beliebten Dr. Brodführer-Weg lagert Material des Freilicht-Museums. 

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Das macht inzwischen die Bahn. Wie berichtet, möbelt die ihre Infrastruktur im Oberlandnetz auf – auch den Bahnübergang in Fischhausen-Neuhaus, unmittelbar an der Zufahrt zum Freilichtmuseum. Die fertigen Pläne liegen noch nicht vor. Wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) im Gemeinderat berichtete, geht die Tendenz aber dahin, den Übergang ein paar Meter in Richtung Bahnhof zu verlegen, eine Querungshilfe auf der Bundesstraße und eben auch die Linksabbiegespur zu bauen. Diese sei „bahnbedingt erforderlich“, sagte Geschäftsleiter Jörn Alkofer.

Video: Wasmeiers neues Leben

„Saustall“ am Lagerplatz: Schlierseer Gemeinderäte rechnen mit Wasmeier ab

Das Museum betreffend, ist vor allem auch die Straße Brunnbichl von Belang. Die mündet momentan noch unmittelbar am Bahnübergang in die Bundesstraße. Eine gefährliche Situation, weshalb Züge an den Schranken maximal mit Tempo 30 fahren können. In einer neuen Planung würde die Gemeindestraße verschwenkt und über einen Teil des bestehenden Museums-Parkplatzes führen. Dem stelle er sich nicht entgegen, sagt Wasmeier. Auch wenn der damit einhergehende Verlust von Parkplätzen für den Museumsbetrieb „nicht lustig“ sei.

Nicht lustig finden derweil einige Gemeinderäte, was Wasmeier so anstelle. Robert Mödl (Die Schlierseer), dem die fehlende Abbiegespur seit Jahren stinkt, sprach von „Geländeabgrabungen“, Jürgen Höltschl (CSU) davon, dass der nicht genehmigte Lagerplatz „wöchentlich größer“ werde und „unmöglich ausschaut“. Stets schwang der Vorwurf mit, dass sich alle Nicht-Wasmeiers in Schliersee so etwas nicht erlauben dürften. Astrid Leitner (CSU): „Wenn ich auf der Wiesn so an Saustall hätt’, wär schon zweimal das Landratsamt da gewesen.“

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Landratsamt zur Kontrolle in Freilichtmuseum von Markus Wasmeier am Schliersee

Allerdings: Die Kreisbehörde war tatsächlich auch schon zweimal bei Wasmeier. Das erste Mal im April 2017. Es folgte eine „Anhörung zur Beseitigung“, im Zuge dessen entsprach das Landratsamt der Bitte aus dem Schlierseer Rathaus, die Lagerflächen an der Gemeindestraße Brunnbichl, direkt am Beginn des bei Spaziergängern beliebten Dr. Brodführer-Wegs, bis Ende August 2018 zu dulden.

In Vergessenheit geriet das Thema in Miesbach nicht, und vor gut zwei Monaten waren die Kontrolleure abermals da. Nochmal „Anhörung zur Beseitigung“. Laut Landratsamt bat Wasmeier darum, die Entscheidung des Gemeinderats abzuwarten. Eine „abschließende Position“ der Marktgemeinde habe das Bauamt noch nicht erhalten. Es habe die Beseitigung des gelagerten Materials – laut Wasmeier unter anderem ein Troadkasten und das sogenannte Hirtahäusl, das einst am Neuhauser Ortsausgang stand – aber wie geschildert angestoßen.

Auch wenn nicht bestritten wurde, dass ein Freilichtmuseum Lagerflächen benötigt, wollte die knappe Mehrheit im Gemeinderat zum jetzigen Zeitpunkt und eingedenk der Umstände einer Bebauungsplanänderung nicht zustimmen. Ausgang offen.

Sorge um Freilichtmuseum: Markus Wasmeier bangt um sein Herzensprojekt wegen der Coronakirse.

Von Daniel Krehl

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