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Soll aufgewertet werden: Die Schlierseer Ortsdurchfahrt, hier auf Höhe des Gasthof Terofal, hat der Schliersee-Touristikverein im Blick.

„Wir müssen da mutig rangehen“

Schliersee-Touristikverein will Ortsdurchfahrt aufwerten - und noch mehr

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Neuer Name, neue Ziele: Aus dem Fremdenverkehrsverein ist der Schliersee-Touristikverein geworden. Der Vorstand hat einiges vor im Ort. Auch die Bundesstraße ist ein Thema.

Schliersee – Die Bundesstraße ist ein hartes Pflaster. An ihrer Verlegung hat sich schon so mancher die Zähne ausgebissen. Das weiß auch Johannes Wegmann. „Eine Ortsumgehung ist nicht mehr machbar“, sagt der Vorsitzende des Schliersee-Touristikverein. Dennoch müsse man sich Gedanken machen, wie man der B 307 etwas von ihrer „Aggressivität“ nehmen kann. „Der Traum wäre ein gepflasterter Platz beim Terofal“, meint Wegmann. Fahrbahnteiler, Fahnenschmuck und von Künstlern gestaltete Schaufenster könnten den Straßenraum zusätzlich aufwerten. Wegmann schwebt dazu ein Bürgerprojekt unter Einbeziehung aller relevanten Fachplaner vor. Den Anstoß dazu will er selbst geben: mit dem runderneuerten Schliersee-Touristikverein.

„Wir müssen da mutig rangehen“, sagt Wegmann, der seit elf Jahren die Geschicke des 1882 gegründeten Fremdenverkehrsvereins in der Marktgemeinde leitet. Den Grundstein haben die rund 150 Mitglieder nun bei der Hauptversammlung in den Neuhauser Stuben gelegt. Indem sie sich nicht nur einen neuen Namen, sondern auch neue Ziele gegeben haben. Lag der Fokus in den vergangenen Jahren sehr auf dem Kulturherbst, der sich laut Wegmann zu einem Festival mit großer touristischer Bedeutung entwickelt hat, sollen in Zukunft auch die Themen Ortsverschönerung, Vernetzung und Projektarbeit vermehrt beackert werden.

Wegmann ist es wichtig, dass der Schliersee-Touristikverein als Partner von Gemeinde und Gäste-Info, aber auch von Gastronomen und Gastgebern auftritt – und auch so wahrgenommen wird. Zum einen wird er künftig als beratendes Mitglied einen festen Platz im Hauptverwaltungs- und Werkausschuss der Gemeinde erhalten. In regelmäßigen Besprechungen sollen zudem Projekte mit der Gäste-Info abgestimmt werden.

Zum anderen soll durch die Aufstockung der Zahl der Beiräte von zehn auf 15 die touristische Bandbreite des Ortes im Verein abgebildet wird. „Vom kleinen Gästehaus bis zu großen Playern wie Hotels oder Unternehmen“, sagt Wegmann. Stammtische sollen einen intensiven Austausch ermöglichen. Mit dem neu gewählten stellvertretenden Vorsitzenden Jan Flörcken ist nun auch ein Experten für Jugendreisen an Bord.

Für eine Vernetzung über die Ortsgrenzen hinaus will der Vorsitzende das schon in der 40-jährigen Amtszeit seines Vaters Friedl etablierte Dreieck Schliersee-Fischbachau-Bayrischzell wieder beleben. Wie berichtet, hat sich kürzlich auch der Tourismus- und Verkehrsverein Leitzachtal neu aufgestellt. Zudem will Wegmann die von Karl B. Kögl seit Jahren „rührend gepflegte“ Internetseite www.schliersee-touristik.de „sanft erneuern“.

Das soll auch für den Verein an sich gelten. „Das ist kein Komplett-Neustart, sondern eine sinnvolle Veränderung“, betont der Vorsitzende. Mit der Beleuchtung der Burgruine Hohenwaldeck und der Beschriftung von Baudenkmälern hat sich der Schliersee-Touristikverein bereits die ersten Projekte auf die Liste gesetzt. Vorsichtiger ist Wegmann in Sachen Ortsdurchfahrt. „Das ist eher eine Vision“, sagt er. „Eigentlich sogar ein Generationenprojekt.“

Der neue Vorstand

des Schliersee-Touristikverein: Johannes Wegmann (Vorsitzender), Peter Könekamp (Stellvertreter), Jan Flörcken (neuer Stellvertreter), Marion Haringer (Kassierin), Susanne Geiger (neue Schriftführerin). Beiräte: Therese Hirtreiter, Traudi Priller, Renate Holzmeier, Karl B. Kögl, Michaela Bürger, Beatrix Seidenfus, Alois Maichel, Herbert Doll, Anton Stetter, Walter de Alwis, Chris Lehmann, Matthias Gercken. Kassenprüfer: Ludwig Lindmair, Luise Stöger. Kraft ihres Amtes Beiräte sind Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer und Gäste-Info-Leiter Mathias Schrön.

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