Tote und Verletzte nach Schüssen in Krankenhaus 

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Machen schweren Herzens Schluss: Stephanie und Dita Siebzehnrübl. 

Nach 140 Jahren 

Schliersee: Traditionsgeschäft schließt

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Seit über 140 Jahren gibt es das Trachtengeschäft Siebzehnrübl in Schliersee. Aber nicht mehr lange. Hier lesen Sie die Gründe.

Schliersee – „Wir sind geschockt, dass ihr zu macht.“ Diesen Satz hört Stephanie Siebzehnrübl immer wieder, seit sie mit ihrer Familie die schwere Entscheidung getroffen hat, das gleichnamige Trachtengeschäft an der Schlierseer Seestraße zu schließen. „Es war eine lange und reifliche Überlegung“, sagt sie. „Es ist uns wirklich nicht leicht gefallen.“

Kein Wunder. Seit 1879 ist das Anwesen in Familienbesitz. Stephanie Siebzehnrübls Urgroßvater hat damals einen Kramerladen eröffnet. „Es gab alles von Wein bis Benzin“, erzählt die 57-Jährige. Ende der 50er Jahre haben ihre Eltern das Geschäft übernommen. Weil der Versandhandel immer mehr Zuspruch fand, haben sich die beiden dazu entschlossen, den Laden zu verändern – das Trachtengeschäft entstand.

Nach dem Tod ihres Vaters Karl vor 25 Jahren, leitet Stephanie Siebzehnrübl heute zusammen mit ihrer Mama Dita den Laden. Die ist zwar vor Kurzem 80 geworden, aber steht immer noch von morgens bis abends im Laden, erzählt die 57-Jährige. Im April feierte das Unternehmen sein 140-jähriges Bestehen.

Dass die Lichter in ihrem Trachtengeschäft nun für immer ausgehen werden, ist der Familie nicht leicht gefallen. „Die Nachfolge fehlt“, sagt Stephanie Siebzehnrübl. Ihre Tochter helfe zwar derzeit neben des Studiums im Laden mit, übernehmen will sie ihn allerdings nicht. „Das durfte sie immer frei entscheiden“, sagt die Schlierseerin. Sie selbst ist mit ihren Kräften am Ende. Zwar sei sie nicht krank, aber aus Rücksicht auf ihre Gesundheit möchte sie lieber frühzeitig einen Schlussstrich ziehen. Arbeiten will sie nach der Abwicklung freilich noch – aber eben nicht mehr im eigenen Laden.

Besonders wichtig war der Familie immer die gute Qualität der Ware, aber auch der persönliche Umgang mit den Kunden. Kunden seien sogar aus dem hohen Norden zu ihnen gekommen. Auf gut 200 Quadratmetern Fläche gibt es nicht nur Trachtengewand, sondern auch handbedruckte Tischwäsche und Nachtwäsche. Der Großteil des Sortiments wird im Alpenraum gefertigt, das Gütesiegel „Regional zieht an – Mode made in Bayern“ zeichnet den Laden aus, zum Teil wurde die Ware sogar speziell für sie gefertigt. „Die exklusive Fertigung hat natürlich einen höheren Preis“, sagt Siebzehnrübl. „Aber man kriegt dann auch was Besonderes dafür.“ Im Billig-Boom habe die Familie nie mitschwimmen wollen.

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Wie es mit der Immobilie weitergeht, wird sich erst in den kommenden Wochen entscheiden. „Wir haben noch keine konkreten Pläne“, sagt die Schlierseerin.

Weil zwar die Gedanken über eine Schließung schon länger da waren, die Entscheidung nun aber doch relativ schnell gefallen sei, hat die Familie bereits die Ware für den Herbst und Winter geordert. Die und vieles mehr gibt es nun beim Totalräumungsverkauf. „Wir wurden bis jetzt überrannt“, erzählt die 57-Jährige. „Wir haben das gar nicht erwartet, aber eigentlich soll’s ja so sein.“ Dennoch klingt dabei Wehmut in ihrer Stimme mit: „Es war schon eine schöne Zeit.“

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