+
Druckfrisch: Die neue Gestaltungssatzung von Schliersee.

Nur an das Thema Gauben haben sie sich nicht herangewagt

Schliersee verordnet sich neue Gestaltungssatzung

Schliersee – Es hat gedauert, nun liegt die neue Schlierseer Gestaltungssatzung vor. Schon jetzt gibt es rechtliche Bedenken zur Durchsetzungskraft des Dokuments.

Der Gemeinderat hat sie gegen zwei Stimmen beschlossen. Die wesentlichen Änderungen betreffen die Dachlandschaft. Künftig sind unter bestimmten Voraussetzungen Quergiebel erlaubt, und die maximale Dachneigung liegt nicht mehr bei 23, sondern bei 26 Grad. Gerade beim Thema Quergiebel hatte die Gemeinde in den vergangenen Jahren wiederholt Ausnahmen gemacht. Die Haltung der Gemeinderäte zu diesem Thema ist nun in die Satzung eingeflossen. Quergiebel sind allerdings erst ab einer Gebäudelänge von 15 Metern erlaubt. Gerhard Waas (Grüne) hätte sie schon bei geringerer Gebäudelänge erlaubt, und Gerhard Weitl (SPD) bedauerte, dass sich die Gemeinde nicht an das Thema Gauben herangewagt hat. Eine liberalere Handhabe dieser Thematik erlaubt es Hauseigentümern in Schliersee, ihre Dachgeschosse besser zu nutzen.

Die weiteren Änderungen in dem Regelwerk sind vor allem Konkretisierungen, etwa was die Farbgestaltung, die Balkongröße und -situierung, Dachüberstände und Weiteres mehr betrifft. Beim Erarbeiten der Satzung hatte sich die Gemeinde Unterstützung unter anderem vom Arbeitskreis qualitätvolles Bauen des Landkreises geholt und vom Bayerischen Gemeindetag. Letzterer äußerte allerdings rechtliche Zweifel daran, dass die Gestaltungssatzung im gesamten Gemeindegebiet gelten soll. Die gehe nicht, weil die einzelnen Ortsteile in der Regel nicht einheitlich seien. Das sah der Bauausschuss anders, nämlich so, dass Schliersee überall Schliersee und nirgendwo Neuperlach ist. Oder wenigstens sein soll. Der gemeindliche Wunsch nach einer ortsüblichen Optik erstrecke sich deshalb auf das gesamte Gemeindegebiet.

Allerdings: In Bereichen, für die ein Bebauungsplan besteht, gelten dessen Festsetzungen, was oft zum Beispiel das Thema Carports anbelangt. Ausgenommen sind auch besondere Bauten wie Schulen, Kirchen oder Sportanlagen.

Im Zuge der Bearbeitung wurden zudem unbestimmte Begriffe wie „gärtnerisch“ oder „harmonisch“, darunter kann jeder etwas anderes sehen, gestrichen. Die Satzung ist am Tag nach der Sitzung in Kraft getreten. Den Originaltext der Satzung in voller Länge gibt's hier.

dak

Auch interessant

Mehr zum Thema

<center>Brotzeit-Brettl "Spatzl"</center>

Brotzeit-Brettl "Spatzl"

Brotzeit-Brettl "Spatzl"
<center>Obazd is! - Mischung für Käseaufstrich 90g BIO</center>

Obazd is! - Mischung für Käseaufstrich 90g BIO

Obazd is! - Mischung für Käseaufstrich 90g BIO
<center>Schlauchtuch / Multifunktionstuch "Bayern" schwarz</center>

Schlauchtuch / Multifunktionstuch "Bayern" schwarz

Schlauchtuch / Multifunktionstuch "Bayern" schwarz
<center>Bayerischer Bikini "Bavaleo"</center>

Bayerischer Bikini "Bavaleo"

Bayerischer Bikini "Bavaleo"

Meistgelesene Artikel

Kommentar: Sicherheit ist kein Job fürs Ehrenamt
Im Miesbacher Stadtrat wurde über die Einführung einer Sicherheitswacht diskutiert. Diese setzt sich aus Bürgern zusammen, die ehrenamtlich auf Streife gehen, Präsenz …
Kommentar: Sicherheit ist kein Job fürs Ehrenamt
Sicherheitswacht: Bürger sollen wieder auf Streife gehen
Sechs Jahre lang lag die Idee einer Sicherheitswacht für Miesbach in der Schublade – nun wird sie wieder ausgepackt. Doch die Reaktionen sind zwiespältig.
Sicherheitswacht: Bürger sollen wieder auf Streife gehen
Einsatz im Münchner Tatort: Haushamer spielt einen Polizist 
Der Haushamer Luky Zappatta ist am Sonntag neben Batic und Leitmayr im Tatort zu sehen. Nach Rollen bei den Rosenheim Kops und Komissar Pascha spielt er nun einen …
Einsatz im Münchner Tatort: Haushamer spielt einen Polizist 
Kittenrainer: „Ein kleiner Ort muss um vieles kämpfen“
Drei Jahre nach der Kommunalwahl haben wir die neu gewählten Bürgermeister um eine Halbzeitbilanz gebeten. Diesmal erklärt Georg Kittenrainer, wie er den Spagat zwischen …
Kittenrainer: „Ein kleiner Ort muss um vieles kämpfen“

Kommentare