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Kühe und Wanderer - bei Unwissenheit eine gefährliche Mischung. Nicht immer sind die Tiere so friedlich wie hier am Rosskopf im Spitzinggebiet.

Touristiker reagieren mit Aufklärungskampagne - Kritik an Mountainbikern

Wanderer fühlt sich von Kühen auf der Alm bedroht

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Landkreis – Der Wandertourismus boomt - und führt zu Konflikten mit dem Vieh auf der Alm. Ein Wanderer bekam es neulich mit der Angst zu tun - und beschwerte sich.

Wie brenzlig die Situation vor ein paar Wochen an der Ochsenalm tatsächlich war, lässt sich im Nachhinein nicht mehr rekonstruieren. Fest steht jedoch, dass sich ein Wanderer aus München bedroht gefühlt hat, als plötzlich mehrere Kühe auf der Weide über der Valepp im Spitzinggebiet auf ihn zukamen. Die Tiere hatten weniger ihn als vielmehr seinen Hund im Visier. Der Mann reagierte richtig, leinte seinen vierbeinigen Begleiter ab und ließ ihn laufen. Trotzdem beschwerte er sich später bei der Gäste-Info Schliersee – und forderte einen alternativen Wanderweg außerhalb der Weide.

Tragischer Todesfall im Stubaital zeigt, wie groß die Gefahr ist

Nicht immer gehen die Konflikte auf den Almen so glimpflich aus. Was passieren kann, wenn sich Wanderer falsch verhalten, zeigte ein tragischer Vorfall vor zwei Jahren im Stubaital. Auch dort war eine Wanderin mit ihrem Hund auf der Weide unterwegs. Die Tiere sahen diesen als Bedrohung an und attackierten. Die 45-Jährige versuchte, ihren Hund zu schützen – und wurde totgetrampelt. Eine unglückliche Verkettung von tierischem Instinkt und menschlicher Unwissenheit, meint Michael Hinterstoißer, Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO). „Für die Herde ist der Hund ein Wolf.“ Und der wiederum sei der Feind der Weidetiere.

„Für die Herde ist der Hund ein Wolf.“

Um Wanderer über den richtigen Umgang mit Rindern aufzuklären, veröffentlichte die Landwirtschaftskammer Tirol einen Comic. Auf neun Bildern werden dabei die typischen Gebärden der Tiere und ihre richtige Interpretation beziehungsweise Verhaltensweise durch Wanderer vorgestellt. Der AVO adaptierte die Idee für seinen Flyer „Almen und Alpen sind kein Streichelzoo“. Der liegt in vielen Tourist-Infos im Landkreis aus – und soll auch an die Gastgeber weitergegeben werden.

Dass vor allem bei Urlaubern die Unwissenheit groß ist, hat Holger Wernet, Projektmanager Wandern bei der Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS), zuletzt mehrfach selbst beobachtet. Bei der Wendelsteinalm und der Buchsteinhütte über Kreuth begegneten ihm Wanderer, die ihre Hunde frei über die Weide laufen ließen. Wernet sprach sie auf ihr Fehlverhalten an. „Die sind ja meist nur ein paar Wochen da und kennen sich daher nicht mit dem Verhalten der Almtiere aus“, sagt er. Die Kampagne des AVO begrüßt Wernet. Auch die ATS werde das Thema demnächst intensiver angehen.

„Die Leute sollen ja die Schönheit unserer Almen erleben“

Eine strikte Trennung von Wanderwegen und Weiden bezeichnen beide Seiten als Sackgasse. Nicht nur, weil sich dies angesichts des immer weiter wachsenden Wandertourismus in der Praxis ohnehin nicht bewerkstelligen ließe. „Die Leute sollen ja die Schönheit unserer Almen erleben“, sagt Hinterstoißer. Wenn diese die paar simplen Grundregeln beherzigen würden, ließen sich die meisten Konflikte von vorneherein vermeiden. Das sei nicht nur besser für Tiere und Wanderer, sondern auch für die Almbauern.

Kritik an Mountainbikern: „Die legen die Zäune um und rasen durch die Herden“

Die nämlich haben noch wege „Die legen einfach die Zäune um und rasen durch die Herden durch“n einer anderen Zielgruppe Ärger, wie Ursula Höllerl berichtet. Höllerl arbeitet bei der Gäste-Info Schliersee und ist Mitglied im AVO, kennt also beide Seiten gut. Zuletzt haben sie vermehrt Beschwerden über Downhill-Mountainbiker erreicht. „Die legen einfach die Zäune um und rasen durch die Herden durch“, sagt Höllerl. Die Tiere würden damit aufgescheucht und im schlimmsten Fall in gefährliches Gelände flüchten. Eine mehr als traurige Entwicklung, findet Höllerl. Schließlich gäbe es ohne Kühe keine Weiden. „Da würde alles verbuschen“, erklärt sie. Aufklärungsbedarf gibt es also offenbar noch mehr als genug.

Dem aufgebrachten Wanderer von der Ochsenalm hat Höllerl übrigens den Flyer des AVO zugeschickt. „Dann hab ich nichts mehr gehört.“

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