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Eine reife Leistung lieferte das Ensemble des Schlierseer Bauerntheaters mit (v.l.) Schorsch Kaltner, Hauptdarstellerin Carolin Schmid, Magdalena Simsch, Korbinian Scharmann, Kaspar Hirtreiter sowie Mirl Weiher-Forsthuber und Hans Schrädler (v.) bei der Premiere der „Geierwally“ ab.

Premiere an Ostern

Schlierseer Bauerntheater zeigt „Die Geierwally“

Im Schlierseer Bauerntheater gab’s an Ostern eine Premiere. Auf dem Spielplan steht in dieser Saison „Die Geierwally“. Wer meint, die Handlung bereits zur Genüge zu kennen, wurde eines Besseren belehrt.

Schliersee Das Stück „Die Geierwally“ ist berühmt, oft verfilmt und auch gespielt in den Theatern dieser Republik. Darum meint das Publikum vielleicht auch, die Handlung zu kennen. Doch von Heimatschmonzette oder Komödienstadelei keine Spur. Mit Klarheit und ohne viel Schnörkel wurde das Volksstück – in der Bearbeitung von Kolb und Seebacher – inszeniert.

Gach und unverstellt zeichnen sie das Bild der Bauerstochter Wally (Carolin Schmid) und ihrer Zeit. Eine, die sich auseinandersetzt, die Ansprüche stellt und weiß, was sie will. Das ist für ihren Vater, den Höchstbauern (Kaspar Hirtreiter), Herausforderung und Blamage. Er will sie mit Vinzens, dem Nachbarn (Hans Schrädler), verheiraten. Wenn sie nicht folgt, dann sorgt er mit Gewalt und Bösartigkeit dafür.

Doch die Wally hat ihr Herz an den Bärenjosef (Martin Hirtreiter) verloren, der sie einst vor dem Altgeier gerettet hat, als sie ihren „Hansi“ aus dem Geierhorst geholt hat. Sie widersetzt sich mit Vehemenz dem Ansinnen ihres Vaters, der sie zur Läuterung auf die Sennhütte am unwirtlichen Gletscher verbannt. Dort haust sie mit ihrem Geier, bis sie die Nachricht vom plötzlichen Tod des Vaters ereilt.

Zurück am Hof, führt sie als Höchstbäurin ein strenges, aber gerechtes Regiment. Auch der Weg zu ihrer großen Liebe scheint jetzt frei zu sein, doch die Eifersucht auf Afra (Maria Hirtreiter) kommt dazwischen. Aufgrund eines tragischen Missverständnisses weist Josef sie zurück und stellt sie vor allen Leuten bloß. Vinzens maßt sich an, ihn in ihrem Namen morden zu dürfen. Mit Dummheit und bösem Gerede tun das Gesinde Reserl (Magdalena Simsch) und Loisl (Korbinian Scharmann) sowie die Oberdirn (Mirl Weiher-Forsthuber) ihr Übriges. Nur der Altknecht (Schorsch Kaltner) steht immer wieder an Wallys Seite.

Die Zeitlosigkeit vom inneren Kampf um die eigene Würde und den guten Absichten, mit denen man auf den eigenen Vorteil schaut, bringt das Ensemble mit großer Klarheit auf die Bühne. Ob Stuben- oder Hütten-Ausstattung, ob Kostüme oder mystischer Gletschertanzmonolog – die vier Szenenbilder sind zeitlos schön gestaltet.

Carolin Schmid füllt ihre Hauptrolle mit faszinierender Kraft, nimmt den Zuschauer gefangen im Auf und Ab ihrer Lebensquerelen. Es ist eine unverstellte, kraftvolle Inszenierung der Geierwally, wie sie seit vielen Jahren auf oberbayerischen Bühnen nicht mehr gezeigt wurde. Hans Schrädler zeichnet dafür verantwortlich. Ihm dürfte die Arbeit sicherlich viel Kraft abverlangt haben, denn die Gefahr, sich an prominenten Inszenierungen zu orientieren, war da. Seine Regiearbeit trägt dazu bei, diesen archaischen Stoff in und für die Jetzt-Zeit zu verstehen.

Und: Die Kraft des Dialekts ist unvergleichlich eingesetzt. Zum einen können die Darsteller halt einfach Bairisch. Zum anderen versteht es der Dialekt auszudrücken, wofür das Hochdeutsche viele Worte braucht. Wenn der Knecht zur Oberdirn beispielsweise sagt „Du oide Kohlrabilätschn!“, ist alles ausgeredet. Unbedingt hingehen!

Weitere Aufführungen:

Samstag 22. April, Sonntag, 30. April, Pfingstsonntag 4. Juni, Dienstag, 18. Juli, Dienstag, 29. August, Dienstag, 19. September, Dienstag, 17. Oktober, Freitag, 5. Januar 2018. Karten gibt es bei München Ticket oder der Schlierseer Gästeinformation.

Sonja Still

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