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Beim Schlierseer Gartenzauber

Mit diesem Konzept hat‘s zum Heimsieg gereicht

Zurück zur Natur: Mit dieser Herangehensweise hat Markus Forberger die Gunst des Publikums beim Gartenzauber auf seine Seite gezogen - und damit die Goldene Gießkanne gewonnen. 

Schliersee – Der Mut wurde belohnt. Mit einem ungewöhnlichen Ansatz hat Markus Forberger beim Schlierseer Gartenzauber den Wettbewerb um die „Goldene Gießkanne“ gewonnen (wir berichteten). Der diplomierte Landschaftsarchitekt hatte einen besonders erdverbundenen Schaugarten konzipiert – in Schliersee werden sie sagen, das passt zu Schliersee – und sich damit speziell die Gunst des Publikums gesichert. Platz eins ging somit an die Landschaftsgestaltungsfirma von Dieter Rotter aus Schliersee. Quasi ein Heimsieg.

Experte lobt Gartenzauber: „Am Schliersee ist es ganz einmalig“

Vielleicht gab tatsächlich der Komposthaufen, den Forberger in seinen Garten integrierte, den Ausschlag. Bei anderen Ausstellungen, wo sich gerne überbordende Blütenpracht mit postmoderner Gartenarchitektur abwechselt, hätte dies wohl im wahrsten Sinne des Wortes für Naserümpfen gesorgt. Aber neben dem Wachsen, Gedeihen und Blühen, so Forberger, gehört eben auch das Vergehen und Verrotten zum Kreislauf der Natur. Also: Rein mit dem Kompost in den Schaugarten. Wohl in Verbindung mit dem Herzblut und der Eloquenz Forbergers hat der naturnahe Ansatz dem Gartenbaubetrieb Rotter den Erfolg beschert.

Denn: Der Planer hatte beim Gartenzauber Gelegenheit, den Besuchern seine Intention zu erläutern. Und das Publikum war letztlich das Zünglein an der Waage. Es stimmte für Rotter, während die vierköpfige Fachjury in ihrem Urteil die Firma Klee aus Weyarn vorne gesehen hatte. Diesem Dilemma entkamen die Veranstalter von der Gäste-Info, indem sie die „Goldene Gießkanne“ beim Gartenzauber selbst dem Lokalmatador überreichten. Die Firma Klee und auch der Dritte im Bunde – die Firma Lindner und Buttberg aus Bad Feilnbach – bekommen ebenfalls Kannen-Trophäen. Die werden aber erst noch nachproduziert. Weil: Geplant war das nicht.

Siegerkanne für den Firmen-Chef: Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer überreicht Dieter Rotter beim Gartenzauber die Trophäe. Links: der Planer des erfolgreichen Schaugartens, Markus Forberger. 

Forberger ging es darum, der oftmals bis zur Unkenntlichkeit domestizierten Natur im Garten etwas Ursprünglichkeit zurückzugeben. Dreh- und Angelpunkt war ein 40 Jahre alter, knorrig geschnittener Apfelbaum, um den sich die Zuwegung zum Ruhebereich schlängelte. Das Vorhandensein von Weg und Sitzgelegenheit war ebenso vorgegeben wie Einfriedung und Nutzbarkeit. Nah am Leben eben. Forberger trug dem Rechnung, indem er zum Beispiel einen Tisch als Arbeitsbereich integrierte. Das Credo: „Zurück zur Natur“. Ein natürliches Laubdach sollte dem Ruhebereich Schatten spenden, was bei drei Tagen „Bauzeit“ natürlich nur zu erahnen war. Forberger erläuterte also. Sichtbar hingegen waren die nur entrindeten, ansonsten aber naturbelassenen Robinienhölzer als Eingrenzung des Sitzbereichs. Dazu: Brunnen mit Pumpe und natürlich Platz für Pflanzen.

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Jurymitglied Birgit Bayer, die auch die Chelsea Flower Show bestens kennt, musste sich wohl auf die praktischer orientierte Herangehensweise der drei Wettbewerbsteilnehmer erst einstellen. Sie unterhielt sich ausführlich mit allen Teilnehmern und berichtete, dass bei Shows in England zum Beispiel dreimal so dicht gepflanzt wird. Sei’s drum: Erdverbunden gefällt es den Schlierseern sowieso besser. Deshalb: verdienter Heimsieg.

Nächste Auflage 2020

Gut 6500 Besucher registrierte Marion Riedl, Event-Managerin bei der Schlierseer Gäste-Information, beim zweiten Schlierseer Gartenzauber. Ein klarer Auftrag weiterzumachen. Und in zwei Jahren geht es weiter. Die dritte Auflage soll wieder am ersten Juni-Wochenende stattfinden. Nächstes Jahr soll es derweil wieder mit dem Schlierseer Straßenfest klappen. Das sollte sich – so der ursprüngliche Plan – mit dem Gartenzauber abwechseln. Voriges Jahr wurde es, wie mehrfach berichtet, nach Querelen im Ort jedoch abgesagt. Für 2019 will sich die Gäste-Info alsbald mit dem Bund der Selbstständigen, der das erste und bisher einzige Straßenfest organisiert hatte, zusammensetzen und gemeinsam die Umsetzung anschieben.

Daniel Krehl

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