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Waas will besseren Baumschutz

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Prächtiger Baum in Schliersee
Erhaltenswert: Bäume wie diese hinter dem Gasthof Terofal sollen besser geschützt werden © THOMAS PLETTENBERG

Als Förster liegen Gerhard Waas Bäume naturgemäß besonders am Herzen. Um besonders wichtige zu schützen, forderte der Grünen-Gemeinderat zuletzt ein Baumkataster für Schliersee. Inzwischen zeichnet sich eine weniger aufwendige Lösung für das Problem ab.

Schliersee – Ortsprägende Bäume müssen geschützt werden. Das ist für Gerhard Waas unzweifelhaft. Dass zuletzt im Bauausschuss ein Antrag vorlag, in dem ein mutmaßlich ortsprägender Baum nicht eingezeichnet war, nahm Gerhard Waas zum Anlass, ein Baumkataster für Schliersee zu fordern. Er sieht eine Regelungslücke, die bauwütige Grundeigentümer möglicherweise zu ihrem Vorteil nutzen könnten. Nicht dass der Bauherr im vorliegenden Fall daran denken würde, das fragliche Gehölz zu entfernen. Aber für die Zukunft gelte es sich schon zu wappnen, findet der Grünen-Gemeinderat.

Befürchtung: Gemeinde könnte vor Gericht unterliegen

Das Problem umreißt Gerhard Waas so: „Was ein ortsprägender Baum ist, legt im bebauten Bereich die Gemeinde fest.“ Und diese Beurteilung erfolge von Nicht-Fachleuten. Heißt für ihn auch: Ein Richter könnte bei einer Klage zu einer anderen Auffassung gelangen – und weg wäre ein erhaltenswerter Baum. Lediglich in Bebauungsplanverfahren, bei denen zwingend auch Fachbehörden beteiligt werden müssen, werden Bäume von einem Experten kategorisiert.

Die Lösung sah Waas zunächst in einem Baumkataster. Ein aufwendiges Werkzeug, denn die Verwaltung muss den Ort durchstreifen und eine Bestandsaufnahme machen. Nun weiß auch Waas, das die Schlierseer Verwaltung gut ausgelastet ist. Und nach einem Gespräch mit Josef Faas von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Miesbach sieht er nun in einem Kriterienkatalog für ortsprägende Bäume ein geeignetes Mittel, schützenswerte Gehölze zu erhalten, wie er auf Anfrage sagt: „Ich denke, das ist nicht ganz so viel Arbeit.“

Gemeinde soll sich um Erhalt der Bäume kümmern

Faas habe ihm bei der Aufstellung eines Kriterienkatalogs die Hilfe von Martina Lewald-Brudi, bei der Kreisbehörde zuständig für Baumschutz, wärmstens ans Herz gelegt. Mit entsprechender fachlicher Handreichung könnten Gemeinderat oder Bauausschuss entsprechend fundierte Entscheidungen treffen. Eine, die auch der richterlichen Prüfung standhält.

Beim Anschauen und Schützen will es Waas aber nicht belassen. „Für mich gehört dann auch dazu, ortsprägende Bäume zu erhalten, also Totäste rauszuschneiden oder auch mal den Baum-Chirurgen reinzuschicken“, sagt der 57-Jährige. Da sehe er die Gemeinde in der Pflicht, auch was das Finanzielle anbelangt. Um was es ihm hingegen nicht gehe, sei, jedes einzelne Exemplar, das unter die festgelegten Kriterien fällt, zu erhalten. Nur: „Wer etwas umschneiden will, soll einen Antrag stellen müssen.“

Gerade in Neuhaus wird oft gefällt

Derzeit droht keine akute Gefahr. Bis Oktober sind Fällarbeiten ohnehin tabu. Dass Waas’ Vorstoß aber keine Luftnummer ist, beweisen diverse Vorgänge in der Vergangenheit. Da haben vor allem Neu-Grundeigentümer auch mal ziemlich gewütet – gerade im von Bäumen geprägten Ortsteil Neuhaus. Meist mit dem Ziel, auf dem fragliche Grundstück eine möglichst dichte Bebauung zu bekommen.

Bürgermeister kündigt an: „Wir klären das ab."

Von derzeitigen Status einer doch recht willkürlichen Festlegung möchte Waas dahin gelangen, den Baumschutz „auf sichere Beine zu stellen“. Im Bauausschuss war sich Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) bezüglich Waas’ Einlassung zum Thema Baumkataster nicht nicht ganz sicher. „Aber wir klären das ab“, sagte er.

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