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Unter scharfem Beschuss: Gemeinderäte Dürr (PWG) und Höltschl (CSU).

Im Schlierseer Gemeinderat fliegen die Fetzen

Harte Attacken gegen Dürr - und ein geheimer Eklat

Die Absage des Schlierseer Straßenfestes hat nun lauten Nachhall im Gemeinderat gefunden. Michael Dürr (PWG) sah sich harten Attacken ausgesetzt - aber auch die CSU.

Schliersee - Das echte Gewitter gab‘s draußen schon vor der Sitzung, das sinnbildliche Donnerwetter folgte an deren Ende. Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) schilderte am Dienstagabend aus seiner Sicht nochmal die Umstände, die zur Absage des Schlierseer Straßenfests geführt hatten. Wie berichtet, hatte der Bund der Selbstständigen die Feier abgeblasen und dafür PWG-Gemeinderat Michael Dürr verantwortlich gemacht. 

Schnitzenbaumers sachlich gehaltene Ausführungen waren den CSU-Gemeinderäten Astrid Leitner und Jürgen Höltschl aber nicht genug. So glimpflich wollten sie Dürr nicht davonkommen lassen, hielten ihm vor, „Unwahrheiten zu verbreiten“ (Leitner) und „die Leute aufzuhetzen“ (Höltschl). Letzterer wollte zudem geprüft wissen, ob der Gemeinde durch die Absage ein Schaden entstanden ist und ob man diesen bei Dürr einfordern kann. Wenn dieser so weitermache, „ruckan mir gewaltig zam“, so Höltschl. Leitner fand Dürrs Verhalten „eines Gemeinderates absolut unwürdig“. 

Dürr selbst äußerte sich nicht näher zu den Vorhaltungen. Sehr wohl aber Gerhard Weitl (SPD), der in Richtung der CSU-Vertreter sagte, sie sollten „nicht die Saubermänner“ spielen. Was sich zuletzt in der nicht-öffentlichen Sitzung abgespielt habe, sei „diskriminierend“ und „unsäglich“ gewesen. Wegen der Nicht-Öffentlichkeit könne er keine Details nennen. Weitls Beitrag gipfelte in der Aussage, den Respekt von den Gemeinderatskollegen verloren zu haben. Einzig den Bürgermeister nahm er aus, auch dies ohne näher Einlassung. Die Retoure gab‘s von Robert Mödl (Die Schlierseer), der wiederum Weitl wissen ließ, dass der Respekt weg sei.

Zweifellos Worte, die im Eifer des Gefechts gefallen sind. Kein Geheimnis ist allerdings, dass in nicht-öffentlichen Sitzungen des Schlierseer Gemeinderats auch mal gewaltig die Fetzen fliegen - weitaus heftiger als in öffentlichen.

Daniel Krehl

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