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Mars-Mission, Teil 2 – so nennt Nici Kuttner seine Reise nach Seattle. Dort soll seine Leukämie mit einer speziellen Therapie geheilt werden. Seine Mutter Solveig begleitet ihn – wie schon vor zweieinhalb Jahren.

Schlierseer kämpft gegen Leukämie

Weitere Therapie: Schwer kranker Nici unterwegs in die USA

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Der 18-jährige Nicolas Kutter ist wieder auf dem Weg in die USA. Nici ist zum fünften Mal an Leukämie erkrankt. Die Immuntherapie hat heftige Nebenwirkungen - und ist seine letzte Chance.

Schliersee– Er wusste nicht, was ihn erwartet: Als Nicolas Kutter vor zweieinhalb Jahren zu seiner ersten Krebsbehandlung in die USA aufbrach, sprach er von „meiner Mars-Mission“. Gestern hat der 18-jährige Schüler aus Schliersee (Landkreis Miesbach) die nächste Reise ins Ungewisse angetreten. „Man könnte sie auch Mars-Mission, Teil zwei, nennen“, sagte Nici vor seinem Abflug vom Flughafen München.

In Seattle soll er nun erneut mit derselben Therapie behandelt werden, die ihn damals gerettet hat: „Ich will leben – unbedingt!“ Einmal mehr ruhen seine Hoffnungen auf CAR-T-Zellen. Das sind Zellen aus seinem eigenen Blut, die im Labor genetisch so umprogrammiert werden, dass sie Krebszellen erkennen und vernichten können.

2015 gehörte Nici zu den ersten Kindern, die mit dieser neuartigen Immuntherapie behandelt worden sind. Er litt damals unter schwersten Nebenwirkungen wie einer Gehirnschwellung. Aber letztlich schlug die revolutionäre Methode an. Nici galt als geheilt – bis vergangene Woche ein Rückfall diagnostiziert wurde.

Der 18-Jährige ist bereits zum fünften Mal an Leukämie erkrankt. Nur neun Tage nach der Diagnose startet nun ein neuer, dramatischer Rettungsversuch.

Und wieder wird Nici dabei in weitgehend unerforschte medizinische Sphären vordringen. Denn er ist einer der ersten Patienten, die zum zweiten Mal CAR-T-Zellen erhalten. Wie sein Körper reagieren wird, lässt sich schwer vorhersagen. Trotzdem bleibt Nici kämpferisch: „Ich habe keine Angst vor den Nebenwirkungen. Ich glaube fest daran, dass ich es schaffe!“

Nur die Mutter kann mitfliegen

Während seine drei Brüder Leonardo, Emilio, Antonio und Papa Roberto Kutter daheim in Schlierssee um Nici bangen, begleitet ihn seine Mama Solveig in die USA. „Ich bin sehr glücklich, aber auch unendlich traurig“, erzählt sie. „Ich bin Mutter von vier Kindern, die mir alles bedeuten. Nun muss ich wieder drei zurück lassen. Ich möchte doch nur, das wir nach so vielen Jahren Therapie eine Familie sind.“

Neben Angehörigen und Freunden drücken auch viele wildfremde Menschen die Daumen, denen Nici mit seinem Kämpferherz imponiert. Er gilt auch als Hoffnungsträger anderer Patienten. Denn nächstes Jahr soll die CAR-T-Zelltherapie in der Haunerschen Kinderklinik in München möglich werden – entscheidend forciert von Nicis Arzt Dr. Michael Albert. „Die vielversprechende Therapie wird für immer mehr Betroffene zu einer großen Hoffnung“, sagt Helga Bogensperger von der Kinderkrebshilfe Ebersberg. „Wir sollten die Chance nutzen, die Forschung auch in München am Haunerschen weiter voranzutreiben.“ Die Kinderkrebshilfe hofft deshalb auf Spenden (siehe Kasten).

Das ist auch Nici ein Herzenswunsch. Er appelliert: „Es gibt viele Patienten, die wie ich auf CAR-T-Zellen hoffen. Bitte helft auch ihnen!“

Das Spendenkonto:

Im Fall Nici wird derzeit noch geprüft, wie viel Geld für seine Behandlung benötigt wird. Die Kinderkrebshilfe Ebersberg hat aus einer früheren Spendenaktion Rücklagen für ihn gebildet. Sie möchte Nici erneut unterstützen und darüber hinaus auch seinen Leidensgenossen helfen, indem sie konkret die CAR-T-Zelltherapie in der Haunerschen Kinderklinik fördert. Das Spendenkonto bei der Kreissparkasse Ebersberg hat die IBAN DE7470 2501 5000 0002 8399. Verwendungszweck: CAR-T-Zellen.

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