Schlierseer Kindergarten wird nicht fertig - Herbergssuche dauert an
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Allmählich wird nach oben gebaut: Der eigentliche Bau des neuen Traktes am Heimatmuseum kann bald beginnen. Die Kanalarbeiten in der Lautererstraße (hinten) sind soweit abgeschlossen. Die Straße ist wieder befahrbar.

Baustelle am Heimatmuseum zieht sich

Kindergarten wird nicht fertig - Herbergssuche dauert an

Bis der Anbau ans Schlierseer Heimatmuseum steht, wird es noch dauern. Erst im März wird das Gebäude fertig sein, wie Architekt Johannes Wegmann im Gemeinderat bekannt gab.

Schliersee – Dies heißt vor allem: Die Gemeinde muss dringend eine Zwischenlösung für die neue Kindergartengruppe finden, die ab September besteht.

Es hatte sich abgezeichnet, dass der Anbau nicht rechtzeitig zum neuen Kindergartenjahr fertig wird. Nun steht auch fest, wie lange die neue Kindergartengruppe ein Übergangsdomizil braucht. Von einer Lösung ist die Gemeinde noch ein gutes Stück entfernt. Das alte Schulhaus, das zunächst im Gespräch war, ist als Alternative inzwischen ausgeschieden, wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) auf Nachfrage erklärt. Die Gemeinde favorisiert eine Lösung im bestehenden Kindergarten, der eigentlich schon jetzt an der Kapazitätsgrenze arbeitet. Doch die Kindergartenleitung sieht das offenbar kritisch. Bis dato ist keine einvernehmliche Lösung in Sicht.

Eine fast identische Situation besteht in Neuhaus. Nur ist es hier eine Krippengruppe, die sozusagen auf Herbergssuche ist. Später soll sie ins Soutterain des katholischen Kindergartens St. Josef ziehen. Der dortige Gruppenraum ist schon seit 2015 wegen eines Wasserschadens nicht nutzbar, die Kinder werden im Pfarrzentrum nebenan betreut und sollen dann in einem noch zu erstellenden Anbau wieder zurück in den Kindergarten ziehen. Unter anderem aus fördertechnischen Gründen muss für das Gebäude ein Gesamtkonzept vorgelegt werden, auch wenn Sanierung und Anbau im Abstand von vielleicht zwei Jahren durchgeführt werden.

Doch die kirchlichen Mühlen mahlen langsam. Als nächstes entscheidet ein Planungsausschuss der Erzdiözese über die Pläne. Mitte Juli. Der Schlierseer Diakon Alois Winderl, der die Planung mit Feuereifer vorantreibt, hat einen Start der neuen Krippe zum neuen Schuljahr bereits abgeschrieben. Wann die Krippe in den Gruppe einziehen kann, möchte er nicht prognostizieren. Vielleich November, vielleicht auch Januar.

Der Gemeinderat hat seinen Anteil dazu geleistet, dass es zügig vorangehen kann und einer Zwischenfinanzierung in nicht öffentlicher Sitzung zugestimmt. Als Kosten für die Krippe wurden bislang 390 000 Euro genannt, 280 000 kommen von der Versicherung für den Wasserschaden.

Auch in Neuhaus wird an Interimslösungen gestrickt. Kindergartenleiterin Sabine Schmitz zeigte sich im Gemeinderat entschlossen, einen geeigneten Raum zu finden. Die Eltern betroffener Kinder seien informiert, sagt Winderl.

Der erhöhte Bedarf nach Betreuungsplätzen – für Kinder im Krippen- und Kindergartenalter gleichermaßen – hatte Schliersee vergangenes Jahr vergleichsweise überraschend ereilt. So etwas soll sich nicht wiederholen. Die Gemeinderäte Beatrix Seidenfus und Wolgang Schauer haben deshalb eine vernünftige Planung des weiteren Bedarfs für die Jahre 2018 bis 2020 beantragt. Diese soll die Verwaltung im Juli vorlegen. Für das Ansinnen zeigte CSU-Fraktionssprecher Florian Zeindl Verständnis. Schließlich sei weiterer Zuzug absehbar – etwa wenn das neue Wohngebiet am Breitenbach mit über 60 Wohneinheiten entstehe. Auch durch die emsige Bautätigkeit in Neuhaus werde weiteren Bedarf entstehen.

Immerhin: Ist der Anbau am Heimatmuseum fertig, ist für eine weitere, noch gar nicht existierende Gruppe Platz.

Daniel Krehl

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