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Inaugenscheinnahme: die 18. Kammer des Verwaltungsgerichts München sieht sich „Die Dachse“ in Neuhaus an.

Gericht lehnt Klage ab

Schlierseer Krippe: Dachse dürfen nicht wachsen

Der Kampf der Neuhauser Kinderkrippe „Die Dachse“ um mehr Ganztagsplätze währt schon seit Jahren. Gestern befasste sich das Verwaltungsgericht München mit dem Thema.

Neuhaus – Die Eheleute Hüttinger haben’s offenbar nicht leicht in Neuhaus. In ihrer Kinderkrippe „Die Dachse“ betreuen sie Kinder, sobald dies möglich ist, während die gemeindliche Einrichtung kleine Gäste erst ab einem Alter von eineinhalb Jahren aufnimmt. Dies hat den Effekt, dass so manches Kind, just da es etwas pflegeleichter ist, die Neuhauser Einrichtung verlässt – und sei es nur, weil die Eltern in Schliersee wohnen. Schon seit Jahren wollen die Hüttingers ihren Dachs-Bau auf 18 Ganztagsplätze erweitern. Aktuell sind dort nur zehn Vollzeitplätze genehmigt – plus sechs Halbtagsplätze. Doch bislang lehnte das Landratsamt die Erweiterung ab – zuletzt im Juli 2016.

Ob diese Ablehnung rechtens ist, beschäftigte am Mittwoch das Verwaltungsgericht München. Die Kernfrage: Sind die Räumlichkeiten auch für 18 Ganztagsplätze geeignet? Dies wollte der Vorsitzende Richter Uwe Schöffel am Ende der mündlichen Verhandlung gestern noch nicht beurteilen. „Das ist alles relativ offen“, sagte er. Die Aufgabe seiner Kammer sei es, eine wertende Gesamtbetrachtung vorzunehmen. 

Inzwischen ist das Urteil gefallen: Die Klage wurde abgelehnt, die Entscheidung des Landratsamts gegen eine Erweiterung der Krippe rechtens. Eine ausführliche Urteilsverkündung wird allerdings noch einige Wochen auf sich warten lassen.

Die Vorgeschichte: Schon 2008 – das Thema flächendeckendes Krippenangebot war da noch vergleichsweise neu – hatten die Hüttingers beim Landratsamt Umbau und Erweiterung ihrer Einrichtung beantragt. Vor Gericht sprach Rudi Hüttinger von einer Investitionssumme von fast 100 000 Euro – und von einer stetigen Absprache mit dem Landratsamt, damit am Ende auch wirklich 18 Ganztagsplätze möglich sind. Dass es bislang nicht geklappt hat, hätte ihn und seine Frau Ilona, Leiterin der „Dachse“, „schon verbittert“.

Die Hoffnung der Krippenleitung ruhte zuletzt darauf, dass ein weiterer Betreuungsraum von rund 25 Quadratmetern, der im ursprünglichen Plan als Büroflache bezeichnet war, die Kreisbehörde zum Einlenken bewegt. Doch so einfach ist das nicht, erklärte Schöffel. Das eine sei eine gewerbliche Nutzung, das andere eine für soziale Zwecke. Das hatte aber wohl keinen Einfluss auf eine Urteilsfindung. „Es ist nicht Sinn des Erfinders, dass wird sagen: Das haben wir jetzt nicht, also treffen wir uns in einem halben Jahr noch einmal.“ Deshalb habe sich die Kammer vor der mündlichen Verhandlung die Einrichtung auch angesehen. Rudi Hüttinger zufolge ist eine Nutzungsänderung für besagten Raum bereits beantragt. „Man kann davon ausgehen, dass sie genehmigungsfähig ist. Mit der Gemeinde ist dies schon besprochen.“

Zur Sprache kam bei der Verhandlung auch das pädagogische Konzept der „Dachse“. Dort sind laut Ilona Hüttinger derzeit drei Erzieherinnen in Vollzeit sowie eine Sozialpädagogin in Teilzeit beschäftigt. Diese betreuen je nach Tagesprogramm Kleingruppen in wechselnder Zusammensetzung. Daher seien mehrere kleinere Räume auch sinnvoller als größere Einheiten.

Daniel Krehl

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