Die Kultur soll wieder leuchten: Soweit es möglich ist, wollen die Organisatoren des Kulturherbstes die Veranstaltungsserie im Oktober, garantieren. Dafür machen sie einige Zugeständnisse. So belässt man es zum Beispiel bei zwei Veranstaltungsstätten: dem Bauerntheater und der St.-Sixtus-Kirche.
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Die Kultur soll wieder leuchten: Soweit es möglich ist, wollen die Organisatoren des Kulturherbstes die Veranstaltungsserie im Oktober, garantieren. Dafür machen sie einige Zugeständnisse. So belässt man es zum Beispiel bei zwei Veranstaltungsstätten: dem Bauerntheater und der St.-Sixtus-Kirche.

KULTURHERBST - Veranstalter präsentieren neues Konzept

Gagen-Garantie für Künstler

Schliersee – Johannes Wegmann ist wild entschlossen. Nicht noch einmal soll ein Jahr ohne Schlierseer Kulturherbst verstreichen – im Interesses der Kunstfreunde, vor allem aber im Interesse der Künstler. Im Hauptausschuss gab der Vorsitzendes des Schliersee Touristik Vereins einen ersten Einblick, wie es funktionieren soll.

„Die freischaffenden Künstler sind als Gruppe am meisten unter den Tisch gefallen“, resümierte Wegmann die Corona-Lockdowns. Einen Kulturherbst soweit es geht zu garantieren, sei daher ein „wichtiges Zeichen“. Die Organisatoren haben versucht, ein Konzept zu erstellen, bei dem die Termine nicht schon bei der kleinsten Einschränkung abgesagt werden müssen, die Gagen für die Künstler aber garantiert sind.

Als ersten Punkt nannte Wegmann die Eintrittspreise. „Die Tickets werden deutlich teurer werden, so etwa um 30 Prozent.“ Die Organisatoren rechnen nicht damit, die Säle voll auslasten zu können. Um dennoch einen Grundstock an Einnahmen zu haben, erfordert das Drehen an der Preisschraube. Die Künstler ihrerseits werden auf einen gewissen Prozentsatz ihrer bisher üblichen Gage verzichten. Beides wird kaum reichen, um die Auftritte über den Ticketverkauf rentabel zu gestalten. Deshalb werde der Touristikverein über Gönner einen Fonds auflegen, um die Defizite auszugleichen. Viele Sponsoren, so Wegmann weiter, seien weiter an Bord, „auch wenn sie nicht die große Bühne bekommen.“ Über die Jahre hinweg haben die Kulturherbst-Macher ein gutes Netzwerk aufgebaut. Wegmann: „Ich freue mich, dass es weiter funktioniert.“ Das betrifft im Übrigen nicht nur die Geldgeber-, sondern auch die Künstlerseite. Dank Mitstreitern wie Gerhard Polt ist der Kulturherbst mit besten Kontakten ausgestattet und hat diese dank guter Arbeit über die Jahre intensiviert.

Von aktuell 16 geplanten Veranstaltungen sprach Wegmann im Hauptausschuss. Anders als sonst wird es für Auftritte nur zwei Veranstaltungsstätten geben. Die Wahl fiel logischerweise auf die größten: das Bauerntheater und die St. Sixtus Kirche. 100 bis 120, vielleicht auch 150 Gäste werde man empfangen können, kalkuliert Wegmann. Zudem soll es zwei Ausstellungen geben, in der Vitalwelt und Heimatmuseum. Wobei die Vernissage im kleinen Rahmen über die Bühne gehen soll, dafür werde es an drei Donnerstagen Galerie-Abende in Anwesenheit der Künstler geben. Eine besondere Aktion am Weinberg kündigte Wegmann obendrein an.

Bei diesen Einblicken beließ es Wegmann dann. „Es ist zu früh, ein Programm zu zeigen. Das machen wir immer erst Ende Juli, weil es sonst verpuffen würde.“ Sicher ist immerhin das schon traditionelle Gespräch von Gerhard Polt mit dem in Neuhaus lebenden Diplomaten Markus Ederer. Start des Kulturherbsts ist diesmal am 7. Oktober, am 29. Oktober fällt der letzte Vorhang.

Freilich gibt es wegen der Corona-Pandemie reichlich Unwägbarkeiten in verschiedene Richtungen. Auch Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) sagte: „Ich glaube nicht, dass wir einen ganz normalen Herbst und einen ganz normalen Winter haben werden.“ Doch so gut es geht wollen Wegmann & Co. einen Kulturherbst in Schliersee garantieren. „Ein wichtiges kulturpolitisches Signal.“

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