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Hier bewegt sich was: Der Natureisplatz am Freudenberg in Schliersee wurde im vergangenen Winter von Schlittschuhläufern regelrecht gestürmt. An 36 Tagen hatte Eismeister Stefan Hornfeck die Sportfläche geöffnet. Nach der Sanierung soll sie auch im Sommer genutzt werden können.

So soll die Sommernutzung aussehen

Schlierseer Natureisplatz wird zur Trendsportarena

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Basketball, Slackline, Streethockey: Das Natureisstadion am Freudenberg im Schliersee soll sich im Sommer in eine Trendsportarena verwandeln. So sieht die genaue Planung aus.

Schliersee – Sobald das letzte Eis getaut ist, verfällt das Stadion am Freudenberg in den Sommerschlaf. Das war nicht immer so, erinnert sich der Schlierseer Christoph Seidenfus. „Früher wurde da Handball und Tennis gespielt.“ Davon ist der Sportplatz heute weit entfernt. Zahlreiche Risse im Belag lassen keine Sommernutzung mehr zu. Doch das soll sich ändern.

Mit Unterstützung des EU-Förderprogramms Leader will die Sparte Eissport des TSV Schliersee den Platz nun aber wieder auf Vordermann bringen (wir berichteten). Die Vereinsmitglieder haben das Projekt bei ihren Versammlungen bereits befürwortet, und auch im Gemeinderat gab’s einstimmig grünes Licht. Ende März wird der Leader-Lenkungsausschuss über die Freigabe für den Förderbescheid entscheiden. „Ich freue mich sehr, dass dieses Projekt eine so breite Unterstützung in Schliersee genießt“, sagt Seidenfus.

2015 bot der Unternehmensberater den Sportlern seine Unterstützung bei der seit längerem angedachten Sanierung des Eisplatzes an. Nicht in Form von Geld, sondern mit Tipps. Zu zwei Workshops lud er die Vereinsvertreter ein. Gemeinsam versuchten sie, den für eine Leader-Förderung notwendigen Zusatznutzen für den Sportplatz zu entwickeln.

Drei Kriterien schrieben sie sich vor: Machbarkeit, Verträglichkeit und Exklusivität. Während Sportarten wie Squash aufgrund des großen Aufwands ausschieden, fielen andere wegen einer zu hohen Lärmbelastung durchs Raster. Übrig blieben Basketball, Streethockey, Slackline und ein Fitness-Parcours mit acht Stationen. Trendsportarten also, die auch die Jugend an den Freudenberg locken sollen. Jan Floercken, Leiter der BLSV-Hauses BergSee, auf dessen Initiative hin sich Schliersee bereits für eine Zertifizierung seines Jugendreiseangebots entschieden hat (wir berichteten), hat laut Seidenfus ein Buchungsinteresse signalisiert.

Der Aufwand, um den Platz für die neue Nutzung zu ertüchtigen, hält sich in Grenzen. Im Mai soll eine Spezialfirma drei bis vier Zentimeter tief vom bestehenden Boden abhobeln. Aufgefüllt wird die Fläche zuerst mit einer Lage Asphalt, dann mit einer glatten Deckschicht. Auf der werden die Linien für die Sportfelder markiert. So lässt sich das 60 mal 30 Meter große Areal in einen 28 mal 15 Meter großen Basketballplatz, ein 40 mal 20 Meter großes Streethockeyfeld oder auch in drei verschieden große Slackline-Flächen aufteilen. Die Pfosten für die Seile können bei Bedarf im Boden versenkt werden. Auch die Hockey-Tore und die Geräte für das Zirkeltraining sind mobil. Fürs Basketball schweben Seidenfus fest eingebaute Allwetter-Körbe mit geräuschdämmenden Platten vor.

Beschwerden von Nachbarn, wie es sie in der Vergangenheit hin und wieder gegeben hat, befürchtet Seidenfus künftig nicht mehr. Im Gemeinderat brachte Michael Dürr (PWG) dieses Thema jedoch nochmals zur Sprache. Er verwies dabei auf einen Schriftwechsel, den es zwischen der Gemeinde und einem Anwohner gegeben habe. „Das ist alles geklärt“, betonte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU). Im bis 2032 laufenden Pachtvertrag für den Eisplatz sei sowohl eine Winter-, wie auch eine Sommernutzung enthalten. „Natürlich werden sich die Baumaßnahmen und die künftige Nutzung streng an den Buchstaben des Pachtvertrages orientieren“, betont Stefan Führer, Vorsitzender des TSV Schliersee.

7500 Euro steuert der Verein zum gut 65 000 Euro teuren Vorhaben bei, die gleiche Summe gibt die Gemeinde als Zuschuss. Abzüglich der 50 Prozent-Förderung durch Leader bleiben also noch 20 000 Euro, für die der Eisclub selbst aufkommen muss. Hinzu kommen die Kosten für einen FSJler, der sich laut Seidenfus an fünf Nachmittagen pro Woche um die Ausgabe der Sportgeräte, den Getränkeverkauf und ein paar Hausmeistertätigkeiten kümmern soll.

Seidenfus ist guter Dinge, dass der Verein die Ausgaben über die Nutzungsgebühren für den Platz selbst erwirtschaften kann. „Unser Ziel ist die Kostendeckung und ein kleines Polster für Reparaturen“, sagt er. Die Öffnungszeiten der neuen „Natursportarena am Freudenberg“ werde man an einem runden Tisch mit allen Interessensgruppen besprechen. Seidenfus selbst will sich allerdings langfristig wieder aus der ersten Reihe zurückziehen. „Ich bin nur der Wegbereiter“, meint er schmunzelnd, „dann nehme ich mich wieder raus.“

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