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Was mit dem alten Schulhaus (l.) neben dem Heimatmuseum (r.) passieren soll, wollen die Räte in der kommenden Sitzung beschließen. 

Diskussion um Schlierseer Ortskern

Altes Schulhaus: Gemeinderat will endlich Farbe bekennen

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Die Schlierseer Ratsmitglieder fordern eine  öffentliche Entscheidung über die Zukunft des alten Schulhauses. Die Bürger favorisierten vor Jahren einen Abriss.

Schliersee – Der Bau eines Kindergartens als Anbau an das Schlierseer Heimatmuseum ist längst beschlossene Sache. Einst war das alte Schulhaus als Unterbringung im Gespräch, doch das Gebäude ist stark sanierungsbedürftig. Trotzdem ebben die Rufe nach einem Erhalt nicht ab, wenngleich andere das Haus am liebsten abreißen würden. Auch im Gemeinderat wurde das Thema wieder hitzig diskutiert. Endlich soll eine Entscheidung her, forderten einige Räte.

Immer wieder wurden in der Vergangenheit Zahlen in den Raum geworfen, wie viel eine Sanierung der über 100 Jahre alten Gemäuer kosten würde. Immer wieder wies das Rathaus solche Schätzungen als unseriös zurück. Die Gemeinde wollte dem entgegenwirken und beauftragte Architekt Johannes Wegmann, eine qualifizierte Schätzung für eine Sanierung abzugeben. Im Gemeinderat nannte er im vergangenen Jahr eine Summe von 3,8 Millionen Euro – ausgehend von einem zweigruppigen Kindergarten im Erdgeschoss, Vereinsräumen im Obergeschoss und Wohnungen im Dachgeschoss. Bei Letzteren sei er von einem einfachen Ausbaustandard ausgegangen.

Einem Erhalt erteilte der Architekt eine vorsichtige Absage: „Da ist nicht so viel Wertiges an Substanz da.“ Gleichwohl sei ihm klar, dass es sich bei dem Haus für viele Schlierseer um ein „emotionales Denkmal“ handle. Ob sich tatsächlich so viele Bürger dafür interessieren, das bezweifelten nun einige Gemeinderäte. Schließlich hatte es vor vier Jahren mal eine Bürgerbefragung gegeben, bei der aber lediglich knapp 300 mitgemacht hatten. Immerhin: 193 stimmten für einen Abriss. „Mehr als eine Umfrage können wir nicht machen“, sagte in der Sitzung am Dienstag Bernd Mayer-Hubner (Grüne).

Michael Dürr (PWG) hatte bereits in früheren Sitzungen zur Sprache gebracht, dass Schliersee mit einem sanierten Schulhaus eine Geschossfläche von insgesamt weit über 2000 Quadratmetern in Erd-, Ober und Dachgeschoss zur Verfügung hätte. Den hergestellten Wert des sanierten Gebäudes bezifferte er mit über sieben Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Anbau an das Heimatmuseum entstehen rund 950 Quadratmeter, Kosten: etwa 3,2 Millionen Euro. Pius Kieninger (CSU) brachte eine weitere Zahl ins Spiel: 50 000 Euro, die das Schulhaus die Gemeinde jährlich kostet, obwohl es nicht genutzt wird. „Wir müssen in die Gänge kommen und was machen.“

Der Frage des Platzangebots hatte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) stets entgegengehalten, dass es der Gemeinde – vor den Kindergartenplänen – binnen zwei Jahren noch nicht einmal gelungen war, für die gut 300 Quadratmeter Erdgeschoss-Fläche im Anbau des Heimatmuseums eine vernünftige Nutzung zu finden. Auch nach einer millionenschweren Investition ins Schulhaus wisse man wohl kaum etwas mit dem ganzen Platz anzufangen.

Bekanntlich spielt das Gelände, auf dem die alte Schule steht, eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der neuen Ortsmitte durch den Gemeinderat. Zum einen, weil das Gelände ziemlich genau den Ortskern markiert, und nicht zuletzt, weil die Investitionen für Kindergarten und Turnhalle in Neuhaus – noch mal weit über fünf Millionen Euro – bezahlt sein wollen. Das sanierungsbedürftige Schulgelände ist abzüglich der Turnhalle, die ja als Mehrzweckraum für den Kindergarten dient, rund 2300 Quadratmeter groß. Da ließe sich ein ordentlicher Erlös bei Verkauf des Grundstücks erzielen, wobei Schnitzenbaumer immer betont, dass sich der Gemeinderat in der Ortsmittefrage alle Zeit der Welt nehme.

Nicht über die Ortsmittefrage aber zumindest in Sachen Schulhaus will der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung entscheiden. Gemeinderat Rolf Dombrowsky (CSU) hatte nun einen entsprechenden Antrag gestellt, der mit 14:6 angenommen wurde. Robert Mödl (Die Schlierseer) befürwortete das: „Wir sind gewählt, um Verantwortung zu übernehmen.“ Gerhard Weitl (SPD) hingegen befürchtet, die Bürger nicht mitgenommen zu haben. „Was ist, wenn sich seit der Umfrage etwas geändert hat?“ Sollte das Schulhaus abgerissen werden, ist noch offen, was mit dem Gelände passiert. Florian Guggenbichler (Die Schlierseer) meinte: „Wenn wir am Schulhaus was machen, muss es dem ganzen Ort zugutekommen.“ Egal ob Abriss oder Sanierung.

nip/dak

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