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„Wir müssen uns intensive Gedanken über die Nutzung machen“: Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (l.) bittet beim Diskussionsabend um Ideen für die Schlierseer Ortsmitte. 

Diskussionsabend in der Gemeinde

Schlierseer Ortsmitte: „Die Planung ist extrem schwierig“

Ein neuerlicher Anlauf. Seit Jahren befasst sich Schliersee mehr oder minder intensiv mit der Zukunft der Ortsmitte. Jetzt gab’s einen Diskussionsabend. 

Schliersee – Eigentlich hütet Schliersee ja einen regelrechten Schatz. Über 38.000 Quadratmeter Fläche in der Ortsmitte verfügt die Gemeinde: Altes Schulhaus, Parkflächen am Bahnhof, Tennisplätze an der Vitalwelt. Was auf lange Sicht damit anzufangen ist, fragt sich die Kommunalpolitik spätestens seit dem Schul-Bürgerentscheid 2009. Zu eigenen Antworten ist man kaum gekommen. Der Anbau ans Heimatmuseum mit Kindergarten, Vereinsräumen und schönem Veranstaltungssaal wurde erst in Angriff genommen, als eben die Notwendigkeit von Betreuungsplätzen auftauchte. Zuvor hatte es an Ideen für eine Nutzung des Gebäudes gefehlt.

Solche Ideen erhofft sich die Gemeinde auch aus dem Kreis der Bürger. Anlass für den Diskussionsabend war bekanntlich eine Ausstellung von Studentenarbeiten. Deren Aufgabenstellung korrespondierte allerdings nur bedingt mit den Zielen Schliersees – so jedenfalls die Haltung am Donnerstagabend. Es ging um Nachverdichtung im dörflichen Umfeld. Die Rückmeldungen zu den Vorschlägen einer Bebauung des Geländes zwischen Bahnhof- und Perfallstraße – teils bis auf die in Schliersee heilige Seefestwiese – waren offenbar: viel zu dicht.

Flankierend dazu hatte die Gemeinde die seit Längerem vorliegenden Pläne der heimischen Architekten Heinz Blees, Gerhard Krogoll und Johannes Wegmann aufgehängt. Sie sind weiterhin im Foyer der Vitalwelt zu sehen. Alle drei hatten Vorschläge für die Ortsmitte vorgelegt und den Bereich alte Schule/Heimatmuseum als zentralen Ort ausgemacht. „Sichtbeziehungen zu allen Seiten“, konstatierte Krogoll. Die schier unerfüllbare Herausforderung bestehe darin, eine Ortsmitte neu zu schaffen, die wirken soll wie über hundert oder mehr Jahre entstanden. „Die Planung ist extrem schwierig“, räumte Krogoll ein.

Wegmann hatte in seinem Entwurf das Gelände des Schulhauses erst mal von einer Bebauung freigehalten. Grünfläche, Bankerl, Bäume. Weiteres könne man auch folgenden Generationen überlassen. Vielleicht komme Schliersee zufällig einmal an eine wertvolle Kunstsammlung und könne hier – Vorbild Olaf Gulbransson Museum Tegernsee – einen ganz besonderen Ort schaffen. Wiederum stand die Frage im Raum: Welche Nutzungen braucht die Schlierseer Ortsmitte?

Die Herausforderungen, denen sich alle Gemeinden in der Region ausgesetzt sehen, sind soweit klar. Flächen sind teuer und rar, der Siedlungsdruck wächst ebenso wie die Verkehrsbelastung. „Leben heißt nicht nur wohnen, sondern wohnen und arbeiten“, sagte Schnitzenbaumer, der auch auf einen zentralen Punkt hinwies, der Schliersee auszeichnet: „Unser eigentliches Ortszentrum ist der See. Jeder, der kommt, strömt da runter.“ Insofern sei es schwer, eine Belebung des Bereichs rund um den Bahnhof hinzubekommen. Bekanntlich kommt es hier immer wieder zu Leerständen von Gewerbeflächen; auch wenn dieses Problem andernorts als weitaus dramatischer gilt.

Klarer wurde für die Besucher des Abends immerhin die Problemstellung. Wie es nun weitergeht, nicht so ganz. „Wie wollen gerne wissen, wie es weitergehen soll“, sagte Schnitzenbaumer. Er hoffe auf Anregungen aus der Bevölkerung. Ob man sich dann zum Beispiel die Hilfe eines externen Moderators hole, müsse man diskutieren. Die Entscheidungen zu einem späteren Zeitpunkt lägen allerdings – so viel ist klar – bei den gewählten Mandatsträgern. Und für diese gilt, auch das wurde im Restaurant Charivari deutlich: Der erste Schuss muss sitzen. Die Flächen in der Ortsmitte – der Schatz, den Schliersee hütet – lassen sich nur ein Mal bebauen.

Daniel Krehl

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