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Die Schlierseer Fischerstecher von 1972: Zur Gründermannschaft gehörten (v.l.) Ludwig Maier, Hans Hechenberger (†), Jackl Köbinger, Nikolaus Gumberger, Hans Fink, Georg Seemüller, Sepp Waldschütz, Gerd Nösel, Walter Kirchberger und Peter Schmieder (†). Nicht abgebildet ist Rainer Rummer.

„Mei, man braucht halt Stehvermögen“

Schlierseer Seefest: Woher das Fischerstechen kommt

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Das Schlierseer Seefest ohne Fischerstechen? Undenkbar. Aber wie hat eigentlich alles angefangen? Nikolaus Gumberger (81) war damals in der Gründermannschaft. Ein Interview:

Schliersee – Begonnen hat alles 1972 mit den Olympischen Spielen. Dabei traten die Eishockey-Spieler des TSV gegen die Profimannschaften der Pegnitz-Ratzn aus Nürnberg und der Bamberger Schiffer- und Fischerzunft an.

Herr Gumberger, Sie waren vor 45 Jahren beim ersten Fischerstechen am Schliersee dabei. Wie kam es dazu?

Gumberger: Das Fischerstechen war damals allgemein recht beliebt. Wir, die Eishockey-Sparte des TSV, haben schon in den Jahren zuvor bei verschiedenen Veranstaltungen mitgemacht. Unser erstes Fischerstechen wurde von der Firma Triumph-Adler ausgerichtet. Zu den Olympischen Spielen 1972 wollten wir dann den internationalen Gästen etwas Besonderes bieten. Und diese Attraktion des Fischerstechens ist über die Jahre hinweg erhalten geblieben.

War Mitglied der Gründermannschaft im Fischerstechen: Nikolaus Gumberger (81).

Die Premiere war sicher spannend, oder?

Gumberger: Ja, es geht ja schließlich um die Ehre, wer der König auf dem Wasser ist. Und 1972 haben wir, die Hobby-Mannschaft, gewonnen. Aber es war allgemein ein großes Fest. Wir sind mit unseren Lanzen durch den Ort gezogen runter zur Bucht am Schlierseer Hof, wo das Fischerstechen damals stattfand. 1000 bis 2000 Leute haben zugeschaut.

Worauf kommt es beim Fischerstechen an?

Mei, man braucht Stehvermögen – ein gutes Gefühl in den Füßen für das Wasser und die Bewegungen des Bootes.

Als Bootsverleiher hatten Sie ja über Jahre ein regelmäßiges Training, oder?

Gumberger: Ja, damals habe ich mich auf Schiffen sicher bewegt. Heute ist das aber nichts mehr für mich.

Wie lange haben Sie aktiv am Fischerstechen teilgenommen?

Gumberger: Das weiß ich gar nicht mehr so genau. An die 15, 20 Jahre waren das aber schon.

Dabei haben sich auch Freundschaften zu den Gegnern entwickelt?

Gumberger: Ja, vor allem zu den Bambergern und Nürnbergern. Die haben uns eingeladen und wir sie. Über Jahre hinweg, bis heute. Auch zu Villach hatten wir Kontakt, aber die tragen ihr Fischerstechen anders aus – mit mehr Ruderern. Wir haben ja Zweier-Mannschaften: Einer rudert, einer kämpft.

Schauen Sie sich heute noch das Stechen an?

Gumberger: Ja, obwohl sich eines schon geändert hat: Wir sind damals mit unseren Lederhosen aufs Boot gegangen. Und mit den Stürzen ins Wasser haben wir die guten Hosen ruiniert.

Das ausführliche Seefest-Programm 2017 in Schliersee lesen Sie hier. Dazu einen aktuellen Wetterbericht und sonstige wichtige Infos.

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