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Geheime Maßarbeit: Christine Falken schneidert ein goldenes Kleid für Natalie Geisenberger.

Schneiderin verrät Details zum Pokalfinal-Kleid von Natalie Geisenberger

"Ein goldenes Dirndl wollte der DFB nicht"

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Schliersee - Schliersee und Miesbach stehen im DFB-Pokalfinale: Nicht als Fußball-Teams, sondern in Person von Natalie Geisenberger. Die trägt den Pokal ins Stadion – in einem goldenen Kleid aus Schliersee.

Biathletin Vanessa Hinz, Snowboarderin Cheyenne Loch und sogar die Gattin des Bayerischen Ministerpräsidentin, Karin Seehofer: Christine Falken aus Schliersee hat schon einigen prominenten Damen ein Dirndl auf den Leib geschneidert. Für Natalie Geisenberger kommt die 53-Jährige nun schon deutlich mehr ins Schwitzen. Denn für das Kleid, in dem die Doppel-Olympiasiegerin und amtierende Weltmeisterin im Rennrodeln als Pokalträgerin beim DFB-Pokalfinale am Samstag, 21. Mai, in Berlin auf den Rasen schreitet, musste Falken jede Menge Vorgaben beachten. Der goldene Stoff war nicht das einzige Problem, wie Falken im Gespräch mit unserer Zeitung verrät.

Frau Falken, Sie hätten es doch eigentlich viel leichter haben können: Warum zieht Frau Geisenberger nicht einfach ihr Schlierseer Dirndl an?

Weil das leider nicht geht. Wir haben es mehrfach versucht, aber der DFB hat abgelehnt. Selbst ein goldenes Dirndl wäre nicht möglich gewesen.

Warum denn das?

Ich denke, dass es dem DFB lieber ist, wenn die Pokalträgerin unparteiisch rüberkommt. Und da hätte ein Dirndl bei einem bayerischen Finalisten vielleicht wie eine versteckte Sympathiebekundung gewirkt. Aber da ist es den Vorgängerinnen von Natalie nicht anders ergangen. Auch Maria Riesch oder Magdalena Neuner sind damals nicht im Dirndl ins Stadion eingelaufen.

Haben Sie bei deren Kleidern ein bisschen gespickt?

Klar haben wir uns die Fotos aus den Vorjahren angeschaut. Manche der Damen haben Kleider von der Stange getragen, aber das wäre bei Natalie wegen ihrer Körpergröße gar nicht so einfach gewesen. Also haben wir uns für eine Maßanfertigung entschieden. Aber auch da war die Suche nach einem passenden Stoff schwer genug.

Weil Gold einfach furchtbar unmodisch ist?

Das würde ich nicht sagen. Eher ungewöhnlich. Und da muss man außerhalb der Faschingszeit erstmal einen hochwertigen Stoff auftreiben. Fündig geworden sind wir bei einem großen Theater- und Opernausstatter. Mehr darf ich aber nicht verraten.

Dafür aber sicher, wie das Kleid am Ende aussehen wird...

(lacht) Nein, auch da muss ich Sie leider enttäuschen. Der DFB hat uns zur Geheimhaltung verpflichtet. Nur Natalie, meine Mitarbeiterin Magdalena Bonleitner und ich sind eingeweiht. Ich sage nur so viel: Es wird ein wunderschönes, schlichtes Abendkleid.

Sie schneidern also in einem abgesperrten Kellerraum?

(lacht) Ganz so dramatisch ist es auch wieder nicht. Aber seitdem der Auftrag da ist, brennt es in meiner Werkstatt. Die Nachricht hat ja auch mich selbst wie der Blitz getroffen. Aber wir liegen gut im Zeitplan, denke ich.

Wie sieht der denn aus?

Der Originalstoff ist mittlerweile eingetroffen, so dass wir den Schnitt zeichnen können. Nach einer Rohanprobe machen wir uns ans echte Kleid. Dann bleibt nur noch zu hoffen, dass es am Schluss allen Ansprüchen genügt: den von Natalie Geisenberger, vom DFB und natürlich auch meinen eigenen.

Werden Sie sich im Stadion selbst davon überzeugen?

Nein, ich bin nicht in Berlin dabei. Aber ich sitze natürlich gespannt vor dem Fernseher und schaue mir an, wie das Kleid zum Pokal passt. Wobei bei Gold und Gold eigentlich nicht viel schiefgehen kann.

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