Einen wunderbaren Blick bietet der Gipfel der Rotwand. In diesem Gebiet leben bedrohte Arten wie das Birk- und Auerhuhn. Um sie zu schützen will das Landratsamt einige Flächen, darunter die Maroldschneid, die im Hintergrund zu sehen ist, zum Wildschutzgebiet erklären.
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Einen wunderbaren Blick bietet der Gipfel der Rotwand. In diesem Gebiet leben bedrohte Arten wie das Birk- und Auerhuhn. Um sie zu schützen will das Landratsamt einige Flächen, darunter die Maroldschneid, die im Hintergrund zu sehen ist, zum Wildschutzgebiet erklären.

Neue Verordnung

Schutz für die Wildtiere im Rotwandgebiet

  • Bettina Stuhlweißenburg
    vonBettina Stuhlweißenburg
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Die Rotwand zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region. Allerdings ist sie auch Lebensraum bedrohter Arten. Das Landratsamt will einige Flächen deshalb zum Wildschutzgebiet erklären – mit weitreichenden Folgen. Derzeit liegt der Verordnungsentwurf zum zweiten Mal aus.

Fischbachau/Schliersee/Bayrischzell – Nicht nur Tagesausflügler aus München mögen das Rotwandgebiet. Auch Einheimische wandern gern und nahezu ganzjährig auf den Wegen, die technisch nicht anspruchsvoll sind und zum Teil eine wunderbare Rundumsicht bieten.

Raufußhühner in Gefahr

Zum Leidwesen der unteren Naturschutz- sowie der unteren Jagdbehörde im Landratsamt. Denn in den Bereichen Lempersberg, Benzingspitz, Wildes Fräulein/Jägerkamp und Maroldschneid leben Birk- und Auerhühner, die vom Aussterben bedroht sind. Für diese sogenannten Raufußhühner sind die bayerischen Alpen der letzte verbliebene Rückzugsort in Bayern. Wer sie während der Winterruhe, in der Balz-, Brut- und Aufzuchtzeit stört, beschleunigt das Sterben ihrer Art. Unter anderem, weil dann keine Gruppenbalzen stattfinden, was zu einer genetischen Verarmung der Teilpopulationen führt, wie es im Verordnungsentwurf heißt. Außerdem bedeuten Störungen einen enormen Energieverbrauch für die Tiere. den sie gerade im Winter nur schwer decken können.

Hohes Bußgeld bei Verstößen

Das Landratsamt will ihren Lebensraum deshalb zum Wildschutzgebiet erklären. Die circa 320 Hektar große, nicht zusammenhängende Fläche liegt auf Fischbachauer, Schlierseer und Bayrischzeller Flur. Dem Entwurf zufolge bedeutet das ein Betretungsverbot von 1. Dezember bis 14. Juli jeden Jahres. Schilder an den betroffenen Wanderwegen sollen Ausflügler darauf hinweisen. Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit einem Bußgeld bis zu 5000 Euro rechnen.

Vom Betretungsverbot ausgenommen sind die ordnungsgemäße Jagd, die Forst- und Almwirtschaft. Außerdem sind drei Wanderwege zeitweise davon ausgenommen: Die „Via Alpina“ (Weg 642) auf der Maroldschneid dürfen Wanderer auch von 15. Juni bis 14. Juli nutzen. Zudem ist auf dem Weg 642 der Nordanstieg von der Jägerbauernalm zum Jägerkamp von 31. März bis 14. Juli freigegeben. Im gleichen Zeitraum darf auch im Bereich Wildes Fräulein /Jägerkamp ein Abschnitt des Weges vom Gipfel Jägerkamp Richtung Westen genutzt werden.

Betroffene können Einwand erheben

Bereits zum zweiten Mal liegt der Verordnungsentwurf nun öffentlich aus. Laut Landratsamtsprecherin Sophie Stadler ist die zweite Auslegung notwendig, weil sich nach der ersten Auslegung wesentliche Änderungen im Verordnungsentwurf ergeben haben. Bis 24. Mai können Betroffene Einwand erheben. Dann prüft das Landratsamt alle Einwendungen und arbeitet sie je nach Prüfergebnis in den Verordnungsentwurf ein. „Als Behörde müssen wir ergebnisoffen prüfen, das heißt, die Ausweisung des Wildschutzgebiets ist noch nicht beschlossen, sondern hängt maßgeblich von den Einwendungen der Betroffenen ab“, sagt Stadler. Wie lange das Verfahren dauere, sei unklar, da das Landratsamt stark in die Pandemiebekämpfung eingebunden sei.

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