Eine Luftaufnahme der Seniorenresidenz Schliersee
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Steht die Seniorenresidenz Schliersee vor dem Aus? Die ARGE hat ein Kündigungsschreiben verschickt.

Landratsamt begrüßt angestrebte Kündigung

Seniorenresidenz: Ende vor September möglich - Was passiert mit Bewohnern?

Wie könnte es für die Bewohner der Seniorenresidenz Schliersee nach dem Aus weitergehen? Diese Frage kommt ob des drohenden Endes des skandalträchtigen Heims auf.

Schliersee – Wie könnte es für die Bewohner der Seniorenresidenz Schliersee nach dem Ende weitergehen? Diese Frage kommt ob des drohenden Aus des skandalträchtigen Heims unweigerlich auf. Das Thema ist brisant, denn nach Auskunft des Bezirks Oberbayern müssten Angehörige oder – wenn es keine gibt – gerichtlich berufene Betreuer den Bewohnern neue Heime suchen.

Das Landratsamt hat die in der Seniorenresidenz besonders häufigen gesetzlichen Betreuer aber der Nachlässigkeit bezichtigt. Viele demente Bewohner wären bei einer Schließung auf Menschen angewiesen, die sie schon einmal im Stich gelassen haben.

Landratsamt: Grundlegendes Problem in Seniorenresidenz bleibt

Das Landratsamts äußerte seinen Vorwurf Ende März. Missstände in der Seniorenresidenz habe die Behörde auch deshalb nicht ausreichend beweisen können, hieß es, weil sie Bewohner nicht unangekündigt überprüfen dürfe. Aus Datenschutz müsse sie die Erlaubnis der Angehörigen oder Betreuer einholen. Bei Betreuern hake es: Sie antworteten oft gar nicht oder so spät, dass das Heim die Bewohner herrichten könne. Das erschwere den Kampf für gute Pflege.

Dieser Vorwurf wird nun wieder aktuell. Die Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassenverbände will den Versorgungsvertrag mit der Seniorenresidenz Ende August kündigen (wir berichteten). Deren Betreiber kann zu den als Begründung genannten Mängeln noch Stellung nehmen, gegen die Kündigung auch klagen. Wird sie aber rechtskräftig, müssten die Betreuer den Bewohnern neue Plätze suchen. Nachlässigkeiten würden die Senioren dann besonders hart treffen.

Das Landratsamt ist optimistisch, diese zu vermeiden. „An dem grundlegenden Problem wird sich voraussichtlich nichts geändert haben“, schreibt die Behörde auf Nachfrage. „Allerdings wäre die Vorbereitungszeit auch für die gesetzlichen Betreuer diesmal ausreichend.“ Die Behörde wolle sie und Angehörige außerdem bei der Suche nach neuen Plätzen unterstützen.

Eine Ungewissheit bleibt aber. Das Ende der Seniorenresidenz könnte vor September kommen, die Vorbereitungszeit kürzer ausfallen als geplant. Das zeigt die Antwort des Bezirks Oberbayern auf unsere Frage, wie häufig Kündigungen des Versorgungsvertrages in Bayern sind: „Dazu können wir keine Aussage treffen“, schreibt der Bezirk. „In der Regel greifen Träger nach unseren Erfahrungen einer Kündigung durch eine einvernehmliche Auflösung des Vertrages vor.“ Heißt: Auch in der Seniorenresidenz könnte der Träger vor September die Reißleine ziehen. Das erhöht den Druck bei der Platzsuche.

Das Landratsamt begrüßt derweil den Entschluss der Arge. Es betont: Von einer Zusammenarbeit mit der Seniorenresidenz „kann man in der jetzigen Situation nicht sprechen“. Dienstag kontrollierte die Behörde das Heim erneut unangekündigt.

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