Seniorenresidenz in Schliersee
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Weiter im Fokus von Ermittlern und Behörden: die Seniorenresidenz in Schliersee.

Austausch über Zustände in Schlierseer Heim aus

Seniorenresidenz Schliersee: Behörden und Ministerium treffen sich am runden Tisch

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Die Seniorenresidenz Schliersee beschäftigt die Behörden. Jetzt hat ein runder Tisch mit Vertretern des Gesundheitsministeriums am Landratsamt stattgefunden.

  • Die Seniorenresidenz Schliersee kommt nicht aus den Schlagzeilen.
  • Auch die Behörden beschäftigen sich intensiv mit den Zuständen im Heim.
  • Jetzt hat ein runder Tisch mit Vertretern des Gesundheitsministeriums stattgefunden.

Schliersee – Angehörige und ehemalige Mitarbeiter beklagen schlimme Zustände, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Seniorenresidenz Schliersee kommt nicht aus den Schlagzeilen heraus. Auch bei den zuständigen Behörden gehen die Berichte nicht spurlos vorbei. „Natürlich verfolgen wir die schauerlichen Geschichten, die wir in den Medien hören, sehr sehr genau“, versichert Sophie Stadler, Pressesprecherin des Landratsamtes Miesbach.

Das Landratsamt begnügt sich dabei nicht mit der Zuschauerrolle. Seit den Vorfällen rund um den Corona-Ausbruch in der Seniorenresidenz stehe die Kreisbehörde in einem engen Kontakt mit der Regierung von Oberbayern und dem Gesundheitsministerium. „Der fachliche Austausch mit den Oberbehörden ist sehr wichtig für uns, weil diese ihre Erfahrungen mit vergleichbaren Einrichtungen in ganz Oberbayern beziehungsweise Bayern einbringen“, erklärt Stadler. Am gestrigen Montag haben sich Vertreter der einzelnen Stellen sogar zu einem runden Tisch am Landratsamt Miesbach getroffen.

Seniorenresidenz Schliersee: Behörden im engen Austausch

Konkrete Ergebnisse seien dabei nicht zu erwarten gewesen, berichtet Stadler. Es habe sich um ein Gespräch auf Arbeitsebene gehandelt, „ohne akute weitere Veranlassung“. In einem laufenden Verwaltungsverfahren seien solche Treffen nicht unüblich, ergänzt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Es gehe um den persönlichen und fachlichen Austausch zu den Entwicklungen der Einrichtungen. Teilnehmer seien neben dem Landrat auch Vertreter von Gesundheitsministerium, Pflegekassenverbänden und vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) Bayern.

Landratsamt beobachtet Verbesserungen in Seniorenresidenz Schliersee

Wie berichtet, hat die Seniorenresidenz laut Landratsamt bereits einige Verbesserungen erzielt. Alle Anordnungen, die die Bewohner direkt betreffen, würden erfüllt. Auch beim Personal gebe es Fortschritte. Stand jetzt würden keine Freiberufler mehr in der Einrichtung arbeiten, berichtet Stadler. „Durch mehr Stammpersonal gibt es mehr Kontinuität und das kommt letztlich wieder den Bewohnern zugute.“

Eine Abverlegung von Bewohnern oder gar eine Betriebsuntersagung seien derzeit nicht geplant und rechtlich auch nicht möglich. „Wir sind aber durch die Situation nach dem Corona-Ausbruch vorgewarnt und schauen besonders genau hin“, sagt Stadler. Engmaschige Kontrollen würden weiterhin stattfinden. „Wir bleiben sehr wachsam und sind bereit, jederzeit einzuschreiten, wenn das Wohl der Bewohner gefährdet ist.“

Ermittlungen gegen ehemalige Heimleitung laufen weiter

Neuigkeiten zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die ehemalige Heimleitung hat das Landratsamt nicht. Bislang seien keine Mitarbeiter von der Polizei befragt worden. Fakt sei aber, dass das Landratsamt selbst Anzeige erstattet und umgehend alle Unterlagen an die Ermittler übergeben hatte, betont Stadler.

Leider sei die rechtliche Handhabe der Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen, Qualitätsentwicklung und Aufsicht aber in vielen Fällen gering. Der Auftrag der etwas missverständlich als „Heimaufsicht“ bezeichneten Stelle sei die Beratung von Einrichtungen, nicht deren Schließung.
sg

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