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Woanders klappt’s schon: Vielerorts haben sich Sicherheitswachten etabliert, im Bild eine Einsatzbesprechung mit Polizeihauptkommissar Karsten Klement (l.) und zwei Sicherheitswachtlern in Weilheim. Schliersee will nun als erste Kommune im Landkreis eine Sicherheitswacht einrichten.

Gemeinderat ändert Haltung

Sicherheitswacht: Schliersee probiert’s

Bisher galt: Nein zu Sicherheitswachten im Landkreis. Das hat sich geändert: Schliersee will es nun doch probieren.

Schliersee – Die Skepsis gegenüber Sicherheitswachten ist im Landkreis allgegenwärtig. In Schliersee war das bislang kaum anders. Jetzt schon: In der Sitzung am Donnerstag segnete der Gemeinderat mit 8:4 Stimmen den Versuch ab, eines solche Sicherheitswacht einzurichten. Anders als vor zwei Jahren ist der Versuch nicht an die Zustimmung der Gemeinde Hausham und der Stadt Miesbach geknüpft.

Seitens der Polizei waren Inspektionsleiterin Katharina Schreiber und ihr Vertreter Christian Redl vor Ort. Die Vorstellung des Konzepts übernahm derweil Andy Püka, der in Rosenheim die Sicherheitswacht betreut. Zusammen versuchten sie zunächst die Befürchtung auszuräumen, eine Sicherheitswacht würde sich negativ auf die Personalausstattung der örtlichen Inspektion auswirken. Bekanntlich wird landauf, landab über unterbesetzte Dienststellen geklagt. Auch Gemeinderat Michael Dürr (PWG) hakte diesbezüglich nach, wollte Soll- und Ist-Stärke wissen. Das sei nicht das Thema, ließ Schreiber wissen. Denn: „Die Sicherheitswacht übernimmt keine Polizeiaufgaben.“ Bekannt ist derweil. Von den 44 Sollstellen ist die Inspektion Miesbach ein gutes Stück entfernt. Zuletzt kam zudem Kritik – just aus Neuhaus – die Polizei sei zeitweise kaum erreichbar und komme spät am Einsatzort an. Das Präsidium widersprach (wir berichteten hier).

Püka stellte derweil die positiven Effekte einer Sicherheitswacht heraus. „Ansprechpartner vor Ort“ sollen diese darstellen, hier als Streitschlichter fungieren, da mit kleineren Auskünften helfen. Wichtig ist auch die Präsenz von Menschen in Uniform. Das schrecke potenzielle Tunichtgute ab. So habe sich die Zahl der Fahrraddiebstähle während des Herbstfestes in Rosenheim deutlich senken lassen. Auch Bettlerbanden halten sich von Uniformen fern.

Als Einsatzorte in Schliersee könnte zum Beispiel das Seefest in Frage kommen – wenn auch eher außerhalb des Festgeländes. Auch der Kurpark, in dem viele kleinere Verstöße (freilaufende Hunde, Lagerfeuer) vorkommen, wurde genannt. Dort schickt die Gemeinde bekanntlich eine Security hin, und das soll auch so bleiben, wie Schreiber bekräftigte. Darauf bestand auch Gerhard Waas (Grüne), der die Sicherheitswacht kritisch sah. Eine Ausbildung mit 40 Unterrichtseinheiten sei nicht genug angesichts der Anforderungen im Einsatz:. „Die Leute haben einfach null Respekt.“ Ablehnend äußerte sich auch Florian Guggenbichler (Die Schlierseer). Die staatliche Aufgabe, für Sicherheit zu sorgen, werde auf private Schulten gelegt.

Die Mehrheit des ausgedünnten Gremiums (13 Anwesende bei 21 Mandatsträgern) sah es anders und stimmte dem Versuch zu, es zu probieren. „Das kann immer nur von Vorteil sein“, sagte Püka.

Vor zwei Jahren lehnte der Gemeinderat noch ab. Den Bericht lesen sie hier.

Die Polizei Miesbach bereitet nun einen öffentlichen Aufruf vor, sich zu bewerben. Idealerweise, so Redl, könnte die Ausbildung Anfang November beginnen und die Sicherheitswacht im Dezember an den Start gehen. Wer jetzt schon Interesse hat, kann sich an die PI Miesbach unter Rufnummer 0 80 25 / 29 90 oder per E-Mail an pp-obs.miesbach.pi@polizei.bayern.de wenden.

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