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Beliebter Skihang, aber für Anfänger oft zu schwer: die Osthangabfahrt.

Schlepper hat TÜV nicht bestanden

Skigebiet Spitzingsee: Drei-Tannen-Lift steht still - Skischulen sauer

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Die Unwetterlage hat sich gelegt, die Skisaison am Spitzingsee läuft wieder an. Ein Lift steht aber trotzdem still: der Schlepper am Drei-Tannen-Hang. Zum Leidwesen der Skischulen.

Spitzingsee – Sprichwörtlich am seidenen Faden hängt die Zukunft des Drei-Tannen-Lifts im Skigebiet Spitzingsee. Für diese Saison ist er bereits gerissen. Weil der TÜV Mängel am Stahlseil für die Bügel festgestellt hat, steht der vor allem bei Anfängern und Skischulen beliebte Lift still – den ganzen Winter lang. Eine schwierige Situation, weiß Andreas Leitner, Chef der gleichnamigen Betreibergesellschaft, der neben dem Drei-Tannen- auch der Nord- und Osthanglift gehören. „Es ist immer ungut, wenn ein Lift ausfällt.“ Letztlich sei dies aber unvermeidlich gewesen.

Gebremstes Skivergnügen: Der vor allem bei Anfängern beliebte Drei-Tannen-Lift am Spitzingsee fährt in dieser Saison nicht.

Hauptproblem sei das Alter des gut ein Kilometer langen Schleppers, erklärt Leitner. 33 Jahre sei dieser schon im Dienst. Alle zwei Jahre wird das Seil einer so genannten magnetinduktiven Überprüfung unterzogen. Und daran habe es diesmal gehakt. Der TÜV habe angewiesen, so Leitner, dass auf einer Länge von 100 Metern eine neue Litze (so heißen die einzelnen Bestandteile des Drahtseils) eingespleißt wird.

Doch dazu braucht es erst mal ein entsprechendes Ersatzteil. Die Alpenbahnen Spitzingsee hätten zwar ein solches Einspleißstück auf Lager gehabt, doch es war zu dünn – um einen einzigen Millimeter. Also musste sich Leitner auf dem freien Markt umschauen. Kein leichtes Unterfangen. Mit „Hängen und Würgen“ hätte man das Seilstück auftreiben können, berichtet Leitner. Allerdings zu einem Preis, der die Wirtschaftlichkeit des Drei-Tannen-Lifts insgesamt infrage gestellt hätte.

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Die Rentabilität sei auch in den vergangenen Jahren schon auf der Kippe gestanden. So würde der im Skigebiet eher etwas abgelegene Schlepper vorwiegend von Anfängern oder Skischulen genutzt, während die meisten Brettlsportler die blaue Abfahrt nur als Zubringer von Firstalm Richtung Kurvenlift verwenden würden. Peter Lorenz, Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee, die gemeinsam mit Leitners Gesellschaft dem Skipassverbund Alpen Plus angehören, bestätigt dies. „Für die Masse ist der Drei-Tannen-Lift sicher nicht so bedeutend“, sagt er.

Der Skischule Aktiv aus Gmund, die in dieser Saison neben dem Oedberg erstmals auch am Spitzingsee Kurse anbietet, fehlt der Schlepper aber schon, sagt Schulleiter Alfred Huber. „Das ist eine äußerst problematische Situation.“ Ausgerechnet zu dieser Saison habe man sich den Spitzing als zweites Standbein ausgesucht. „Wenn wir vorher gewusst hätten, dass der Drei-Tannen-Lift nicht läuft, hätten wir das nicht gemacht.“

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Ob es jemals wieder Kurse an diesem idealen Anfängerhang geben wird, ist derweil offen. Leitner will die Zwangspause in dieser Saison nutzen, um insgesamt über die Zukunft der Anlage nachzudenken. „Die Frage ist, welche Investitionen sich noch lohnen“, sagt er.

Das fragt sich auch Skischulleiter Huber. Wie es für seinen neuen Standort am Spitzingsee weitergeht, kann er derzeit nicht sagen. Sollte sich nichts ändern, werde man über einen „Radikalschnitt“ nachdenken und sich wieder vom Spitzing zurückziehen. Ähnliche Tendenzen hat Huber von anderen Skischulen vernommen. „Uns wird leider das Wasser abgegraben“, klagt er.

Huber hofft nun auf die Hilfe der Alpenbahnen Spitzingsee. Denn auch für die sei jeder verschwindende Lift ein großes Problem, ist er überzeugt. „Jeder Gast, der hier Skifahren gelernt hat, kommt früher oder später wieder in das Gebiet zurück.“ Oder eben nicht.

sg

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