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Slyrs-Chef über die Versteigerung des teuersten Whiskys Deutschlands

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Von: Felicitas Bogner

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Der teuerste deutsche Whisky ist eine Sonderedition von Slyrs. Die Verpackung von ist dem italienischen Architekten Michele De Lucchi.
Der teuerste deutsche Whisky ist eine Sonderedition von Slyrs. Die Verpackung ist von dem italienischen Architekten Michele De Lucchi. © Slyrs

Für 24 000 Euro kam jüngst der „teuerste deutsche Whisky der Welt“ bei einer Benefizgala der Gesellschaft der Freunde der Stiftung Haus der Kunst unter den Hammer.

Schliersee/München – Die Slyrs Art Edition 2021 ist ein zwölf Jahre alter Single Malt aus der Schlierseer Whisky-Destillerie. Der edle Tropfen ist ohnehin schon nicht günstig. Etwas über 200 Euro für 700 Milliliter haben diejenigen bezahlt, die eine der knapp tausend Flaschen ergattern konnten. Eine dieser Flaschen hat es besonders in sich: Ihre Verpackung stellt einen Turm dar und wurde vom italienischen Star-Architekten Michele De Lucchi entworfen. Der Versteigerungserlös im Gegenwert eines Kleinwagens kommt dem Haus der Kunst zugute. Im Interview erklärt Slyrs-Geschäftsführer Hans Kemenater (39), was sich hinter dem „Torre del Whisky“ verbirgt.

Italienischer Star-Architekt entwirft einmalige Verpackung in Turmform

Herr Kemenater, vor Kurzem ist einer Ihrer Whiskys für eine beträchtliche Summe unter den Hammer gekommen. Haben Sie damit gerechnet?

Überhaupt nicht. Wir machen bereits zum zweiten mal bei der Aktion des Hauses der Kunst mit. 2019 wurde da schon eine Sonderedition für rund 2500 Euro versteigert. Diesmal habe ich maximal mit einer mittleren vierstelligen Summe gerechnet. Wir sind alle total baff.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Star-Architekten?

Unser Mitgesellschafter Christoph Böninger ist sehr kunstinteressiert und kennt Michele De Lucchi. Er hat ihn gefragt, und dieser war sofort begeistert, da er selbst Whisky-Liebhaber ist. Wir haben uns öfter abgestimmt. Es war eine schöne Zusammenarbeit.

Wer hat denn den Whisky gekauft?

Das darf ich leider nicht verraten. Der Käufer ist relativ bekannt und möchte damit nicht in der Öffentlichkeit stehen.

Verstehe. Aber mal ehrlich, trinkt man ein so teures Getränk dann überhaupt?

Das sieht jeder anders. Ich persönlich würde jeden Whisky, den ich besitze, auch trinken. Es ist eine Art Kunst, die ja zum Genießen gemacht ist. Das ist ähnlich, wie wenn man gut Essen geht. Bei mir zu Hause ist jede Flasche daher auch geöffnet – egal, wie viel sie kostet.

Zu welchem Anlass trinkt man dann etwas derart Teures?

Auch hier scheiden sich die Geister. Ich mache das einfach nach Lust und Laune.

Slyrs-Chef Hans Kemenater
Slyrs-Chef Hans Kemenater © TP/A

An Geburtstagen oder Jubiläen etwa?

Das auch, aber nicht nur. Wenn der Drink zum Essen passt oder Freunde da sind und alle gerne einen guten Schluck hätten, dann ist das genauso schön. Es muss nicht immer eine große Feier oder ein bedeutender Anlass sein. Aber ich bin eben auch ein Genießer.

Was macht diese Edition denn so teuer?

Der Whisky an sich kostet um die 200 Euro. Von dem wurden auch nur 993 Flaschen produziert. Es ist ein zwölf Jahre alter Bavaria Single Malt, der in einem Crocodile Toasted Fass gereift ist.

Was ist das für ein Fass?

So ein Fass wurde innen extrem heiß ausgebrannt. Das Feuer erzeugt dabei direkt am Eichenholz eine Kohleschicht, die dem Whisky einen ganz besonderen Geschmack verleiht. Die Kohleschicht erinnert auf den Fassdauben an eine Krokodilshaut. Daher kommt auch der Name. Wenn ein Whisky darin nachreift, ergibt das ein besonderes Aroma.

Und was macht die restlichen 23 800 Euro aus?

Den Wert haben ja die Bietenden festgesetzt. Die Verpackung hat wohl überzeugt. Oder es war das Zusammenspiel von „Turm“ und Inhalt. Für Liebhaber ist Whisky einfach eine sehr emotionale Sache. Das ist schwer, in Worte zu fassen. Der Preis setzt sich aus Reifegrad, Häufigkeit, Ansehen der Destillerie und Design zusammen.

Das Gespräch führte Felicitas Bogner.

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