Freies Feld  an der Ecke Seestraße/Hohenwaldeckstraße in Schliersee
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Freies Feld am Ostufer: Nach einem Bauantrag für ein Einfamilienhaus an der Ecke Seestraße/Hohenwaldeckstraße spielt der Gemeinderat mit dem Gedanken, ein Wohngebiet auszuweisen. Kritische Stimmen sehen dadurch das freie Feld zwischen Hohenwaldeckstraße und Gruppenschule (hinten) in Gefahr.

Etwaige Bebauung an der Hohenwaldeckstraße

Sorge um das freie Feld am Schlierseer Ostufer

Sind die Unkenrufe berechtigt? So manch Schlierseer Gemeinderat fürchtet jedenfalls, das ein kleine Wohngebiet an der Hohenwaldeckstraße erheblichen Konsequenzen hätte.

Schliersee – Einst wollte die Gemeinde Schliersee den unbebauten Teil des Ostufers, nördlich der sogenannten Gruppenschule zu Gunsten der Sixtus-Ansiedlung ein wenig verkleinern. Worin Kritiker schon den ersten Schritt zu einem Lückenschluss, sprich zur vollständigen Bebauung des freien Feldes argwöhnten. Nun bestehen Bestrebungen, das bebaute Gebiet von der anderen Seite her, am Schlierseer Ortsende, zu erweitern. Die Gemeinde prüft zunächst einmal unverbindlich, ob an der Hohenwaldeckstraße eine weitere Baureihe möglich ist.

Freie Fläche reicht bis zur Wohanlage an der Seestraße. Hier wollte einst die Firma Sixtus bauen.

Den Anstoß gab eine Voranfrage für ein Einfamilienhaus an der Ecke zur Bundesstraße. Der Bauausschuss sah ein Ja zu einem einzelnen Gebäude kritisch, ebenso der Gemeinderat, der jetzt über die Aufstellung eines Bebauungsplans beriet. Wenn, dann wäre der gesamte Streifen entlang der Hohenwaldeckstraße zu überplanen, so die Haltung etwa von CSU-Fraktionssprecher Florian Zeindl oder auch Horst Teckhaus (PWG). „Eigentlich wäre das sinnvoll, weil die Straße ja schon da ist“, sagte Letzterer. Kritischer sah das Babette Wehrmann. „Wir müssen über die gesamte Fläche bis zur Gruppenschule reden.“ Die Grünen-Gemeinderätin befürchtete, dass das Gelände irgendwann als Baulücke angesehen werde. Diese Befürchtung hatte Wehrmann schon geäußert, als sie für das Bürgerbegehren gegen die Sixtus-Ansiedlung kämpfte. Auch Karl Hiermeyer (PWG) sprach davon, dass die Fläche „anfällig für Spekulationen zur Bebauung“ sein könnte. Anders sah dies Philipp Krogoll (Die Schlierseer). „Die Fläche bis zur Gruppenschule ist riesig, und Baurecht viel schwieriger zu bekommen. Ich habe keine Angst, dass das zuwächst.“ Auch Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) argumentierte: „Der Gemeinderat ist da immer Herr des Verfahrens. Es ist nicht so, dass automatisch Baurecht entsteht.“

Braucht es eine Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet?

Stand der Dinge für den Streifen an der Hohenwaldeckstraße ist: Im Flächennutzungsplan ist er als Wohngebiet ausgewiesen, faktisch wird er als landwirtschaftliche Fläche genutzt und ist als Außenbereich zu werten. Etwas unklar ist, ob eine etwaige Bebauung eine Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet nötig ist. Gerhard Waas (Grüne) meinte Ja.

Wenn Schliersee Bauland ausweist, will es auch etwas davon haben

Schnitzenbaumer wiederum verwies auf die Regelung bei sehr alten Schutzgebietsverordnungen, wonach eine gemeindliche Bauleitplanung, die ja besteht, den Schutzstatus automatisch aufhebt. Ein Flächennutzungsplan ist jedoch dahingehend unverbindlich, als dass er noch kein Baurecht nach sich zieht. Bevor die Gemeinde ein solches ermöglicht, gilt es die Bereitschaft der Grundeigentümer hinsichtlich einer Wertabschöpfung abzuklären. Denn die Kommunalpolitik hat bekanntlich vor vielen Jahren den Grundsatzbeschluss gefällt, Grünland nur zu Bauland umzuwandeln, wenn auch für die Gemeinde etwas abfällt. Fünf Grundstücke sind es gemäß Bayerischer Vermessungsverwaltung bis zur nächsten Straßenecke, grob geschätzt gut 3000 Quadratmeter könnten für ein kleines Wohngebiet in Frage kommen.

Jetzt wird erstmal mit Grundeigentümern und Landratsamt geredet

Ein Beschluss fiel bei dieser Gemeinderatssitzung noch nicht. Schnitzenbaumer stellte den Punkt zurück und kündigte Gespräche mit Grundeigentümern und Landratsamt, hier speziell zur Schutzgebietsthematik, an. Je nach Ergebnis bekommt der Gemeinderat den Antrag wieder auf den Tisch.

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