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Wartet auf eine neue Nutzung: der frühere Berggasthof Igler am Schwarzenkopfweg. 

Haus am Spitzing nur eingeschränkt mit Auto erreichbar

Berggasthof Igler plant Anbau: Braucht es nun auch Parkplätze?

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Braucht es Parkplätze, wo gar kein Auto hinfahren darf? Mit dieser Frage hat sich der Schlierseer Bauausschuss beschäftigt. Anlass: ein Anbau für den Berggasthof Igler.

Schliersee – Mehrbettzimmer, spartanische Ausstattung, Etagendusche: Hüttenflair verströmte einst der Berggasthof Igler im Spitzinggebiet. Den Gästen gefiel’s: Von 1975 an übernachteten Urlauber, gern auch in größeren Gruppen, in dem auf 1200 Höhenmetern gelegenen Haus. Seit 2013 liegt es brach, das Schwimmbecken trocken. Dass auch keine Autos vor dem Gasthof parken, hat aber einen anderen Grund: Der Schwarzenkopfweg ist mit einer Schranke abgesperrt und darf nur mit Berechtigungsschein befahren werden. Nur logisch, dass die Betreiber des Berggasthofs deshalb nie Stellplätze nachweisen mussten. Jetzt tauchte das Thema aber wieder im Schlierseer Bauausschuss auf. Den Grund dafür lieferten die Eigentümer selbst: Sie planen einen Anbau.

Konkret geht es um eine Verlängerung des viergeschossigen Gebäudes um elf Meter in Richtung Norden, also zur Bergseite hin, informierte Bauamtsleiterin Birgit Kienast in der Sitzung. Architekt Johannes Wegmann erklärte auf Nachfrage, dass in dem Anbau zwei Personalwohnungen, vier Personalzimmer und zwölf weitere Gästezimmer geplant sind. Aktuell verfüge der Berggasthof über 16 Gäste- und zwei Personalzimmer. „Das ist die einzige Chance, das Haus wirtschaftlich zu betreiben“, erklärt Wegmann auf Nachfrage unserer Zeitung.

Es ist nicht das erste Mal, dass das stattliche Haus im Bauausschuss auftaucht. Bereits 2013 hätten die Eigentümer eine erdüberdeckte Garage sowie einen Anbau für neue Kühlräume im Untergeschoss beantragt, berichtete Kienast. Trotz Genehmigung sei das Vorhaben nie verwirklicht worden. Die jetzt beantragte Erweiterung würde den Bestand um circa 63 Prozent vergrößern. Bei gewerblichen Betrieben im Außenbereich seien nach geltender Rechtsprechung aber maximal 54 Prozent zulässig. „Das prüft das Landratsamt eh“, meinte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU).

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Ebenfalls zu klären sei die Parkplatzsituation, führte Kienast weiter aus. Für Beherbergungsbetriebe schreibt die gemeindliche Satzung laut Kienast einen Stellplatz pro drei Betten vor. Der Planer habe hingegen den Schlüssel für Personalunterkünfte (ein Stellplatz für vier Betten) zugrundegelegt und damit lediglich vier Parkplätze eingezeichnet. Zu wenig, fand Gerhard Waas (Grüne). Die Erweiterung werde auch mehr Verkehr nach sich ziehen. Daher empfahl Waas der Gemeinde, ihre Satzung anzuwenden.

„Genau das sehe ich kritisch“, entgegnete der Bürgermeister. Er fürchtete, mehr Stellplätze könnten auch mehr Autos auf dem Schwarzenkopfweg bedeuten. „Ich will da keinen Fahrverkehr“, sagte Schnitzenbaumer. Die weiter oben gelegene Schwarzenkopfhütte transportiere ihre Gäste samt Gepäck per Shuttlebus. „Da funktioniert es auch.“ Gerade weil der Weg nur mit Berechtigungsschein zu befahren sei, könne man dem Berggasthof nun nicht auf einmal vorschreiben, die Auflagen aus der Stellplatzsatzung voll zu erfüllen.

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Es gehe ihm ja nicht um 30 neue Parkplätze, schränkte Waas ein. Dennoch müsse man zuerst den tatsächlichen Bedarf klären. „Es wird mehr Verkehr geben, alles andere ist eine Lüge.“ Auch Robert Mödl (Die Schlierseer) forderte ein Stellplatzkonzept des Antragstellers ein. Die Lösung des Dilemmas lieferte Zweite Bürgermeisterin Johanna Wunderle (CSU). Sie schlug vor, die erforderliche Abweichung von der Satzung aus dem Beschluss über den Antrag auf Vorbescheid auszuklammern. Schnitzenbaumer nickte zustimmend. „Darüber können wir später immer noch verhandeln.“

Einstimmig befürwortete der Bauausschuss damit die Erweiterung des Berggasthofs. Der Bürgermeister warnte aber schon mal präventiv davor, dem Betreiber tatsächlich den Bau von etlichen neuen Stellplätzen aufzuerlegen. Dann nämlich müsste man dies auch von allen anderen Hütten in Schliersee einfordern, machte Schnitzenbaumer klar. „Und dann fahren wirklich alle mit dem Auto rauf.“

sg

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