Matthias Schmidlin, Eigentümer der Oberen Maxlraineralm am Taubenstein.
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Würde gern seine Lifte einschalten: Matthias Schmidlin, Eigentümer der Oberen Maxlraineralm am Taubenstein, wartet auf grünes Licht.

Obere Maxlraineralm

Exklusives Miet-Angebot: Alm-Betreiber will im Februar den Lift-Betrieb starten - Reservierung bereits möglich

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Hubert Aiwanger hat ihm Hoffnung gemacht: Am 15. Februar möchte der Eigentümer der Oberen Maxlraineralm am Taubenstein, seine Skilifte einschalten.

  • Startet bald der Ski-Liftbetrieb am Taubenstein?
  • Der Eigentümer der Oberen Maxlraineralm will seine beiden Schlepper vermieten - zumindest stundenweise.
  • Noch aber fehlt die Zusage der Behörden.

Spitzingsee – An der Oberen Maxlraineralm geht’s bald wieder bergauf – zumindest wenn man Ski an den Füßen oder einen Rodel unter dem Allerwertesten hat. Am 15. Februar will Eigentümer Matthias Schmidlin seine beiden Schlepplifte am Sonnenhang unter dem Taubenstein einschalten. In den Genuss einer Abfahrt kommt jedoch nur, wer sich vorab anmeldet und reserviert. „Wir werden uns natürlich strikt an die Vorgaben von Bund und Ländern halten“, betont Schmidlin auf Nachfrage des Miesbacher Merkurs. Die besagen auch, dass nur Personen eines Haushalts die Lifte nutzen dürfen. Schmidlin will die Schlepper deshalb in Zeitslots „exklusiv“ vermieten.

Ob er damit aber überhaupt am 15. Februar loslegen kann, steht noch nicht fest. Wie berichtet, waren bereits andere Liftbetreiber mit dieser Idee gescheitert. Auch Oedberg-Chef Georg Reisberger in Ostin bekam ein klares Nein vom für die lokale Umsetzung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung zuständigen Landratsamt. Schmidlin hingegen hofft auf Lockerungen zum vorläufigen Lockdown-Ende am 14. Februar. „Wir sind in Lauerstellung und hoffen, dass die positiven Signale von unserem Wirtschaftsminister umgesetzt werden“, sagt Schmidlin. Er persönlich halte die Ermöglichung dieser Form von Skibetrieb für notwendig, macht der Hüttenchef klar. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Lift-Miete „einen Steinwurf entfernt“ in Baden-Württemberg erlaubt sei, in Bayern aber nicht.

Corona im Landkreis Miesbach: Trotz Lockdown kein Ansturm auf Maxlraineralm

Überhaupt erlebt Schmidlin den Ausflugstourismus am Taubenstein während des Lockdowns entspannt. Bekanntlich gehört das Gebiet den Tourengehern und Winterwanderern, seit die Kabinenbahn und die dazugehörigen Skilifte 2015 den Winterbetrieb eingestellt haben. Vielleicht auch, weil sich die Wintersportler heuer wegen des nach wie vor nicht gestarteten Skibetriebs an Stümpfling und Co. besser verteilen, kann Schmidlin keinen übermäßigen Ansturm erkennen. Und schon gar keine Verletzung der Abstandsregeln. „Es war eigentlich die ganze Zeit ruhig hier.“

Schmidlin selbst trifft der Lockdown hart. Sein eigentliches Kerngeschäft mit Events samt Verköstigung und Übernachtung darf er durch die Corona-Regeln nicht anbieten. Als Alternative ist zwar auch die Obere Maxlraineralm in die To-go-Ausgabe eingestiegen, allerdings seien Kaiserschmarrn- und Teeverkauf eher ein Subventionsgeschäft. Auch, weil Tourengeher oft ihre eigene Verpflegung mit dabei hätten.

Ski-Betrieb gleich nach dem Lockdown: Mietpreise für Lifte der Oberen Maxlraineralm stehen fest

Umso mehr hofft Schmidlin nun auf einen baldigen Start seiner Lifte. 129 Euro für die erste Stunde kostet die Miete des Schleppers Maxlrainer I. Wer noch weiter hochfahren möchte, kann den Maxlrainer II für 109 Euro dazubuchen. Der Preis für jede weitere Stunde beträgt 119 beziehungsweise 99 Euro.

In erster Linie richtet sich das Angebot an Tourenskigeher und Rodler. Erstere würden ihre Ski quasi selbst mit hochtragen. „Ein Verleih ist leider nicht möglich“, erklärt Schmidlin. Eine Zufahrt mit dem Auto mangels Straße oder mit der Gondelbahn mangels Betrieb ebenfalls nicht. Wer hingegen nur zu Fuß zur Alm wandert, kann die neuen Bergaufrodel der Oberen Maxlraineralm nutzen. Bereits im Februar habe er dieses Angebot vom TÜV abnehmen lassen, erklärt der Betreiber. Die Schlitten werden dabei in die Liftbügel eingeklinkt und mit den Rodlern nach oben gezogen.

Hoffnung auf Ende des Corona-Lockdowns: Fokus liegt auf Bauvorhaben

So sehr Schmidlin seine Lifte einschalten will: „Ich werde keinesfalls gegen irgendwelche Regeln verstoßen“, betont er. Zum einen natürlich, weil er seine Gäste keiner Infektionsgefahr aussetzen möchte. Zum anderen aber auch, weil er sein Großprojekt – die Sanierung und Erweiterung seiner bei einem Brand im Februar 2020 beschädigten Alm – nicht aufs Spiel setzen möchte. Den Bauantrag hat Schmidlin bereits im Rathaus eingereicht.

Die umfangreichen Unterlagen werden laut Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer gerade geprüft und dann an die Bauausschussmitglieder mit der Bitte um Stellungnahme weitergeleitet. Binnen zwei Wochen soll die Entscheidung über die Erteilung des Einvernehmens gefallen sein, betont Schnitzenbaumer. „Dann ist das Landratsamt am Zug.“ Schmidlin ist gespannt, ob es auch in dieser Sache bald bergauf geht für die Obere Maxlraineralm.

sg

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