Ein Rettungshubschrauber nimmt am Spitzing einen Aktiven der Bergwacht Schliersee an Bord (26. Dezember 2020).
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Weil es auf den überfüllten Spitzing-Parkplätzen keine Landemöglichkeit für den Rettungshubschrauber gab, wurde ein Bergwacht-Aktiver per Winde in die Maschine gezogen.

Einsatz am Zweiten Weihnachtsfeiertag

Plötzlich war er weg: Freikletterer löst Bergwacht-Einsatz mit Hubschrauber am Spitzingsee aus

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Ein abgestürzter Kletterer am Taubenstein? Einige hundert Tagesausflügler im Spitzing-Gebiet beobachteten am Zweiten Weihnachtsfeiertag einen Bergwacht-Einsatz mit Rettungshubschrauber.

Spitzingsee – Ein wagemutiger Freikletterer versuchte sich am Zweiten Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) im Spitzing-Gebiet am winterlichen Südgrat des Taubensteins . Als ihn ein Beobachter aus den Augen verlor, wurde vorsorglich die Bergrettung alarmiert.

Spitzingsee: Kletterer im Spitzing-Gebiet abgestürzt? Beobachter alarmiert Bergrettung

Blauer Himmel, die Sonne strahlte: Der Wirt der Oberen Maxlraineralm hatte am Zweiten Weihnachtsfeiertag gute Sicht auf die umliegenden Gipfel. Wie die Polizei mitteilt, beobachtete er am Südgrat des Taubensteins einen Kletterer, der trotz winterlicher Bedingungen den Aufstieg wagte.

Freikletterer am Spitzingsee abgestürzt? Rettungshubschrauber und Bergwacht im Einsatz

Als der Mann an einer Passage nicht weiterkam und wenig später auf einmal verschwunden war, lag der Verdacht nahe, dass der Kletterer in einer vereisten Passage abgestürzt war. Ein Rettungshubschrauber und vier Aktive der Bergwacht Schliersee überprüften das fragliche Gebiet – und gaben Entwarnung.

Wie die Polizei meldet, ging die Alarmierung gegen 13.30 Uhr ein. „Wir haben uns dann für einen Überflug entschieden“, berichtet Lorenz Haberle, stellvertretender Bereitschaftsleiter der Schlierseer Bergwacht, der den Einsatz leitete. Da der Rettungshubschrauber auf den überfüllten Parkplätzen am Spitzing keine Landemöglichkeit fand, musst ein Aktiver der Bergwacht aus der Luft zusteigen: Er wurde per Windenseil an Bord der Maschine gezogen.

Nach Hubschrauber-Einsatz am Spitzingsee: Kletterer ist an schwieriger Stelle offenbar umgekehrt

Beim Überflug ließen sich an der vermeintlichen Absturzstelle schnell Trittspuren ausmachen. „Es gab Spuren, die aufwärts verliefen, und es waren auch Spuren zu sehen, die abwärts führten“, berichtet Haberle, „sehr wahrscheinlich ist der Kletterer umgekehrt und gut runtergekommen.“ Wer der Kletterer war, warum er umkehrte und ob er überhaupt weiß, dass der Hubschrauber-Einsatz ihm galt, ist unklar.

Für die vier Bergwacht-Mitglieder war der Einsatz damit beendet. Der Hubschrauber konnte abdrehen und flog weiter in Richtung Fockenstein, wo ein tatsächlicher Rettungseinsatz zu bewerkstelligen war.

In Deisenried ist kürzlich ein Feuer außer Kontrolle geraten: Ein 24-Jähriger wollte betrunken eine gefällte Staude verbrennen. Und ein Fischbachauer hatte einen derartig auffälligen Fahrstil, dass ein anderer Autofahrer sich bemüßigt fühlte, ihn bei der Polizei zu melden. Alles aus der Region gibt‘s im Miesbach-Newsletter.

(Von Andreas Höger)

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