+
Zerstört: der LVS-Checkpoint am Taubenstein.

Prüfgerät mutwillig zertrümmert

LVS-Checkpoint am Spitzingsee zerstört: Blinder Vandalismus oder gezielter Angriff?

  • schließen

Der Zerstörungswut eines Unbekannten zum Opfer gefallen ist der LVS-Checkpoint an der Talstation der Taubensteinbahn. Jetzt ermittelt die Polizei.

Spitzingsee – Sein Pieps kann Leben retten. Doch am vergangenen Wochenende ist der Checkpoint, an dem Skitourengeher und Schneeschuhwanderer an der Talstation der Taubensteinbahn in Spitzingsee die Funktionsfähigkeit ihres Lawinenverschüttetensuchgeräts (LVS) prüfen können, plötzlich verstummt. Nicht wegen eines technischen Defekts, sondern wegen der Zerstörungswut eines Unbekannten. Der hat den Kasten offenbar mit schwerem Gerät angegriffen und dabei die Frontklappe zertrümmert.

Die Beteiligten des Tourenportals, darunter die Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS), die Gebietsbetreuung Mangfallgebirge, der Deutsche Alpenverein und die Alpenbahnen Spitzingsee, sind entsetzt. „Es ist unfassbar, dass es Menschen gibt, denen fremdes Eigentum einfach egal ist“, sagt Alexander Römer von der Holzkirchner Bergsportagentur Alpinwerkstatt, der das Projekt am Taubenstein initiiert hat. Seit Dezember 2018 können sich Tourengeher an Infotafeln Sicherheits- und Verhaltenstipps für den Schneesport im freien Gelände holen und an zwei Checkpoints ihr LVS-System überprüfen.

LVS-Checkpoint am Spitzingsee zerstört:  Blinder Vandalismus oder gezielter Angriff?

Einer der rund 1200 Euro teuren Kästen ist nun Vandalismus zum Opfer gefallen. ATS-Geschäftsleiter Thorsten Schär schließt nicht aus, dass es sich dabei um einen gezielten Angriff gehandelt haben könnte. Vielleicht, so seine Vermutung, habe sich jemand an der Besucherzählung des Apparats gestört. „In Zeiten der Datenschutzdiskussion ist so was schon denkbar“, meint Schär. Tatsächlich registriere der Checkpoint aber keinerlei persönliche Informationen. Römer geht eher von der Aktion eines alkoholisierten Besuchers der benachbarten Diskothek Spinnradl als Angreifer aus.

Lesen Sie auch: Lawinenabgang am Taubenstein - Bergwacht im Großeinsatz

Um den Täter zu ermitteln, haben die Initiatoren Anzeige bei der Polizei Miesbach erstattet. Zeugen werden gebeten, sich unter 0 80 25 /29 90 zu melden. Der genaue Tatzeitpunkt ist nicht bekannt, der Angriff muss sich aber am vergangenen Wochenende ereignet haben.

Ganz ohne LVS-Check müssen Tourengeher bis zur Reparatur oder zum Austausch des Geräts übrigens nicht auskommen: Der nächste Prüfkasten steht nur wenige Schritte entfernt. 

sg

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Obere Maxlrainer Alm nach Brand wieder geöffnet
Die Obere Maxlrainer Alm hat wieder für Tagesgäste geöffnet. Ein Feuer hatte einen Teil Alm im Spitzinggebiet zerstört. Die Polizei sucht weiter nach der Ursache.
Obere Maxlrainer Alm nach Brand wieder geöffnet
5G-Ausbau: Bayrischzell wartet ab - Aktuell kein Bedarf
Braucht Bayrischzell den neuen Mobilfunkstandard 5G? Im Gemeinderat überwog die Skepsis. Der eindeutige Beschluss: aktuell besteht kein Bedarf.
5G-Ausbau: Bayrischzell wartet ab - Aktuell kein Bedarf
Ehrenamtlich nicht mehr zu stemmen: GWM sucht Veranstalter für Kuli und Licherglanz
Zwei Miesbacher Großveranstaltungen befinden sich am Scheideweg: Weil die GWM die Organisation nicht mehr alleine stemmen kann, stehen Kuli und 1000 Lichterglanz auf der …
Ehrenamtlich nicht mehr zu stemmen: GWM sucht Veranstalter für Kuli und Licherglanz
Bahnübergang Hausham: Baumfällungen sind gestartet
Jahrzehntelang passierte nichts, jetzt geht es richtig schnell. Die Baumfällungen für die Verlegung des Haushamer Bahnübergangs sind gestartet.
Bahnübergang Hausham: Baumfällungen sind gestartet

Kommentare