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Soll bebaut werden: Auf dem Sportplatz der Neuhauser Schule soll die neue Turnhalle entstehen. 

Ausschreibung soll bald beginnen

Sporthalle Neuhaus: Gericht bestätigt Baugenehmigung

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Die Sportler dürfen hoffen: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die Klage gegen die Baugenehmigung für die Turnhalle Neuhaus endgültig abgewiesen. So geht es jetzt weiter.

Schliersee – Schiedsrichterentscheidungen sind nicht immer unumstritten. Das gilt nicht nur im Sport, sondern auch in der Rechtssprechung. Im Streit um die geplante Turnhalle in Neuhaus zum Beispiel liegen die Einschätzungen zwischen Klägern und Gemeinde weit auseinander. Das hat sich nach dem jüngsten Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs erneut gezeigt. Während das Rathaus die endgültige Abweisung der Klage gegen die Baugenehmigung als verwandelten Matchball wertet, sehen sich die Nachbarn in der Lage, die Partie noch zu drehen.

Im Gemeinderat gab Geschäftsleiter Jörn Alkofer einen aktuellen Spielbericht ab. Das Gericht habe die Revision der Klägerseite im Verfahren um die Baugenehmigung abgewiesen, diese sei damit endgültig bestandskräftig und „nicht mehr antastbar“. Damit, so Alkofer, sei die Sache eigentlich ausgestanden. Die noch anhängige Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan sei nach dem Urteil obsolet. Denn selbst wenn es am Plan etwas auszusetzen gebe, könne man dies einfach „heilen“.

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Zu einer gänzlich anderen Bewertung kommt Rechtsanwalt Florian Besold, der die Kläger im Turnhallen-Streit vertritt. Selbstverständlich werde man an der Normenkontrollklage festhalten, betont Besold. „Wenn die durchgeht, muss die Baugenehmigung widerrufen werden.“ Zu den Erfolgsaussichten mag der Rechtsanwalt keine Einschätzung abgeben. „Das ist eine juristische Frage“, sagt er. Grundsätzlich sei man aber nach wie vor der Auffassung, dass die Turnhallenplanung nicht nur auf den Schul-, sondern auch auf den Breitensport abziele. Letzteres sei aber aufgrund der beengten Platzverhältnisse im Wohngebiet kaum zu realisieren. „Das ist auch aus Bürgersicht nicht nachzuvollziehen“, findet Besold.

Die Gemeinde sieht sich hingegen zusätzlich durch ein Immissionsschutzgutachten bestätigt. Wie berichtet, hatte das zuständige Ingenieurbüro mitgeteilt, dass aufgrund einer Änderung der Sportanlagenlärmschutzverordnung der Immissionsrichtwert innerhalb der Ruhezeiten (von 20 bis 22 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 15 Uhr) um fünf Dezibel erhöht wurde. Damit seien die Voraussetzungen für den Hallenneubau in Neuhaus erfüllt – und zwar unabhängig von der Einstufung als allgemeines oder reines Wohngebiet. Auf die angefragte Stellungnahme der Unteren Immissionsschutzbehörde am Landratsamt wartet die Gemeinde laut Alkofer immer noch.

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Auch in Sachen Kostenberechnung konnte der Geschäftsleiter dem Gremium keine neuen Zahlen vorlegen. Wie berichtet, wurde im September 2015 mit einem Bruttogesamtbetrag von rund 5,4 Millionen Euro kalkuliert. Dieser dürfte sich zwischenzeitlich erhöht haben – alleine schon wegen der Hochkonjunktur in der Baubranche. Anfragen an die einzelnen Gewerke habe man bereits gestellt, berichtete Alkofer. Noch aber liegen nicht überall aktualisierte Berechnungen vor.

Teurer wird es wohl beispielsweise bei der Haustechnik. Laut dem zuständigen Planer hätten sich die Anforderungen für die Lüftungsanlagen geändert. In Sachen Statik und Brandschutz sei hingegen alles beim Alten geblieben, berichtete Alkofer. Die Frage, ob das Turnhallenprojekt an einen Generalunternehmer übergeben werden sollte, lässt sich – zumindest aus Kostensicht – mit Nein beantworten. Hier gebe es in der Regel einen pauschalen Aufschlag von zehn Prozent. Eine aktuelle Berechnung der Kosten will die Verwaltung in der April-Sitzung des Gemeinderats vorlegen.

Viel Zeit bleibt danach nicht mehr. Laut Objektplaner müsse die Rohbauausschreibung bis spätestens Oktober erfolgen, um einen Baubeginn im Frühjahr 2020 zu ermöglichen.

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