Lebensgefahr! Heute Abend nicht am Isarufer aufhalten - selbst wenn es nicht regnet

Lebensgefahr! Heute Abend nicht am Isarufer aufhalten - selbst wenn es nicht regnet
+
Unterhaltung garantiert: Die Gäste beim Starkbieranstich im Schlierseer Bauerntheater amüsierten sich, auch wenn sich die eine oder andere Gemeinheit wiederholte. Erlaubt ist, was gefällt.

Starkbieranstich in Schliersee: Die besten Sprüche

Kleines Jubiläum für den Starkbieranstich in Schliersee. Zum fünften Mal hatte Noch-Terofal-Wirt Alois Gartenleitner ins Bauerntheater geladen. Die Predigt geriet mitunter schlüpfrig.

Schliersee Alois Gartenleitner hat den Schlierseern mit dem Starkbieranstich einen Höhepunkt im nicht gerade kleinen Veranstaltungskalender geschenkt. Hier feiern die Schlierseer noch wirklich unter sich, und den vermeintlich Großkopferten wird „sauber eingschenkt“. Gleich zu Beginn gab’s für den Gastgeber den lautesten Applaus des Abends. Ausdauerndes Johlen, das Publikum erhob sich, Tränen der Rührung bei Gartenleitner.

Danach teilte Wolfgang Ober als Fastenprediger Xaver Terofal aus und krallte sich dabei – vielleicht zu eindimensional – die üblichen Verdächtigen: Gäste-Info-Leiter Mathias Schrön, Event-Managerin Marion Riedl, Gemeinderat Michael Dürr. Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer war abermals schon Richtung Urlaub unterwegs und bekam noch mit auf den Weg geschickt, dass es bei seinen privaten Bauvorhaben ruckzuck geht, während Turnhalle & Co. seit Jahrzehnten auf sich warten lassen.

Ansonsten wurde es in Terofals Predigt mitunter schlüpfrig. Selber schuld, wenn Schliersee versucht, mit Liebesexperimenten – immerhin etwas Neues – auf sich aufmerksam zu machen. Zum „Gipfel-Schnackseln“ selbst kam trotz vieler Hundert Bewerbungen dann zwar nicht mal eine Handvoll Teilnehmer – aber Hauptsache, der Fremdenverkehr wird irgendwie befeuert. Missverständlich irgendwie.

Dies gilt auch für die Idee von Kreis-Wirtschaftsförderer Alexander Schmid, im Stau stehende Urlauber und Ausflügler persönlich zu betreuen. „Junge Frauen, die am Straßenrand stehen und mit Autofahrern reden?“ Da fällt Terofal eine andere Form der Gastfreundschaft ein. Alternativ könnte man den Autofahrern die Reifen aufstechen. „Dann miaßn s’in Schliersee bleibn.“ Das fördere die Umsätze von Gastgebern und Autohäusern gleichermaßen. „Fünf Einsätze im Jahr, und die Übernachtungszahlen san verdoppelt.“

Unterhaltung garantiert: Die Gäste beim Starkbieranstich im Schlierseer Bauerntheater amüsierten sich, auch wenn sich die eine oder andere Gemeinheit wiederholte. Erlaubt ist, was gefällt.

Königlich amüsiert hat sich Ober alias Terofal auch über die Bartfledermaus-Population auf dem Fichtner-Gelände. Da assoziiert der Redner sofort den Schrön Hias. Dessen Vorkommen sei ja irgendwie auch gefährdet, wenn überhaupt vorhanden. Denn die Suche nach „Schrön“ auf www.schliersee.de verlaufe ebenso ins Leere wie der Versuch, ein Kuramt zu finden, für dessen Leiter sich der Gesuchte ausgibt. Ergo: „Entweder es gibt den Schrön gar ned, oder er is Leiter eines Amts, des’ ned gibt. Eigentlich wundert mi des gar ned.“

Neben Schrön kommt auch Dürr („passionierter Polemiker und professioneller Stänkerer“) mehrfach dran. Der könnte den Donald Trump geben und postulieren: „Ich baue eine Mauer am Kirchstiegl, und die Haushamer müssen’s zahlen“. Gemeint hatte Terofal den Kirchbichl – der Eifer des Gefechts wohl. Den gilt es beim Starkbieranstich ebenso nachzusehen wie diverse Gemeinheiten, die Terofal jedes Jahr vom Stapel lässt. Erlaubt ist, was gefällt – und den Schlierseern gefällt es offenkundig sehr gut.

Deshalb geht es nächstes Jahr weiter: „Der Wolfi und i, wir stehen nächstes Jahr wieder da“, sagte Gartenleitner. Ob er da noch Wirt im Gasthof Terofal ist? Nebensächlich. Der Abend findet ja im Bauerntheater – Eigentum der Gemeinde – statt. Als Hausherrin hatte die Zweite Bürgermeisterin Johanna Wunderle, obwohl erstmals auch Landrat Wolfgang Rzehak da war, das Anzapfen übernommen. Drei Schläge. Souverän.

Daniel Krehl


Die besten Sprüche

„Schlierseer Landküche? Des is doch a oida Huad: Wenn wos funktioniert, dann is des die Schlierseer Gerüchteküche.“

Zu Schliersee als erste zerfifizierte Jugendreise-Destination:

„Da Schrön Hias moant, er prägt an neuen Begriff: Mir san first mover. Dabei is des gar nix Neues: Früher hod des Gäste-Info-Mikado ghoaßn: Wer si zuerst rührt, hod verloren.“

„Des Spitzingseer Wasser werd jetzad gechlort. Mei. Schaut’s Eich de Spitzingseer amoi oo. Wer woaß, was in de letzten 100 Jahr in dem Wasser drin war?“

„Die Vanessa Hinz: unser Gold-Madl. Nach am Markus Wasmeier und am Peter Schlickenrieder (Pause) endlich was fürs Aug.“

Über die Servicequalität im Ratskeller, der wieder einmal ohne Unterpächter dasteht:

„Letztens hod da Stammtisch mitm Handy in da Küch ogruafa. Ob’s vielleicht no wos zum Trinka kriagn kanntn?“

Zur Begründung, warum Michael Dürr gegenüber Johanna Wunderle so zurückhaltend ist. Wunderle hat einen Steinmetzbetrieb:

„Sie hod eahm a Foto mit seim eigenen Grabstoa zoagt und gsogt: Da schau her, Freinderl, fehlt nur noch as Datum.“

Vorschläge für den Inhalt der neuen Begrüßungstafeln am Ortseingang:

„Da geht’s nach Bayrischzell.“

„Folgende Gaststätten haben heute offen:... Was morgen is, wiss ma ned.“

„Achtung: Diese Woche Gipfel-Schnackseln. Spitzingseestraße für Unter-18-Jährige gesperrt.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schlimmer Bergunfall: Münchner (36) stürzt in den Tod
Der Münchner ist am Donnerstagmorgen zu den Ruchenköpfen bei Bayrischzell unterwegs. Seine Frau, die zuhause auf ihr gemeinsames Baby aufpasst, schlägt am Abend Alarm - …
Schlimmer Bergunfall: Münchner (36) stürzt in den Tod
Team vom Krankenhaus Agatharied sammelt Spenden beim Radfahren
Für den guten Zweck schwingt sich ein 15-köpfiges Team vom Krankenhaus Agatharied in den Fahrradsattel. Bei der Wendelsteinrundfahrt soll Geld für das Haus Bambi …
Team vom Krankenhaus Agatharied sammelt Spenden beim Radfahren
Trauerfeier für den ehemaligen Pfarrer Elmar Mayr in Bayrischzell
Viele Bürger besuchen die Trauerfeier für den ehemaligen Bayrischzeller Pfarrer Elmar Mayr. Nach einem Gottesdienst und einem Marsch durch den Ort wurde er neben der …
Trauerfeier für den ehemaligen Pfarrer Elmar Mayr in Bayrischzell
Rettungsversuch: Online-Petition für Miesbacher Warmfreibad
Wo Geld fehlt, ist Kreativität gefragt. Das gilt auch für die Sanierung des Miesbacher Warmfreibads. Der Förderverein hat nun eine Online-Petition gestartet. Hier geht‘s …
Rettungsversuch: Online-Petition für Miesbacher Warmfreibad

Kommentare