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Ist guter Dinge: Wirt Hubert Stöger vor seiner Stögeralm. Mitte April will er seine Wirtschaft über dem Schliersee nach der Pause 2017 wieder aufsperren.

„Wir haben die Sache nüchtern besprochen“

Streit mit Gemeinde beigelegt: Stögeralm sperrt wieder auf

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Weil er 2016 im Schlierseer Bauausschuss mit einem Antrag für seine Stögeralm abblitzte, machte Wirt Hubert Stöger die Schotten dicht. Jetzt will er wieder aufsperren.

Schliersee – Ob die beiden Männer ihre Friedenspfeife schon geraucht haben, ist nicht überliefert. Für Gastronom Hubert Stöger ist das Treffen mit Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer aber auf jeden Fall zufriedenstellend verlaufen. „Wir haben uns zusammengesetzt und die Sache nüchtern besprochen“, sagt der Wirt der momentan geschlossenen Stögeralm. Am Ende habe ihm der Bürgermeister mündlich in Aussicht gestellt, dass eine Genehmigung seines Kellers unter dem Salettl möglich sei. „Ich hoffe, dass es dann auch tatsächlich so kommt“, sagt Stöger.

Dass er in jedem Fall fest damit rechnet, zeigt seine Entscheidung, die seit Weihnachten 2016 geschlossene Alm über dem Schliersee wieder aufzusperren. Ab Mitte April sollen die Gäste wieder in der Stögeralm einkehren können. Seine Stammgäste hätten diese Nachricht mit Freude aufgenommen, erzählt Stöger. Auch etliche Buchungen für Hochzeiten und Firmenfeiern seien bereits eingegangen. „Die Stimmung ist gut“, freut sich der Wirt.

Anders als sein Verhältnis zur Gemeinde in den vergangenen Jahren. Wie berichtet, war Stöger, der die Alm seit 1996 führt und seitdem Stück für Stück modernisiert hat, mehrfach mit seinen Anträgen im Bauausschuss abgeblitzt (wir berichteten). Bereits 2009 ersuchte er erstmals um eine Genehmigung für eine Unterkellerung seines Salettls, um hier neue Toiletten und einen Lagerraum unterbringen zu können. Das Gremium lehnte aufgrund der heiklen Lage der Alm im Außenbereich ab. Im Sommer 2016 kam es dann zum Bruch. Stöger behauptete, die Gastronomie ohne den Keller nicht mehr betreiben zu können und beantragte eine Umnutzung seines Anwesens in Wohnraum. Erneut gab’s ein Nein am Ratstisch. Die Konsequenz des Wirts folgte auf dem Fuß. Er machte die Stögeralm Ende 2016 dicht und unterstützte fortan seine Eltern in der Weißachalm in Kreuth am Tegernsee.

Ganz losgelassen hat ihn sein eigener Betrieb trotzdem nie. „Er trägt einfach meine Handschrift“, sagt Stöger. So habe er die Alm aus einer „Ruine“ wieder aufgebaut, und deshalb hänge auch sein Herz daran. Auch der Gedanke an seine Gäste ließ dem Wirt keine Ruhe. „Sie sollen an diesem schönen Platz wieder ihr Bier trinken und ihre Enten essen können“, sagt er.

Umso erleichterter ist Stöger, dass sich die Situation mit der Gemeinde ein Stück weit entspannt hat. Sobald er die ersehnte Genehmigung in den Händen hält, will er seinen Keller ausschalen. „Das wird nix G’spinnertes“, verspricht er. Ob es in diesem Frühjahr gleich klappt mit dem Umbau, kann Stöger momentan noch nicht sagen. Die Wiedereröffnung von Wirtschaft und Biergarten Mitte April stehe aber bereits fest. Wie in der Vergangenheit soll die Stögeralm auch künftig wieder bis Ende Oktober offen haben, danach geht sie in die gewohnte Winterpause – mit Ausnahme der Zeit zwischen Weihnachten und Heilig-Drei-König, wo Stöger viele Feiern bewirtet.

Im Rathaus freut man sich über die Wiederbelebung der Alm. „Die hat eine traumhaft schöne Lage“, sagt Bürgermeister Schnitzenbaumer. „Es wäre schade, wenn sie nicht wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.“ Auch was die Genehmigung des Kellers angeht, ist Schnitzenbaumer guter Dinge. „Wir müssen schauen, wie wir das machen können.“ Letzten Endes müsse darüber freilich erst der Bauausschuss entscheiden. Dass man mit Stöger wieder auf sachliche Gesprächsebene zurückgekehrt ist, sieht der Bürgermeister jedenfalls als eine gute Grundlage. „Wenn man miteinander redet, geht vieles leichter.“

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