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Beliebte Strecke: Einer der zahlreichen Wanderwege im Spitzinggebiet. Die DAV-Sektion München fordert nun einen Fonds, um die Finanzierung des Unterhalts breiter aufzustellen.
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Beliebte Strecke: Einer der zahlreichen Wanderwege im Spitzinggebiet. Die DAV-Sektion München fordert nun einen Fonds, um die Finanzierung des Unterhalts breiter aufzustellen.

Bürgermeister bleibt bei seiner Linie

Streit um Kurbeitrag in Schliersee: DAV schlägt Fonds für Wegepflege vor

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Die Alpenvereinssektion München lässt nicht locker. Im Disput um den Kurbeitrag für Hüttengäste am Spitzingsee schlägt der DAV nun einen Fonds für die Wegepflege vor.

  • Die DAV-Sektion München wehrt sich weiter gegen die Kurbeitragspflicht ihrer beiden Hütten im Spitzinggebiet.
  • Der Alpenverein will den Disput nun mit einem Fonds für die Wegepflege regeln.
  • Der Bürgermeister hält von der Idee aber nicht viel.

Schliersee – Zehn Cent pro Gast und Übernachtung würden reichen, findet der Vorsitzende der Alpenvereinssektion München, Günther Manstorfer. Wenn alle Hotels, Pensionen, Privatvermieter und Hütten in Schliersee diesen kleinen Obolus in einen Fonds einzahlen würden, würde die Finanzierung der Pflege der alpinen Wanderwege von allen Gästen im Gemeindebereich getragen und nicht mehr nur von den Mitgliedern des Deutschen Alpenvereins (DAV). „Aus unserer Sicht ist ein solcher Fonds die einzige Möglichkeit, die verworrene Situation zu lösen“, betont Manstorfer.

Wie berichtet, wehrt sich die Münchner Sektion gegen die Kurbeitragspflicht für die Übernachtungsgäste auf ihren beiden Hütten im Spitzinggebiet. Rund 18 000 Euro pro Jahr würden die Albert Link- und die Schönfeldhütte an die Gemeinde abführen. Gleichzeitig stecke die Sektion rund 8000 Euro jährlich in den Erhalt und die Sanierung der Wanderwege am Spitzingsee. „Rund zwei Drittel unserer Hüttengäste sind DAV-Mitglieder“, sagt der zuständige Referent Thomas Gesell. „Sie zahlen daher aus unserer Sicht doppelt.“

DAV will Disput um Kurbeitrag beenden

Seit Herbst 2017 fordere man die Gemeinde dazu auf, die Aufwendungen für die Wege mit dem Kurbeitrag zu verrechnen, berichtet Gesell. Eine bislang „fruchtlose Diskussion.“ Zur „Beendigung der Meinungsunterschiede“ schlage man nun die Einrichtung des besagten Fonds vor. Bei im Schnitt rund 500 000 Übernachtungsgästen in Schliersee kämen pro Jahr 50 000 Euro zusammen, die „zweckgebunden zum Unterhalt sämtlicher alpiner Wanderwege im Gemeindegebiet“ genutzt werden könnten. Da sich die Routen dadurch auch qualitativ verbessern würden, könnten sie einen wichtigen Beitrag zur Besucherlenkung und damit zum Naturschutz leisten. Die Arbeiten sollten laut DAV von lokalen Unternehmen durchgeführt werden, um so nebenbei die heimische Wirtschaft zu stärken.

Als Betreiber des Fonds schlägt die DAV-Sektion eine „unabhängige Instanz“ vor. „Politische Kriterien sollten keinen Ausschlag geben“, sagt Gesell. Beispiele in Tirol würden zeigen, dass so ein Modell gut funktionieren könne. So würden im Pitztal zwölf Alpenvereinssektionen über eine Wegegemeinschaft „eng und erfolgreich“ mit dem dortigen Tourismusverband zusammenarbeiten.

Bürgermeister hält nicht viel von Fonds

Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer überzeugt auch der erneute Vorstoß des DAV nicht. Die Einführung eines Fonds sei nichts anderes als eine Umverteilung der Wegepflegekosten auf die Allgemeinheit. „Das Zehnerl würde dann halt auf den Kurbeitrag aufgeschlagen. Das bringt nix“, sagt Schnitzenbaumer. Er bleibt bei seiner klaren Haltung, dass der Unterhalt der alpinen Wege Sache des Alpenvereins sei. „Die schreiben sich die Wanderinfrastruktur ja auch auf die Fahnen und werben damit.“ Neben den Mitgliedsbeiträgen würde der DAV auch Fördergelder erhalten. „Die wären bei Abwicklung über einen Fonds weg“, ist der Rathauschef überzeugt. Ganz zu schweigen vom Verwaltungsaufwand, der dadurch entstehen würde.

Der Alpenverein hingegen argumentiert, dass der Freistaat lediglich für ein Viertel der Maßnahmen aufkommen würde. Den Großteil der Kosten müssten die Sektionen also aus Mitgliedsbeiträgen finanzieren. Die meisten Instandhaltungsarbeiten würden ohnehin ehrenamtlich geleistet, verdeutlicht Gesell. „Das ist ein beachtlicher Aufwand für gepflegte und sichere Wege, die der Allgemeinheit kostenfrei zur Verfügung gestellt werden und mit dem die Tourismusorganisationen gerne werben.“

Schnitzenbaumer hingegen betont, dass sich die Gemeinde durchaus an der Wegepflege beteiligt. „Wir haben uns da nie verschlossen“, sagt der Bürgermeister. Der DAV könne jederzeit Zuschüsse in Form von Geld oder Arbeitsleistungen im Rathaus beantragen. „Dafür braucht es in meinen Augen keinen Fonds.“

sg

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