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So könnte er aussehen: der für Neuhaus geplante Supermarkt mit Wohnungen in den Obergeschossen.

Pläne im Gemeinderat vorgestellt

Supermarkt für Neuhaus kommt in Sichtweite: Es wird ein Rewe

Ein Rewe soll es also werden. Erstmals hat der Bauherr des Supermarkts in Neuhaus öffentlich den Betreiber genannt. Der Gemeinderat hat derweil das Bebauungsplanverfahren gestartet. Einstimmig, wenn auch mit Bedenken.

Schliersee – Bis der seit 2013 ohne Nahversorger dastehende Ortsteil Neuhaus wieder einen Supermarkt bekommt, wird noch das eine oder andere zu klären sein. Im Grundsatz aber steht der Schlierseer Gemeinderat hinter dem Projekt, das Eigentümer und Planer am Dienstagabend im Gemeinderat vorstellten. Es ist nicht wirklich kleiner als das Vorhaben, das dem Bauausschuss im Oktober – auch wegen seiner Größe – weniger behagte. Gefälliger erschein es allemal. Denn statt eines großen, begrünten Flachdachs mit einem zweigeschossigen Wohntrakt im Norden ist nun folgendes geplant: Das Erdgeschoss nimmt 53 mal 27 Meter ein, der größte Teil (1120 Quadratmeter) ist für den Supermarkt vorgesehen. Da das Gelände Richtung Westen ansteigt, ist die hintere Wand nicht zu sehen. Von dieser Seite aus beginnt das Gebäude mit dem ersten Obergeschoss. Zwei davon sind vorgesehen, 20 Wohnungen mit Größen zwischen 65 und 150 Quadrametern Fläche sind darin vorgesehen. Dazu: 35 Parkplätze für die Bewohner in einer Tiefgarage, 55 oberirdische für Supermarkt-Kunden.

Verkehrsführung bereitet noch Sorgen

Die Bedenken einzelner Gemeinderäte zielen zum einen in Richtung Verkehrsführung. Zwei Ein- und Ausfahrten an der Josefstaler Straße sind vorgesehen. Die nördliche, nah an der Einmündung zur Dürnbach- und Bayrischzeller Straße gelegen Heinz Blees schon im Bauausschuss kritisch gesehen. Der beratende Architekt der Gemeinde fungiert zusammen mit Gerhard Krogoll, beide aus Neuhaus, als Bebauungsplan-Architekt für die Gemeinde. Beide stehen im Austausch mit Grundeigentümer und Planer Dieter Aue, der das Vorhaben im Gemeinderat vorstellte.

Rewe-Expansionmanager: „Eine historische Chance für Neuhaus.“

Mitgebracht hatte er den Rewe-Expansionsmanager Bernd Mohr. Der berichtete, dass die Konzernzentrale in Köln im Grundsatz bereits grünes Licht gegeben habe. Bezüglich der Größe ließ er wissen, dass unterhalb einer gewissen Grenz ein solcher Markt einfach nicht wirtschaftlich zu betreiben sei. „Ich sag das mal so dramatisch: Für Neuhaus ist das eine historische Chance.“ Nach sieben Jahren vergeblichen Bemühens, einen Supermarkt für Neuhaus zu bekommen, ist das wohl nicht zu hoch gegriffen.

Unweit des geplanten Supermarkts: „Little Schliersee“ mitten in Neuhaus: Gasthaus Sachs wird Alperie

Im Grundsatz waren auch alle einverstanden. Das Bebauungsplanverfahren wurde einstimmig gestartet. Bedenken äußerte zum Beispiel Sibylle Strack-Zimmermann (Grüne), die von einem „massiven Block, auch in der Höhe“ sprach. „Eine Ortsverschönerung ist das nicht.“ Wie ihrem Fraktionskollegen Bernd Mayer-Hubner missfiel auch ihr der hohe Versiegelungsgrad. Bezüglich der Geschossfläche ist der aber in etwa so hoch wie beim Netto-Markt in Schliersee, aber weit unter dem des Edeka (Seerose), wie Blees in einer Aufstellung darstellte.

Kritik an Gebäudehöhe, doch die Häuser in der Nachbarschaft sind auch kaum kleiner

Was die Gebäudehöhe betrifft, führten Aue und auch Blees die Nachbarbebauung – zum Beispiel das Altenheim St. Elisabeth – ins Feld. Da der First des neuen Gebäudes den des benachbarten Hauses im Westen allenfalls minimal überrage, füge sich das Gebäude durchaus ein.

Auch andernorts in Schliersee wird geplant: Gesundhaus: Gemeinderat Schliersee kritisiert Größe des Projekts

Das Projekt scheint trotz diverser Bedenken im Gemeinderat auf einem guten Weg. Bei einem Vor-Ort-Termin mit maßgeblichen Behörden – etwa Naturschutz und Wasserwirtschaft – habe keine Stelle entscheidende Einwände gehabt, berichtete Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU). Und ein Verkehrsplaner werde ohnehin noch eingeschaltet.

Wenn alles klappt: Eröffnung des Rewe-Marktes Ende 2021

Idealerweise möchte Aue im Oktober damit starten, das Gelände vorzubereiten, sprich auch Bäume zu fällen. Ein Grünzug an der Josefstaler Straße soll derweil erhalten bleiben. Mit dem Verlauf der Sitzung sei er „sehr glücklich. Ich hatte mit stärkeren Reaktionen gerechnet.“ Wunschtermin für eine Eröffnung des Rewe: Weihnachten 2021.

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