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Soll verkauft werden: Der Gasthof Terofal in Schliersee.

Schlierseer Gasthof soll verkauft werden

Terofal-Eigentümer: Pächter hat Vertrag gekündigt

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Schliersee – Die Nachricht, dass der Hotelgasthof Terofal verkauft werden soll, sorgte für Aufregung im Ort. Jetzt meldet sich auch der Noch-Eigentümer zu Wort. Der Pächter hat seinen Vertrag bereits gekündigt.

Wenn ein Traditionsgasthof seinen Besitzer wechselt, geht das nur selten geräuschlos über die Bühne. Schnell entstehen Gerüchte, Spekulationen ranken sich durch den Ort. Das hat sich zuletzt auch in Schliersee gezeigt. Wie berichtet, soll dort der Hotelgasthof Terofal verkauft werden. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte Pächter Alois Gartenleitner die Verkaufsabsicht des Eigentümers. Da dieser aber in Frankreich lebe, sei er nur schwer für eine persönliche Stellungnahme zu erreichen. Auch die Gemeinde Schliersee konnte die Kontaktdaten des Eigentümers auf Nachfrage nicht nennen.

Dieser dreht nun den Spieß um und wählt von sich aus den Weg in die Öffentlichkeit. So lässt Brice Bethenod ausrichten, er hätte selbstverständlich für ein Gespräch vorab zur Verfügung gestanden, wenn jemand an ihn herangetreten wäre. Möglich wäre dies jederzeit gewesen, da er regelmäßig mit Gartenleitner in Kontakt stehe und auch der Gemeinde als Eigentümer des Terofal bekannt sei.

Überrascht zeigt sich Bethenod ferner über die Aussage Gartenleitners, dass dieser über ein Optionsrecht auf Verlängerung des Pachtvertrags verfüge. So habe Gartenleitner mit Schreiben vom 30. Juni 2016 ausdrücklich mitgeteilt, dass der Pachtvertrag über den 31. Oktober 2017 hinaus nicht verlängert und auf das Optionsrecht verzichtet werde. Zudem hätte ihm der Pächter mitgeteilt, er habe bereits ein Ersatzobjekt im Tegernseer Tal gefunden. Umso mehr wundert Bethenod Gartenleitners Aussage, er wolle im Terofal weiterarbeiten, wenn die Zimmer saniert würden. Dies, so Bethenod, sei „unter diesen Voraussetzungen nicht nachvollziehbar“.

So erklärt Bethenod, er habe das gesamte Hotel im Jahr 2006 „grundsaniert und renoviert“. Auch in den folgenden Jahren habe er das Objekt „gepflegt und gewartet“ und 2015 eine komplett neue Küche eingebaut. Als Eigentümer des Terofal habe er „Brauchtum und Tradition mit Herzblut gefördert“. Es gebe keinen Zweifel, dass er dies auch beim beabsichtigten Verkauf „weiter berücksichtigen“ werde.

Zum aktuellen Stand der Verhandlungen oder möglichen Interessenten äußert sich Bethenod zwar nicht, er stellt aber klar, dass er nicht das gesamte Areal verkaufen werde. So bliebe das 2008 ausgebaute und neu renovierte Personalhaus in seinem Eigentum. Hier werde er auch zukünftig mit seiner Frau und seinen drei Kindern „viel Zeit in Schliersee verbringen.“ Weil seine Großeltern und seine Mutter aus dem Ort stammen, habe er „von Kindesbeinen an einen sehr engen und persönlichen Bezug zu Schliersee“, und daran werde sich auch nach dem Verkauf nichts ändern.

Warum er sich trotzdem vom Terofal trennen will, begründet Bethenod mit seinen „geschäftlichen Aktivitäten in Frankreich“. Diese würden es ihm nicht mehr erlauben, „sich in Schliersee weiterhin im gleichen Maße zu engagieren“. Also habe er sich „schweren Herzens dazu durchgerungen“, das Hotel Terofal zu verkaufen.

Gartenleitner konkretisiert auf Nachfrage unserer Zeitung seine ursprüngliche Aussage zum Pachtvertrag. Es sei richtig, dass er die Option gekündigt habe. Weil er und Bethenod unterschiedliche Auffassungen zum Renovierungsbedarf des Hotels hätten, habe er sich zu diesem Schritt entschieden. Sollte der neue Eigentümer die Zimmer aber doch herrichten lassen, könnte sich die Sachlage wieder anders darstellen. Nichtsdestotrotz habe er sich bereits nach einem neuen Objekt umgeschaut, bestätigt Gartenleitner. Schriftlich fixiert sei aber noch nichts.

Aus Sicht der Gäste und der Gemeinde, der das benachbarte Bauerntheater gehört, bleibt die Unsicherheit bestehen. Wie und vor allem mit welchem Wirt es ab November im Terofal weitergeht, ist offen. Bethenod kann dazu derzeit keine Angaben machen.

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