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Übernachten im Markus Wasmeier Freilichtmuseum: Nächster Schritt ist getan

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Von: Jonas Napiletzki

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Seine Pläne fürs Freilichtmuseum stellte Markus Wasmeier (r.) dem Schlierseer Gemeinderat vor. Die Mitglieder schickten den Bebauungsplan in die nächste Runde. Bis er gültig wird und Gäste in der Winterstube schlafen dürfen, dauert es wohl noch bis September.
Seine Pläne fürs Freilichtmuseum stellte Markus Wasmeier (r.) dem Schlierseer Gemeinderat vor. Die Mitglieder schickten den Bebauungsplan in die nächste Runde. Bis er gültig wird und Gäste in der Winterstube schlafen dürfen, dauert es wohl noch bis September. © Stefan Schweihofer

Der Schlierseer Gemeinderat hat seinen Willen bestätigt, Übernachtungen im Markus Wasmeier Freilichtmuseum zu genehmigen. Der endgültige Beschluss ist noch nicht gefallen.

Schliersee – Wo früher Holzknechte gewohnt haben, könnten schon bald Gäste des Markus Wasmeier Freilichtmuseums übernachten. „Nur Toiletten und Duschen müssen wir denkmalgerecht integrieren“, sagt der Museumschef und Ex-Skirennläufer auf Nachfrage und lacht. „Zurück in die alte Zeit“, das war bisher nur tagsüber möglich.

Wie berichtet, hat sich der Schlierseer Gemeinderat für die dafür nötige Änderung des Bebauungsplans entschieden, nachdem Wasmeier schon 2019 wegen nicht planmäßiger Lagerflächen mit der Gemeinde ins Gespräch kam. In der jüngsten Sitzung durfte der Schlierseer dem Gremium seine Pläne vorstellen – und sah darin „eine Chance“. So hätten zwar die Lagerflächen die Änderung angestoßen. Dabei heraus komme nun aber die Möglichkeit, auch Übernachtungen anbieten zu können. Das nutze den Gästen und dem Museum. Das Freilichtmuseum am Brunnbichl werde von einem gemeinnützigen Verein gestützt, betonte Wasmeier in der Sitzung.

„Aushängeschild für Schliersee“

Seine 90 Mitarbeiter, von denen 28 auch außerhalb der Saison von Mai bis Oktober angestellt seien, stellten ihn in der „Sauren-Gurken-Zeit“ vor eine Herausforderung. „Wir müssen die Leute beschäftigen und motivieren, auch zwischen November und April“, sagte Wasmeier.

Florian Reinthaler (CSU) lobte das Museum als „Aushängeschild für Schliersee“ und erklärte, er könne zustimmen. Kritischer sah Max Leitner (Die Schlierseer) den Bebauungsplanentwurf. Das Freilichtmuseum läge im Außenbereich – ein Beherbergungsbetrieb sei dort „schwierig“. Schnitzenbaumer korrigierte: „Es ist ein Bebauungsplangebiet.“ Leitner lehnte das Vorhaben trotzdem ab, blieb mit seiner Gegenstimme aber allein. Mit 16:1 Stimmen fiel der Billigungs- und Auslegungsbeschluss deutlich für die Museumspläne aus.

Nun wird der Bebauungsplan für vier Wochen öffentlich ausgelegt – Bürger und Behörden können Stellung nehmen. Mit Letzteren sei der Plan vorbesprochen, sagt Bürgermeister Schnitzenbaumer auf Nachfrage. Mit dem Satzungsbeschluss – erst ab diesem Zeitpunkt ist der Plan gültig – rechnet Schnitzenbaumer im September „nach der Sommerpause“.

25 Betten könnten kommen

Wasmeier wird die Zwischenzeit nutzen, um seine Visionen zu konkretisieren. „Der Bebauungsplan schafft die Möglichkeit, in der Winterstube Gäste unterzubringen.“ Im Blick hat der Museumschef aber weder große Gruppen noch anspruchsvolle Touristen. Viel wichtiger sei für das Museum, die Übernachtungsoption auch bei künftigen Häusern mit einbeziehen zu können. „Für manche klingt das komisch, aber wir brauchen für den Bau eines Hauses drei bis sieben Jahre“, sagt Wasmeier. „Ich bin ja kein Bauträger.“ Bei der Planung solcher Projekte sei es gut zu wissen, „dass wir nicht vor einer Wand stehen und das Erlebnis im Museum noch authentischer anbieten können.“ Nachgefragt würden Schlafplätze schon seit Jahren. „Kleine Firmengruppen, die eine Tagung mit Kultur verknüpfen wollen, würden gerne übernachten.“

Sobald der Satzungsbeschluss gefallen ist, können das künftig 25 Menschen tun. Vorerst „nur“ wie Holzknechte in der Winterstube aus dem Jahr 1884, die mit Erdwärme immerhin beheizt werden soll. Wasmeier denkt aber auch an weitere Häuser (wir berichteten).

Dafür jedoch, so betonte Schnitzenbaumer nach der Abstimmung, seien einzelne Bauanträge notwendig, über die der Gemeinderat dann im Einzelnen entscheiden wird. So könnten Stück für Stück weitere Betten im Museum dazukommen.

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