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Leiser Abgang eines Unterhaltungs-Giganten

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Hans R. Beierlein vor einer Wand mit goldenen Schallplatten
Hans R. Beierlein starb im Alter von 93 Jahren. © Marcus Schlaf

Der „Strippenzieher im Schunkelgeschäft“, nur eine von vielen Bezeichnungen von Hans R. Beierlein, ist tot. Nur wurde er in seiner Wahl-Heimat Schliersee beigesetzt.

München/Schliersee – Er selbst hasste Beerdigungen und mied sie. Mehr oder minder folgerichtig mutete er seine eigene Beisetzung auch niemand anderem zu. Lediglich seine langjährige Vertraute und Adoptivtochter Bizzi Nießlein war dabei, als Hans R. Beierlein (93) nach seinem Tod am 5. August in München diese Woche auf dem Schlierseer Friedhof seine letzte Ruhe fand.

Mehr als sein halbes Leben lang wohnte Beierlein in der Marktgemeinde. Sie war eher ein Rückzugsort, denn in Schliersee trat er nicht öffentlich in Erscheinung. Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer hat ihn zum Beispiel nie gesehen. Lediglich über seinen Umzug nach München vor einigen Jahren habe ihn eine Angestellte Beierleins informiert. Auch Johannes Wegmann, unter anderem Vorsitzender des Touristik-Vereins und kulturell vielfältig in Schliersee unterwegs, kannte den schwerreichen Medienmanager und Verleger nicht. Die Öffentlichkeit suchte der in München. Inzwischen sind – vom Urnengrab abgesehen – die letzten Spuren Beierleins in Schliersee verschwunden. Seine Villa an der Unterleiten wich vergangenes Jahr einem Neubau.

Dort waren über die Jahre zahlreiche Berühmtheiten zu Gast – zum Beispiel Udo Jürgens. Ihn hatte Beierlein groß gemacht, so wie viele andere auch, die er – zumindest zeitweise – managte. Heino etwa. Der 1929 in Nürnberg geborene Beierlein war aber weit mehr als ein Manager. Er konzipierte unzählige Koch- und Musiksendungen im Fernsehen, zum Beispiel „Essen wie Gott in Deutschland“ oder „Grand Prix der Volksmusik“. Kaum ein anderer Wahl-Schlierseer dürfte in der Unterhaltungsindustrie größere Fußabdrücke hinterlassen haben.

Eine ausführliche Vita findet sich unter anderem auf der Homepage seines Verlags.

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