Sibylle Strack-Zimmermann zeigt die Unterschriftenlisten zum Supermarkt-Neubau in Neuhaus.
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Sibylle Strack-Zimmermann zeigt die Unterschriftenlisten zum Supermarkt-Neubau in Neuhaus.

Initiatoren übergeben Liste im Rathaus

Unterschriftenaktion: Fast 400 Stimmen für kleineren Supermarkt in Neuhaus

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Fast 400 Unterschriften für einen kleineren Supermarkt-Plan in Neuhaus haben die Initiatoren der Aktion im Rathaus abgegeben. Der Bürgermeister verspricht eine genaue Prüfung.

Neuhaus – In zwei Punkten sind sich die Initiatoren der Unterschriftensammlung zum geplanten Supermarkt in Neuhaus und Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer einig: Beide Seiten wollen einen Nahversorger im Schlierseer Ortsteil, und beide bedauern, dass die Bürgerbeteiligung wegen der Corona-Auflagen derzeit nur schwer möglich ist. Ein persönlicher Austausch im kleinsten Kreis hat jüngst trotzdem stattgefunden. Sibylle Strack-Zimmermann und einer ihrer Mitstreiter waren ins Rathaus gekommen, um die Unterschriftenlisten abzugeben. Knapp 400 Neuhauser hatten das Papier mit dem Titel „Supermarkt in Neuhaus – Ja, aber nicht so groß!“ unterzeichnet. Vize-Bürgermeister Peter Sprenger und Geschäftsleiter Jörn Alkofer nahmen die Unterlagen entgegen.

Wie berichtet, stören sich die Initiatoren der Unterschriftensammlung vor allem an der Größe des auf dem Grundstück an der Ecke Josefstaler-/Dürnbachstraße geplanten Gebäudes sowie an der in ihren Augen problematischen Verkehrsanbindung. Im Rathaus wiesen sie darauf hin, dass es alternative Flächen gebe, die für einen „mittelgroßen Nahversorger ideal wären“.

Initiatoren nennen Grundstück an Bayrischzeller Straße als Alternative

Auf Nachfrage unserer Zeitung nennt Strack-Zimmermann ein Grundstück an der Bayrischzeller Straße. Dieses würde sich durch seine Lage an der B 307 und der Nähe zum Bahnhof Fischhausen optimal für einen Supermarkt mittlerer Größe eignen, gern auch mit Fokus auf Nachhaltigkeit und eventuell mit kleinem Imbissangebot. Diesen Vorschlag habe man im Rathaus unterbreitet – verbunden mit dem Wunsch einer Prüfung durch die Verwaltung.

Nicht nur diese Alternative, sondern auch viele andere habe man in der Vergangenheit planerisch untersucht, betont Schnitzenbaumer. Es habe sich aber herausgestellt, dass es stets an einer zu kleinen Verkaufsfläche scheitere. Ein kleiner Markt wie die Kette Nah & Gut funktioniere laut Aussagen der Betreiber nur in Städten, nicht auf dem Land.

Bürgermeister: Nahversorger in Neuhaus braucht ausreichend großes Sortiment

Die Nahversorgung in Neuhaus könne man nur mit einem ausreichend großen Sortiment sicherstellen. „Sonst fahren die Leute weiterhin mit dem Auto woanders zum Einkaufen“, sagt Schnitzenbaumer. Und das bringe die von den Kritikern befürchteten Verkehrsbewegungen. Ein kleiner Markt könne nur dann ein großes Sortiment bieten, wenn er in kurzen Abständen beliefert wird. Bedeutet: mehr Lkw-Fahrten nach Neuhaus. „Dann findet die Lagerhaltung auf der Straße statt“, gibt der Rathauschef zu bedenken.

Das Argument, die in einem Gutachten als derzeit ausreichend leistungsfähig beschriebene Verkehrsanbindung an der Josefstaler-/Dürnbachstraße böte keinen Puffer für eine Nachverdichtung der Wohnbebauung in Neuhaus, weist Schnitzenbaumer zurück. Gerade die dortige Lage des Marktes ermögliche vielen Neuhausern den Einkauf zu Fuß. Und selbst mit dem Auto müssten sie nicht auf die viel befahrene B 307 einbiegen. Ein Grundstück dort würde die kritische Lage verschärfen.

Schnitzenbaumer betont, dass er auch etliche positive Rückmeldungen für die jetzt verfolgte Variante erhalten habe. Den Kritikern versichert er, dass ihre Argumente in den ersten Bebauungsplanentwurf einfließen werden. So gebe es eine Lösung für die gewünschte niedrigere Gebäudehöhe. Nächste Station sei die Billigung im Gemeinderat, dann folge die Prüfung im Zuge der öffentlichen Auslegung. Mit den Bürgern werde man schnellstmöglich in Dialog eintreten.

sg

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