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Vitalwelt Schliersee

Die Geburtswehen klingen ab, dafür kommen Altersgebrechen

Generalsaniert vor zehn Jahren, erhöht sich in der Vitalwelt Schliersee allmählich der Aufwand für die Instandhaltung. Dafür scheint das Ende einer Auseinandersetzung in Sicht.

Schliersee – Im Dezember hat Schliersee das Zehnjährige der Vitalwelt gefeiert. Nach einer Dekade mehrt sich der Aufwand, das Gebäude in Schuss zu halten. Alterserscheinungen – vor allem im Schwimmbad. Dabei sind noch nicht einmal die Geburtswehen gänzlich überstanden. Weiterhin ist ungeklärt, wer für die Verzögerungen bei der Generalsanierung des Kurzentrums geradestehen muss. Doch wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) auf Anfrage sagt, scheint sich die Sache heuer zu klären. Nach zwei Gutachten plus weiterer Stellungnahmen stehe wohl heuer ein Termin für die Haupt-Entscheidung an, sagt Schnitzenbaumer. Diverse am Bau Beteiligte sind in das Verfahren involviert.

Derweil sind im Gemeinderat Zahlen für die Vitaltherme auf den Tisch gekommen, vorgestellt von Achim Leiter, Betriebsleiter bei Monte Mare, das im Auftrag der Gemeinde den Badebetrieb betreut. Positiv: Trotz des sehr heißen Sommers sind die Besucherzahlen in der Vitaltherme stabil geblieben. 87 800 Personen waren vergangenes Jahr da, 700 weniger als kalkuliert, aber auch 700 mehr als im Vorjahr. Den Einnahmen von 450 000 Euro stehen Ausgaben von 620 000 Euro gegenüber. Der Verlust von 173 000 Euro ist geringer als im Wirtschaftsplan vorgesehen. Das große Aber: In der Übersicht sind 97 000 Euro Kosten nicht enhalten, die für Reparaturen und Unterhalt draufgingen. Allein der Austausch der Chlorelekrolyse-Anlage zur Wasseraufbereitung schlug mit 72 500 Euro zu Buche. Geld, das direkt über den Gemeinde-Haushalt abgerechnet wurde und deshalb nicht in die Aufstellung von Monte Mare einfließt, in Stauders Bericht aber gesondert ausgewiesen ist – ebenso wie die 118 000 Euro, die in die Instandhaltung des Gebäudes jenseits des Schwimmbads flossen. Anders als bei der Therme bekommt die Gemeinde für Sauna, Restaurant, Fitness-Studio und Arztpraxis aber Pacht. Auch für diese Teile des Hauses stehen Sanierungen an. Am teuersten werden wohl Sauna-Erneuerungen im von Monte Mare gepachteten Bereich werden. Für 2018 waren sie mit einem hohen fünfstelligen Betrag angekündigt worden.

Im neuen Jahr wird die Gemeinde abermals auch einiges an Geld für das Schwimmbad in die Hand nehmen müssen. So steht nach Folien- und Fliesenerneuerung wegen Dichtigkeitsproblemen nun der zweite Teil der Schwimmbeckensanierung an. Schnitzenbaumer zufolge sollen Beckenkopf, Überlauf und Ablaufrinne saniert werden. Ein Angebot über fast 100 000 Euro liegt vor, ein zweites soll eingeholt werden. Wie Stauder sagte, werden auch die Schrankschlösser ausgetauscht werden müssen, weil der Hersteller die Produktion eingestellt hat. „Wir haben uns Restbestände gesichert“, so Stauder. Nach sechs bis zwölf Monaten sei aber eine Neuanschaffung der gut 300 Schlösser plus Transponder fällig. Kosten für die Gemeinde: rund 43 000 Euro.

Unklar ist es Schnitzenbaumer zufolge wie es mit der Decke über dem Becken aussieht. Ob hier weitere Aufwendungen auf die Gemeinde zukommen, wird sich wohl im Zuge des Verfahrens zur Bauzeitenverzögerung herausstellen.

Stauder nutzte seinen Vortrag zu einer kleinen Bilanz nach zehn Jahren. Das Bad „hat sich sehr gut etabliert“, meinte er. „Ein schönes Angebot.“ Ein solches zu schaffen beziehungsweise – für Touristen und Einheimische – hatte der Markt Schliersee auch beabsichtigt und für den Betrieb von Beginn an ein jährliches Betriebsdefizit von etwa 185 000 Euro eingeplant. Seit Herbst 2008 hätten 814 000 Besucher den Weg in die Einrichtung gefunden, so Stauder. Etabliert hätten sich die Gemeinde-Schwimmmeisterschaft, die morgen, Freitag, zum sechsten Mal steigt, der Familien-Sonntag und der Chillout-Abend.

Wer erinnert sich: In der Vitalwelt stiegen auch die Luftmatratzen-WM und

die Sitzfleisch-Challenge Der Gemeinderat segnete den Wirtschaftsplan einstimmig ab.

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