Die Werkstatt wird neu genutzt: Geplant sind dort ein Therapie- und Trainingszentrum sowie ein Tagescafé, ein Shop, eine Praxis, eine Wohnung und Mieträume.
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Die Werkstatt wird neu genutzt: Geplant sind dort ein Therapie- und Trainingszentrum sowie ein Tagescafé, ein Shop, eine Praxis, eine Wohnung und Mieträume.

Bauausschuss mit Nutzungsänderung einverstanden

Von der Lkw- zur Körperwerkstatt mit Café und Shop: Neues Projekt am Breitenbach in Schliersee

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Kaffeetassen statt Kraftstofftanks, Gymnastikmatten statt Montagegruben: Eine Nutzungsänderung soll ein früheres Werkstattgebäude in Schliersee erfahren.

Schliersee – Kaffeetassen statt Kraftstofftanks, Gymnastikmatten statt Montagegruben: Eine ganz erhebliche Nutzungsänderung soll ein früheres Werkstattgebäude der Schlierseer Firma Warnecke und Böhm am Breitenbach erfahren. Den entsprechenden Antrag hatte nun der Schlierseer Bauausschuss auf dem Tisch.

Wie aus dem Sachvortrag der Verwaltung hervorgeht, soll ein 38 Meter mal 12,34 Meter großes, 1969 errichtetes Bestandsgebäude an der Westerbergstraße 14 umfassend umgebaut werden. Als einstige Nutzungen zählte Bauamtsleiterin Birgit Kienast eine Schreinerei, eine Schlosserei, eine Lkw-Pflegehalle sowie ein Öl- und Diesellager auf. Nach dem Umbau wird davon nichts mehr zu finden sein. Die Werkstatt wird zur „Körperwerkstatt“.

Geplant sei ein Therapie- und Trainingszentrum auf 137 Quadratmeter, ein Tagescafé auf 89 Quadratmeter sowie ein Shop auf 50 Quadratmeter Fläche. Auch Mieträume für Vereine, Volkshochschule und andere Veranstaltungen sollen zur Verfügung stehen. Im südlichen Gebäudeteil soll auf 70 Quadratmetern eine physiotherapeutische Praxis sowie eine Betreiberwohnung mit 59 Quadratmetern entstehen. Die Betriebszeiten werden mit 7 bis 22 Uhr angegeben, zwei bis vier Mitarbeiter sollen eine Beschäftigung finden.

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Grundsätzlich sei das Vorhaben mit den baurechtlichen Vorgaben vereinbar, hieß es im Sachvortrag. Das Grundstück liege im Innenbereich und sei im Flächennutzungsplan als Gewerbegebiet festgesetzt. Gemäß der umgebenden Bebauung seien Anlagen für sportliche Zwecke zulässig.

Bei den weiteren beantragten Nutzungen müsse man prüfen, ob sie mit dem Immissionsschutz vereinbar seien und keine Einschränkungen für das bereits vorhandene Gewerbe auslösen würden. Um diese Fragen zu klären, schlug Kienast vor, die entsprechenden Fachstellen zu beteiligen. Gleiches gelte auch für die Lage des Grundstücks im Überschwemmungsgebiet des Breitenbachs, dessen Begleitgehölz zudem biotopkartiert sei. Ein Stellplatznachweis liege vor.

Architekt Heinz Blees, der als beratendes Mitglied im Bauausschuss sitzt, erkundigte sich, was aus dem nicht fertiggestellten Gebäude in der Nähe werde – „das ist noch im Rohbauzustand“. Der Bau sei so genehmigt, erklärte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU). Im derzeitigen Zustand sei das Haus aber nicht nutzbar. „Das ist eher eine Ruine.“ Für ein wenig Aufklärung konnte Philipp Krogoll (Die Schlierseer) sorgen. Er habe gehört, „dass das irgendwann wegkommt“.

Zum vorliegenden Antrag tat dies aber nichts zur Sache. Die Bauausschussmitglieder segneten die Nutzungsänderung der Lkw- in eine Körperwerkstatt einstimmig ab.

sg

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