Sonnenblumen zur Übergabe: Lebenshilfe-Geschäftsführerin Inga Kockerols (r.) begrüßt Erika Guggenmos (l.). Im Hintergrund verabschiedet Lebenshilfe-Vorstandsmitglied Renate Storch (2.v.r.) Johanna Steinwender in den Ruhestand.
+
Sonnenblumen zur Übergabe: Lebenshilfe-Geschäftsführerin Inga Kockerols (r.) begrüßt Erika Guggenmos (l.). Im Hintergrund verabschiedet Lebenshilfe-Vorstandsmitglied Renate Storch (2.v.r.) Johanna Steinwender in den Ruhestand.

Nach Abschied von Johanna Steinwender

Von Kalifornien ins Haus Bambi: Neue Leiterin der Lebenshilfe-Einrichtung ist da

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
    schließen

In den USA wurde Erika Guggenmos auf das Haus Bambi in Neuhaus aufmerksam. Jetzt hat sie dort die Nachfolge von Johanna Steinwender als Einrichtungsleiterin angetreten.

Neuhaus – Unter der Sonne Kaliforniens machte sich Erika Guggenmos auf Jobsuche in Miesbach. „Ich habe einfach mal ins Blaue hinein gegoogelt, was es da für Sozialpädagogen wie mich so alles gibt“, erzählt die 43-Jährige. Bei ihrer Internetrecherche sei sie dann auf die Lebenshilfe aufmerksam geworden, berichtet Guggenmos. Das Haus Bambi habe sie da noch gar nicht gekannt.

Das sollte sich aber bald ändern – und vor allem nachhaltig. Denn seit 1. September hat Guggenmos nun die Nachfolge von Einrichtungsleiterin Johanna Steinwender übernommen, die Ende August in Ruhestand gegangen ist (wir berichteten). „Es sind große Fußstapfen, in die ich hier treten darf“, sagt die neue Chefin der heilpädagogischen Wohneinrichtung für Kinder und Jugendliche in Neuhaus. „Aber es fühlt sich gut und rund an.“ So, als hätte sich ein Kreis für sie geschlossen.

Der nahm seinen Anfang im Studium der Sozialpädagogik, das Guggenmos 2004 abgeschlossen hat. Danach arbeitete sie für das sozialpsychiatrische Zentrum in München in einer Wohngemeinschaft für Erwachsene. Das Ziel der ambulanten Betreuung war hier, die Bewohner zu größtmöglicher Selbstbestimmung zu führen, berichtet die 43-Jährige.

2017 packte Guggenmos dann erstmals die Koffer. Weil ihr Mann als promovierter Physiker ein Stipendium für die University of California in Berkeley erhielt, zog die Familie mit ihren drei Töchtern an die Westküste der USA. „Eine unglaublich tolle und wertvolle Zeit für uns alle“, erzählt Guggenmos, die dort an einer deutschen Schule eine Vorschulklasse betreute. Für sie eine neue Erfahrung, hatte sie doch bislang nie mit Kindern gearbeitet. Doch sie habe schnell gemerkt, dass es ihr liegt. „Die Sozialpädagogik ist sehr breit gefächert, und das macht sie für mich so spannend.“

Erfahrungen im Fach- und Gruppendienst gesammelt

Da die Familie nach der Rückkehr aus den USA in die Heimat des Vaters – ein gebürtiger Haushamer – ziehen wollte, kam Guggenmos schließlich auch mit der Lebenshilfe Miesbach ins Gespräch. Nach einem Kennenlernen mit Steinwender und Lebenshilfe-Geschäftsführerin Inga Kockerols war allen Beteiligten schnell klar: „Das probieren wir.“ Im Oktober 2018 stieg Guggenmos dann für 20 Wochenstunden im pädagogischen Fachdienst im Haus Bambi ein, später kamen noch zehn Stunden im Gruppendienst dazu. „Diese Erfahrungen in der Basisarbeit helfen mir nun als Leiterin sehr“, ist die 43-Jährige überzeugt.

Dass sie diese verantwortungsvolle Position nach längerem Zögern nun doch übernommen hat, liege auch an der Flexibilität der Lebenshilfe. Wegen ihrer drei Töchter im Alter von sechs, acht und 14 Jahren habe sie von Anfang an klargemacht, dass sie nicht wie Steinwender ein Pensum aus 60 Wochenstunden leisten könne, berichtet Guggenmos. Da die Plätze im Haus Bambi – unter anderem wegen Personal- und Platzmangels – mittlerweile von 17 auf zwölf reduziert wurden und obendrein die coronabedingt nach Bad Wiessee ausgelagerte Gruppe wieder zurück in Neuhaus ist, habe sich der Verwaltungsaufwand aber reduziert. „Alle Schäfchen sind wieder unter einem Dach“, sagt Guggenmos.

Kapazitäten sollen wieder aufgestockt werden - aber nicht zulasten der Qualität

Mittel- bis langfristig will die neue Leiterin die Kapazitäten des Hauses aber aufstocken und obendrein die Kurzzeitplätze wieder einführen. „Die Gesellschaft ist auf uns angewiesen“, ist die 43-Jährige überzeugt. Am obersten Credo ihrer Vorgängerin hält sie aber fest: „Die Betreuungsqualität im Haus Bambi muss immer auf höchstem Niveau bleiben.“

sg

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare