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Vortragsreihe zur Annaberg-Gedenktafel

Ein „ziemlich überzeugender“ Weg

Der Auftakt war schonmal gut besucht. Jetzt geht es rein ins Thema: Am Mittwoch referiert eine Expertin über das Freikorps Oberland.

Schliersee – Was hatten Männer aus dem Oberland 1921 – weit nach Kriegsende – bei einer paramilitärischen Auseinandersetzung in Oberschlesien zu suchen? Warum wurden die 52 Kameraden, die dort ihr Leben ließen, in Schliersee als Helden verehrt? Und wie ist heute mit einem solchen Gedenken umzugehen? Wie berichtet, hat Schliersee damit begonnen, Antworten auf diese Fragen zu suchen und sich die Hilfe von Experten gesichert. Der Auftakt ist gemacht, und am Mittwoch, 21. März, steht der nächste Vortrag an.

Der Start in das Aufarbeitungsprojekt verlief schon mal vielversprechend. Rund 60 Gäste hörten sich im Pfarrheim den noch allgemein gehaltenen Vortrag zum Thema „Erinnerungskultur in Deutschland“ an. Der Leiter des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ), Andreas Wirsching, stellte die Aufarbeitung der NS-Zeit in der Nachkriegszeit dar. Ein Fundament für die weiteren Termine, bei denen es verstärkt um die Gedenktafel und was damit zusammenhängt geht. Auf der an der Tafel an der Schlierseer Weinbergkapelle wird bekanntlich der 52 am Annaberg in Oberschlesien Gefallenen gedacht – was als erstes auch Nazis taten.

Am Mittwoch (19 Uhr, Pfarrheim) befasst sich die Historikerin Susanne Meinl mit dem Thema „Edelweiß und Hakenkreuz – das Freikorps Oberland und die Weimarer Republik“. Exakt dazu war lange Zeit wenig wissenschaftliche Literatur zu bekommen. Mit Meinl kommt nun eine ausgewiesene Expertin nach Schliersee.

Herauszufinden, was die Menschen nach 1918/19 bewegt hat – und jene, die daran erinnerten –, ist das zentrale Anliegen von Pfarrei und Gemeinde Schliersee, die mit der Hilfe des Katholischen Bildungswerks Miesbach zu einer wirklich fundierten Entscheidung kommen wollen, wie es mit dem Gedenkort am Weinberg weitergehen soll.

Zu nicht geringem Maß geschieht dies auch aus einem gewissen Eigeninteresse. Schliersee will sich Schlagzeilen ersparen, wie sie anderen Gemeinden im Zusammenhang mit geschichtlich belasteten Artefakten zuteilwurden – Stichworte: Hindenburg-Büsten oder Hitler-Ehrenbürgerwürden.

Den Weg, der in Schliersee gegangen wird, findet IfZ-Leiter Wirsching übrigens „ziemlich überzeugend“. Er wird überdies vom Institut für Volkskunde mitverfolgt und zu einem gewissen Maß sogar Gegenstand einer Bachelor-Arbeit.

Daniel Krehl

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