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Möglicher Standort: Die Eigentümer der Fläche am Leitner Graben mögen die Idee, sagen die Organisatoren.

„Wir bekommen von überall Unterstützung“

Waldkindergarten in Schliersee: Gemeinderat kennt Bedarf an

Erst kurz vor den Ferien war die Initiative für einen Waldkindergarten in Schliersee gestartet worden: Jetzt hat der Gemeinderat den Bedarf nach Plätzen in einer solchen Einrichtung anerkannt.

Schliersee – Stefanie Zellinger kann es selbst kaum glauben: „Wir bekommen von überall Unterstützung und sind bisher auf noch kein ernst zu nehmendes Hindernis gestoßen.“ Die Zweite Vorsitzende des Vereins Waldkindergarten Schliersee ist regelrecht euphorisch, was das Vorankommen ihres Projekts angeht. Freilich weiß sie, dass noch große Hürden zu überwinden sind. Aber bisher lässt sich alle bestens an. Und geht es so weiter, könnte im September 2019 ein Waldkindergarten in Schliersee an den Start gehen. Der Gemeinderat hat am Dienstagabend eine wichtige Voraussetzung geschaffen und den Bedarf für eine Einrichtung dieser Art anerkannt.

Einen ersten Start hatte es zwar schon 2015 gegeben, doch der kam nicht richtig in die Gänge. Es war wohl auch nicht die richtige Zeit. Denn bekanntlich befasste sich der Gemeinderat in den Folgejahren mit dem Bau des Kindergartens Kleine Heimat am Heimatmuseum. Ob die Unterstützung für einen Waldkindergarten da groß gewesen wäre? Jetzt jedenfalls ist sie es. Alle Wortmeldungen bei der Sitzung fielen positiv aus, der Beschluss fiel einstimmig.

Freilich kommt es der Gemeinde auch gelegen, dass weitere Betreuungsplätze entstehen. Denn in den vergangenen Jahren sind immer neue Engpässe aufgetaucht. Dank des neuen Kindergartens mit zwei Gruppen hätte die dritte Gruppe im Kindergarten Regenbogen eigentlich aufgelöst werden sollen. Sie wurde aber weiterhin gebraucht, um den Bedarf zu decken. Und angesichts der emsigen Bautätigkeit in Schliersee wird dieser Trend wohl anhalten. Ein Waldkindergarten würde nicht nur beim Abdecken des Bedarfs helfen, sondern das Betreuungsangebot um eine beliebte Facette erweitern.

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Engagiertes Duo: Ingo Steinert und Stefanie Zellinger, die Vorsitzenden des Waldkindergarten-Vereins.

Gemessen an der kurzen Zeit des Bestehens hat der Verein um die Vorsitzenden Ingo Steinert und Zellinger schon viel erreicht. Die Eintragung am Amtsgericht ist geschafft, und seit wenigen Tagen gibt es eine Homepage. Sogar eine Fläche hat er schon in Aussicht, am Leitner Graben unweit der IG Metall Jugendbildungsstätte. Die Grundeigentümer „sind uns sehr zugewandt“, sagt Zellinger. Sogar erste Gespräche mit potenziellen Erziehern haben stattgefunden oder sind ausgemacht.

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Klar: Noch ist der Weg weit zu gehen. Wer eine Kinderbetreuung anbieten will, muss behördliche Auflagen etwa hinsichtlich Hygiene und Pädagogik erfüllen. Auch ein Finanzkonzept braucht es. Ein Bauwagen will erst einmal finanziert sein. Und auch die wichtige Frage nach einem Träger ist noch offen. Doch auch hier habe es erste Sondierungen gegeben, sagt Zellinger. Unterstützung erfahre man auch am Landratsamt. Kurz: Momentan läuft’s.

Zellinger hofft nun, dass der noch recht kleine Kreis, der sich Waldkindergarten Schliersee nennt, schnell wächst. Interessierte finden Infos und Kontaktdaten auf www.waldkindergarten-schliersee.de

Daniel Krehl

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