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Ingo Steiner und Stefanie Zellinger, Vorsitzende des Vereins Waldkindergarten Schliersee.

Infoveranstaltung erfolgreich

Waldkindergarten: Konzept kommt gut bei Eltern an - Gruppe soll im September eröffnen

Das Konzept des Schlierseer Waldkindergartens kommt gut bei den Eltern an. Die Infoveranstaltung verlief durchaus erfolgreich. Im September soll die Gruppe eröffnen.

Update: Freitag, 8. März: Waldkindergarten stößt auf Interesse

Schliersee - Es geht weiter mit Vollgas. Die Infoveranstaltung des geplanten Waldkindergartens in Schliersee stieß auf reges Interesse bei Müttern und Vätern. „Wir wollten mal ein Gefühl dafür kriegen, ob unser Konzept überhaupt auf Bedarf bei den Eltern stößt“, sagt Ingo Steiner, der zusammen mit Stefanie Zellinger den Waldkindergarten-Verein anführt.

Und es besteht durchaus ein Bedarf bei den Schlierseer Eltern. 13 Kinder wurden direkt bei der Infoveranstaltung für das kommende Kindergartenjahr ab September angemeldet. Eine Gruppe mit maximal 18 Kindern soll es geben. Noch läuft die Anmeldefrist für Herbst bis Dienstag, 12. März. 

Dennoch bleibt es weiterhin spannend. Im nächsten Schritt soll es nun in Verhandlungen über den Defizit-Deckungsbeitrag mit der Gemeinde gehen, erklärt Steiner. „Da wird sich zeigen, ob die Gemeinde hinter dem Konzept steht“, meint der Vorsitzende. Bereits im Oktober vergangenen Jahres erkannte der Gemeinderat den Bedarf für eine weitere Kindergartengruppe an – in Form des Waldkindergartens. Auch wenn dieser keine hohen Kosten für ein Gebäude benötigt, müsse dennoch das Personal finanziert werden. Steiner möchte die weiteren Verhandlungen in eine der nächsten Gemeinderatssitzungen bringen. 

Verhandlungen gibt es derzeit auch mit dem Forstbetrieb. Der Waldkindergarten braucht noch einen geeigneten Standort für seinen Bauwagen, der in Eigenregie gebaut und mit Spenden finanziert werden soll. Der Bedarf für Materialkosten: rund 35 000 Euro. Im Bauwagen haben die Kinder ein Dach über dem Kopf und finden Schutz bei schlechtem Wetter. In den kommenden zwei bis drei Wochen soll es eine Einigung mit dem Forstbetrieb geben. „Ich bin zuversichtlich, dass das klappt“, sagt Steiner. Auch in Sachen Personal geht es voran. Die ersten Bewerbungen für die Erzieher- und Kinderpflegerstelle sind bereits eingetroffen. Noch läuft die Stellenausschreibung, erste Gespräche mit den Bewerbern werden demnächst folgen. 

Auf jeden Fall soll die Gruppe im Herbst zum neuen Kindergarten-Jahr eröffnet werden. Die Trägerschaft übernimmt der Verein. Für das nötige Know-How wird es eine Zusammenarbeit mit einem Dienstleister geben, der bereits mehrere Waldkindergärten betreibt.

tas


Ursprüngliche Nachricht: Mittwoch, 27. Februar

Schliersee – Dieser Samstag wird entscheidend sein – entscheidend dafür, wie schnell der Verein Waldkindergarten Schliersee sein Projekt weiter vorwärtstreibt. Am Samstag, 2. März, findet ein Infotag mit Anmeldung für die neue Einrichtung statt. Zeigen genügend Eltern Interesse an dem Konzept, heißt das für die Verantwortlichen: Weiter im bisher vorgelegten Tempo – also in Siebenmeilenstiefeln. Alles Wissenswerte erfahren Interessierte von 10 bis 12 Uhr am Acherhof, Josefstalerstraße 16, in Neuhaus.

Die Initiative mit Stefanie Zellinger und Ingo Steiner an der Spitze kam der Gemeinde Schliersee sehr gelegen. Seit Jahren steigt der Bedarf an Betreuungsplätzen in der Marktgemeinde an – stärker als die Verwaltung dies prognostizierte. Vergangenen Juni ging im Anbau ans Heimatmuseum die neue Einrichtung „Kleine Heimat“ mit zwei Gruppen in Betrieb, das Rathaus dachte, jetzt wäre mal Zeit zum Luftholen. Doch die Anmeldezahlen sprachen eine andere Sprache. Statt geplanten zwei Gruppen sind es im Kindergarten Regenbogen drei. Im Oktober 2018 erkannte der Gemeinderat schließlich den Bedarf für eine weitere Gruppe an – eben als Waldkindergarten. Ein für die Gemeinde sehr charmantes Modell, muss sie doch nicht erneut einen Millionenbetrag in ein Gebäude stecken.

Seitdem ist der Träger weiter vorangeschritten. „Wir haben ein Konzeptteam, ein Organisationsteam, ein Bauwagenteam“, sagt Steiner. Der Bauwagen mit den sanitären Anlagen und als Unterschlupf bei schlechtem Wetter ist zentraler Punkt. Er will erst einmal finanziert sein. Steiner: „Wir sind weiter am Spendensammeln und haben schon einen guten Teil erreicht.“ Auf rund 35 0000 Euro schätzt der Vereinsvorstand den Bedarf. „Da brauchen wir noch was.“ Bauen möchte der Verein den Wagen in Eigenleistung. Am Dienstagabend hat der Bauausschuss die Genehmigung erteilt – eine Formalie.

In Holzkirchen gibt es schon lange eine Waldkinderten. Er ist gewissermaßen schon erwachsen.

Jetzt am Samstag wird es ernst. Bei der Infoveranstaltung wird sich entscheiden, ob das große Ziel – der Start im September dieses Jahres – weiterverfolgt wird. Melden genügend Eltern ihre Kinder an, gibt der Vorstand weiter Gas. Schließlich braucht es auch pädagogisches Personal, das bekanntlich nicht so ohne Weiteres zu bekommen ist. „Der Samstag ist ein sehr wichtiger Tag“, bekräftigt Steiner. 

dak

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