Seilwinde am Polizeihubschrauber, Berge, Schliersee
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Unterstützung aus der Luft: Mit der Seilwinde am Polizeihubschrauber holten die Bergwachtler zwei Wanderer aus der Wand.

Bergwacht Schliersee im Einsatz

Münchner Wandergruppe versteigt sich an der Brecherspitz - mehrstündige Suche

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Per WhatsApp hatte sich die Münchner Gruppe zum Wandern verabredet. Doch die Tour endete mit einem Notruf - und löste einen mehrstündigen Bergwachteinsatz aus.

Neuhaus – Sie verabredeten sich per WhatsApp zum Wandern. Doch an der Brecherspitz wurde aus der gemeinsam geplanten Aktion am Sonntagnachmittag ein konfuses und am Ende sogar gefährliches Experiment. Die nach Angaben derBergwacht Schliersee rund 22 Teilnehmer asiatischer Herkunft, die mit dem Zug von München nach Neuhaus gefahren waren, zerstreuten sich in mehrere Kleingruppen. Eine davon verstieg sich schließlich im Bereich der Dürnbachwand – und löste damit einen fünfstündigen Such- und Bergungseinsatz mit Drohne und Hubschrauber aus. „Die waren hilflos und wussten nicht mehr, wo sie sind“, beschreibt der stellvertretende Bereitschaftsleiter der Bergwacht Schliersee, Lenz Haberle, die Ausgangslage bei der Alarmierung.

Gegen 14.15 Uhr wurden die Retter von der integrierten Leitstelle verständigt. Eine Wandergruppe habe sich im Bereich der Brecherspitz verirrt. Mehr noch: Weil sich eine Frau den Knöchel verstaucht habe, könne sie nicht mehr aus eigener Kraft absteigen. Das Problem: Der Anrufer, der den Notruf abgesetzt hatte, konnte trotz seines sicheren Deutschs nicht genau beschreiben, wo genau sich die Gruppe gerade befindet. „Das Brecherspitzgebiet ist ein riesiges Rondell“, sagt Haberle. Auch eine Ortung per GPS über das Smartphone des Anrufers habe nicht funktioniert.

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Also teilten sich die Bergwachtler auf. Eine Gruppe fuhr mit dem Auto auf die Obere Firstalm und marschierte von dort aus Richtung Gipfel, die anderen Retter teilten sich an der Ankelalm in mehrere Suchtrupps auf. Durch ständigen Telefonkontakt zu den Wanderern sei es schließlich gelungen, das Einsatzgebiet einzugrenzen. „Durch die Beschreibungen haben wir rausgefunden, dass sie irgendwo in den Dürnbachwänden hängen“, erzählt Haberle. Und spätestens da schrillten bei den Rettern die Alarmglocken. „Das ist ein steiles, brüchiges und sehr gefährliches Gelände.“

Die Bergwachtler entschieden sich, einen Polizeihubschrauber aus Garmisch zur Suche und Bergung hinzuziehen. Die Bergwacht Hausham versuchte mithilfe ihrer Drohne, die Gruppe ausfindig zu machen. Da sich offenkundig niemand schwerer verletzt hatte, habe man auf den Einsatz eines Rettungshelikopters verzichtet. Die richtige Entscheidung, wie sich vor Ort herausstellte. Lediglich zwei (unversehrte) Wanderer ließen sich per Seilwinde aus dem Hang holen, die anderen stiegen zusammen mit den Rettern selbstständig ins Tal. „Auch die Frau, die sich angeblich den Knöchel verstaucht hat“, sagt Haberle.

18 Bergretter, darunter auch Kollegen der Wochenendbereitschaft aus München, seien mehr als fünf Stunden lang beschäftigt gewesen. Auch zum Grund des Einsatzes hat der erfahrene Bergwachtler eine klare Meinung. Die Pfade, auf denen die – immerhin vernünftig ausgerüsteten – Wanderer unterwegs waren, seien keine ausgewiesenen Wege, sondern Jägersteige. „Wenn die einer bei Facebook mit ein paar schönen Fotos bewirbt, kommt am Ende so was dabei raus.“

sg

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